Von Swissvolley gibt's derzeit ein «Nein, aber»: Jetzt hilft der geplanten Frauenfelder Sandsporthalle nur noch ein kleines Wunder

Der nationale Volleyballverband sieht vorerst keinen Bedarf für das Beachhouse in Frauenfeld als Nationales Leistungszentrum. Bundesgelder aus der fünften Programmgeneration des Nationalen Sportanlagenkonzepts wären so erst ab dem Jahr 2022 möglich.

Mathias Frei
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Eine Visualisierung der Beachhouse-Aussenanlage. (Bild: PD)

Eine Visualisierung der Beachhouse-Aussenanlage. (Bild: PD)

Es hätte so schön sein können. Aber allein vom Konjunktiv baut sich das Beachhouse in Frauenfeld nicht. Denn der nationale Verband Swissvolley macht den Plänen für die Sandsporthalle vorerst einen Strich durch die Rechnung.

«Die Situation ist ernüchternd. Aber die Gespräche mit anderen nationalen Verbänden aus dem Sandsport-Bereich laufen auf Hochtouren.»

Das sagt Markus Müller, Präsident des Vereins Sandsporthalle Frauenfeld. Der Entscheid von Swissvolley habe nicht nur in Frauenfeld, sondern ostschweizweit für Unverständnis gesorgt.

Markus Müller, Präsident Verein Sandsporthalle Frauenfeld. (Bild: Mathias Frei)

Markus Müller, Präsident Verein Sandsporthalle Frauenfeld. (Bild: Mathias Frei)

Konkret geht es um eine «Bedarfserhebung realisierungsreife Nasak-Projekte 2020 und 2021» des Bundesamts für Sport (Baspo). Das Beachhouse wäre realisierungsreif. Die Unterlagen fürs Baugesuch sind vorhanden. Baubeginn könnte in einem halben Jahr sein. Aber Frauenfeld sucht man vergebens in der Baspo-Bedarfserhebung. Stattdessen ist das «House of Volleyball» (HoV) im aargauischen Siggenthal aufgeführt. Der Beitrag des Bundes würde eine Million Franken ausmachen. Wie Hans-Jörg Birrer, Nasak-Projektleiter beim Baspo, erklärt, ist die Liste aufgrund von Bedarfsmeldungen der nationalen Sportverbände zusammengestellt worden, im Fall des HoV steht Swissvolley dahinter. Birrer sagt:

«Ohne Unterstützung eines Verbandes gibt es keine Bundesgelder.»
Pressekonferenz zur Vorstellung des Projekts «The Beachhouse» in Frauenfeld. Sascha Heyer, Markus Müller und Patrick Heuscher posieren für Fotos. (Bild: Reto Martin, 18.Mai 2017)

Pressekonferenz zur Vorstellung des Projekts «The Beachhouse» in Frauenfeld. Sascha Heyer, Markus Müller und Patrick Heuscher posieren für Fotos. (Bild: Reto Martin, 18.Mai 2017)

Frauenfeld bräuchte die Aargauer Million

Genau diese Million aus Bundesbern, die Swissvolley für Siggenthal angemeldet hat, könnte auch das Beachhouse brauchen. Denn für die Frauenfelder Sandsporthalle sind derzeit 2,5 Millionen Franken gesichert, bei Gesamtkosten von 3,5 bis 4Millionen Franken.

Werner Augsburger, Geschäftsführer Swissvolley. (Bild: PD)

Werner Augsburger, Geschäftsführer Swissvolley. (Bild: PD)

Lange sah es so aus, als müsste sich das Frauenfelder Projekt bis 2022 gedulden. Dann wird die fünfte Programmgeneration des «Nationalen Sportanlagenkonzepts» (Nasak) aktiv. Ende 2018 war Nasak 4 ausgelaufen. Mittlerweile waren die Gespräche zu einer Nasak-Übergangsfinanzierung für die Jahre 2020 und 2021 so produktiv, dass die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) kürzlich der Finanzkommission beantragt, zu diesem Zweck einen Posten über 15 Millionen ins Budget 2020 des Bundes aufzunehmen. So sieht es auch die WBK des Nationalrats. Den entsprechenden Antrag hat die Thurgauer Nationalrätin Diana Gutjahr (SVP) gestellt – und wurde einstimmig gestützt.

Visualisierung: Blick ins Innere der Sandsporthalle. (Bild: PD)

Visualisierung: Blick ins Innere der Sandsporthalle. (Bild: PD)

Ja, es hätte so schön sein können. Wenn Nasak-Gelder fliessen würden, müsse der entsprechende Verband eine Nutzungsvereinbarung für das unterstützte Projekt unterzeichnen und ein tatsächliches Mietvolumens pro Jahr garantieren, erklärt Swissvolley-Geschäftsführer Werner Augsburger.

«Im Falle des Beachhouse ist es dem Verband derzeit nicht möglich, für die kommenden zehn Jahre eine Nutzung zu garantieren.»

Swissvolley unterhält derzeit eine Nationales Leistungszentrum (NLZ) in Bern – und plant nun das HoV in Siggenthal, im angestrebten Vollausbau mit Beach- und Indoor-NLZ sowie Geschäftsstelle. Man evaluiere derzeit aber auch andere Standorte, sagt Augsburger.

Das Beachhouse-Logo. (Bild: Reto Martin, 18.Mai 2017)

Das Beachhouse-Logo. (Bild: Reto Martin, 18.Mai 2017)

In Siggenthal steht bereits ein Hallensportzentrum. In der Baspo-Bedarfserhebung heisst es: «Mitentscheidend für diese Standortwahl waren die bereits bestehende grosszügige [...] Infrastruktur vor Ort, das entsprechend relativ geringe Investitionsvolumen für den erforderlichen Ausbau und die rasche Realisierbarkeit.» Frauenfeld könne für Swissvolley ein Thema werden, falls das HoV nicht realisiert werden könne und das Berner NLZ-Areal durch einen möglichen Schulhausbau in Frage gestellt werde, sagt Augsburger. «Das Projekt Beachhouse ist an sich tipptopp.» Deshalb sei für Frauenfeld die Türe zu Bundesgelder über die fünfte Nasak-Programmgeneration ab 2022 keineswegs verschlossen.

«Vor allem dann, wenn es um den Aufbau und Betrieb von fünf Regionalen Leistungszentren (RLZ) geht.»

Augsburger erwähnt, dass es auch in Amriswil Pläne gibt für eine kleinere Sandsporthalle. Jenes Projekt ist aber komplett privat finanziert und keine Konkurrenz um Bundesgelder.

Nationalrätin Gutjahr macht Beachhouse Mut

Diana Gutjahr, Thurgauer SVP-Nationalrätin. (Bild: PD)

Diana Gutjahr, Thurgauer SVP-Nationalrätin. (Bild: PD)

Beachhouse-Mitinitiant Markus Müller ist zwar irritiert ob der Verbandspläne, gibt aber nicht auf. «Jetzt versuchen wir, mit anderen Verbänden aus dem Sandsport das Beachhouse wieder aufs Parkett bringen.» Swisstennis sei sehr interessiert, zudem stehe man auch mit dem Handball- und dem Fussballverband in Gesprächen. Und im Übrigen sei für Siggenthal die Realisierungsreife noch in weiter Ferne, sagt Müller. Nationalrätin Diana Gutjahr macht Müller Mut:

«Für das Beachhouse ist noch nicht alles verloren.»

Sie stehe weiterhin hinter dem Beachhouse mit seinem guten Betriebskonzept – «auch darum, weil das Projekt sicher ostschweizweite Ausstrahlung hat». Für die Übergangsfinanzierung habe die Politik nun eine Tür aufstossen können. Wieso nicht auch fürs Beachhouse?

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