Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zwei Steckborner wollen die Eishockey-NLA aufmischen

Marco Forrer absolvierte 65 Partien für Rekordmeister HC Davos, sein Bruder Sandro gab in der abgelaufenen Meisterschaft beim EV Zug sein Debüt in der NLA. In der Saison 2018/19 streben die Thurgauer bei Fribourg-Gottéron gemeinsam den Durchbruch an.
Hansruedi Camenisch
Roger Forrer ist stolz auf seine Söhne Sandro (links) und Marco, die neu in der NLA bei Fribourg-Gottéron spielen. (Bild: Hansruedi Camenisch)

Roger Forrer ist stolz auf seine Söhne Sandro (links) und Marco, die neu in der NLA bei Fribourg-Gottéron spielen. (Bild: Hansruedi Camenisch)

«Wir geben alles fürs Eishockey. Unsere Familie hat sich fürs Eishockey aufgeopfert», sagt Vater Roger Forrer, seit 2011 Stadtpräsident in Steckborn. Eltern, die alles für die (Sport-)Karriere ihrer Zöglinge tun, sind nichts Besonderes. Speziell ist jedoch, wenn sich Steckborner Seebuben dem Eishockey verschreiben. Die Forrers haben allerdings Eishockey im Blut. Mutter Claudia hütete 1992 an der WM das Tor der Schweizerinnen. Kaum habe er richtig laufen können, habe ihn seine Mutter, eine ausgebildete Eishockeytrainerin, aufs Eis mitgenommen, erzählt der 22-jährige Marco Forrer. Er und sein 16 Monate jüngerer Bruder trainierten vorerst in Kreuzlingen beziehungsweise Weinfelden. 2004 wechselten beide in die Nachwuchsabteilung des EHC Winterthur. Für ihre Mutter bedeutete das, ihre Söhne von September bis Ende März mindestens einmal täglich von Frauenfeld nach Winterthur zu chauffieren.

Der nächste Schritt folgte 2013. Nach einem internationalen Turnier der Schweizer U17-Nationalmannschaft in Monthey meldete sich Zugs Nachwuchstrainer Leo Schumacher bei Marco Forrer , und er wünschte sich auch gleich auch noch Sandro Forrer. Fortan entfielen die Chauffeuse-Dienste für Mutter Claudia. Die schaute stattdessen einmal pro Woche in der Wohnung zum Rechten, welche ihre beiden älteren Söhne in der Nähe der Zuger Herti-Eishalle miteinander teilten.

Kreuzbandriss verhinderte den Durchbruch in Davos

Völlig unerwartet kam Marco Forrer am 20. Oktober 2015 zu seinem NLA-Début – allerdings nicht bei Zug, sondern bei Davos. Weil die Bündner gravierende Verletzungssorgen in der Abwehr bekundeten, liehen sie von den EVZ-Junioren Marco Forrer und Silvio Schmutz aus. Gemeinsam fuhren die beiden am Matchtag nach Davos und halfen am Abend bereits mit, Lugano mit 5:0 abzufertigen. Marco Forrer blieb in Davos und beim Club hängen. Ein Kreuzbandriss warf ihn allerdings in der Vorbereitung auf die folgende Saison zurück. Sein Aufstieg geriet ins Stocken. Die Verletzung war wohl mitentscheidend, dass der Thurgauer den Durchbruch beim Schweizer Rekordmeister nicht schaffte. Er brachte es bis im vergangenen Frühling auf insgesamt 65 Partien in der höchsten Spielklasse der Schweiz für die Bündner. Obwohl Forrers Vertrag noch ein Jahr weitergelaufen wäre, erklärte sein Trainer Arno Del Curto nach dem letzten Meisterschaftsspiel dem Verteidiger, dass er nicht mehr mit ihm plane. Gleichwohl blickt Marco Forrer ohne Verbitterung auf seine Davoser Zeit zurück. «Ich konnte in einem geilen Team unter einem etwas eigenen, aber ausgezeichneten Trainer spielen. Del Curto hat die Fähigkeit, dich als jungen Spieler weiterzubringen.»

Marco Forrer (links, in der Partie gegen Dinamo Minsk) spielte im Dezember 2016 auch den Spengler Cup für den HC Davos. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Marco Forrer (links, in der Partie gegen Dinamo Minsk) spielte im Dezember 2016 auch den Spengler Cup für den HC Davos. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Sein Bruder Sandro sorgte an der U18-Weltmeisterschaft am 23. April 2015 für Schlagzeilen, als er beim sensationellen 5:0-Sieg im Viertelfinal über Russland den Führungstreffer für die Schweiz erzielte. Bis zu seiner Premiere in der NLA musste sich der 1,77 Meter grosse und 75 Kilogramm leichte Stürmer allerdings noch eine ganze Weile gedulden. Erst am 8. September 2017 gab er beim Meisterschaftsstart sein Début – ausgerechnet gegen Davos. Bruder Marco war bei den Bündnern überzählig. Sandro Forrer erhielt von Zug-Trainer Harold Kreis nur in 18 NLA-Partien das Vertrauen; gleich doppelt so oft spielte der Stürmer für die EVZ Academy in der Swiss League.

Marco folgte seinem Bruder zu Fribourg-Gottéron

Nicht von ungefähr unterschrieb der 20-Jährige für die nächste Saison bei Fribourg-Gottéron. Damals ahnte er noch nicht, dass ihm sein älterer Bruder nach Freiburg folgen würde. Deshalb suchte und mietete er an seinem neuen Wirkungsort auch nur eine kleine Wohnung. Marco Forrer musste sich in der Saanestadt nach einem eigenen Zuhause umsehen, nachdem er im Juni das Sportgymnasium in Davos mit der Matura erfolgreich abgeschlossen hatte. Er erhofft sich bei Gottéron «Chancen auf Eiszeit. Ich erwarte von mir einen Schritt vorwärts, eine Leistungssteigerung. Und ich möchte Härte ins Spiel einbringen», sagt der 1,92 Meter lange und 92 Kilogramm schwere Verteidiger. Vorsichtiger gibt sich Sandro Forrer: «Der Trainer bestimmt die Eiszeit, ich kann nicht zu viel erwarten. Aber ich bin positiver Dinge und will mich gut etablieren.»

Apropos Eishockey verrückte Forrer-Familie: Da wird nächste Saison auch beim EHC Winterthur ein weiteres Kapitel geschrieben. Der 19-jährige Claudio Forrer stürmt dort bei den Elite-B-Junioren. Und die zwei Jahre jüngere Ramona Forrer, die vor zwei Jahren mit der Schweiz an der Jugend-Olympiade Bronze gewann, spielt im gleichen Team im Tor. Es ist deshalb wenig überraschend, dass Vater Roger Forrer lachend sagt: «Unsere Familie könnte bei einem Eishockeyklub gleich als kompletter Block antreten.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.