Besucher der Klostererlebnistage erfuhren in Warth-Weiningen von Mönchen und Gebetserhörungen

Ein Vortrag und lebendige Erkundungstouren liessen in der Kartause Ittingen ein Stück Vergangenheit erlebbar werden.

Christine Luley
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Auf den Spuren von Bruder Klaus in den Ausstellungen im Kunstmuseum Thurgau und im Ittinger Museum. (Bild: Andrea Stalder)

Auf den Spuren von Bruder Klaus in den Ausstellungen im Kunstmuseum Thurgau und im Ittinger Museum. (Bild: Andrea Stalder)

An den Klostererlebnistagen rund um den Bodensee vom 10. bis 13. Oktober haben 24 Klöster grenzüberschreitend Einblicke in das Leben der Mönche gegeben. Die Kartause Ittingen erinnerte dabei an den Nationalheiligen Bruder Klaus.

«Auch 602 Jahre nach seiner Geburt geht von Niklaus von Flüe eine besondere Faszination aus, unter die sich aber immer wieder Irritationen mischen», sagte Thomas Bachofner. Der Leiter tecum verwies in seiner Begrüssung auf die Kartäuser, die sich durch ihre Gottessuche und ihr Einsiedlerleben mit Niklaus von Flüe verbunden fühlten.

«Die Würmer verzweifelten an diesem Festmahl, kaum etwas hing an den Knochen...»

Margrit Früh ist in den Staatsarchiven Thurgau und Zürich auf weitere Verbindungen zwischen Bruder Klaus und den Kartäusern gestossen. Die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Ittinger Museums wartete mit einer Überraschung auf. In einem Züricher Handschriftenband entdeckte sie einen Entwurf des Bildes für das Buch «Helvetia Sancta» des Ittinger Mönchs und Prokurators Heinrich Murer. Johannes Asper hat darauf Bruder Klaus stehend, nicht kniend wie im gedruckten Original, wiedergegeben. Ein leises Schmunzeln entlockte den Besuchern die Bildlegende: «Nachdem er zwei Dezennien nüchtern gelebt hat, wurde Niklaus dem Himmel zugestellt. Die Würmer verzweifelten an diesem Festmahl, kaum etwas hing an den Knochen…»

(Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)
Auf den Spuren von Bruder Klaus: Freie Besichtigung der Ausstellungen im Kunstmuseum Thurgau und im Ittinger Museum. (Bild: Andrea Stalder)
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Der Meditationsraum. (Bild: Andrea Stalder)
Ansprache durch Thomas Bachofner Leiter Tecum. (Bild: Andrea Stalder)
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Auf den Spuren von Bruder Klaus. (Bild: Andrea Stalder)
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(Bild: Andrea Stalder)

Früh liess offen, ob die Würmer den Ausschlag gaben, dass das Bild nicht verwendet wurde. Auf ihre frische, natürliche Art berichtete sie von zwei Gebetserhörungen an Kartäuser Mönchen durch Bruder Klaus, verbrieft in der Chronik des Klosters. Als 1731 dem Mönch Ignatius ein Geschwür auf dem Rücken unsagbare Schmerzen bereitete, bat er Nicolaus von Flüe um Hilfe. Das Wasser, das Prior Laurentius Landtwing aus dem Grab des Bruders Klaus mitgebracht hatte, tat das Übrige. Und siehe da, Ignatius wurde geheilt.

Wer mehr wissen will, kann den Vortrag von Margrit Früh mit Texten von Thomas Bachofner und Reto Friedmann in der frisch herausgegebenen Broschüre «Seelenverwandtschaft – Bruder Klaus und die Ittinger Kartäuser» nachlesen. Im Raum der Stille regte der Text der «Brunnenvision» von Bruder Klaus zur eigenen Meditation und zu Fragen nach Parallelen mit der heutigen Zeit an.

Hinter dem Kloster, oberhalb der Nordmauer in Sichtweite zur Kirche, bietet der «Ittinger Ranft» einen spirituellen Ort der Begegnung mit Bruder Klaus. Mit der TonSpur von Reto Friedmann auf dem Audioguide oder Handy geht der Besucher auf die innere Reise.