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«Von einer Täuschung kann nicht gesprochen werden»

Renaturierungsprojekte der Thur werfen im Thurgau seit jeher hohe Wellen. Obwohl der Kredit von 28 Millionen Franken für den Abschnitt zwischen Bürglen und Weinfelden gesprochen ist, hakt ein Kritiker nach.
Silvan Meile
Die Thur bei Warth.

Die Thur bei Warth.

Der Thurgauer Regierungsrat muss sich gegen den Vorwurf wehren, in der Dokumentation zum bereits bewilligten Kredit über rund 28 Millionen Franken für das Projekt Thurkorrektur Weinfelden-Bürglen unerwähnt gelassen zu haben, wie viel Land effektiv zu Gunsten der Thur verloren geht. Nachdem dieser Vorwurf bereits im Grossen Rat erhoben wurde, hakte Kantonsrat Hans Eschenmoser (SVP, Weinfelden) mit einer Einfachen Anfrage nach. «Der Fluss kann sich 24 Hektaren Landwirtschaftsland und 39 Hektaren Wald nehmen.» Nirgends in der Botschaft seien diese Flächenverluste beziffert worden.

Meisterlandwirt Eschenmoser nennt es «eine Täuschung des Grossen Rates.» Von einer Täuschung könne nicht gesprochen werden, entgegnet der Regierungsrat in seiner Antwort. Auf separaten Karten wie auch in der Debatte um den Kredit seien die Auswirkungen einer allfälligen Erosion explizit thematisiert worden. Doch es gibt auch ein gewisses Eingeständnis. Der Regierungsrat verspricht, sich die Kritik zu Herzen zu nehmen: Dies werde zur Folge haben, «dass in künftigen Dokumentationen für den Grossen Rat die Flächenzahlen» ausgewiesen werden. Damit ist Kantonsrat Eschenmoser einverstanden. «Mehr habe ich auch nicht erwartet.»

Die Bauern wehren sich seit jeher gegen die Renaturierung der Thur, die einein Verlust von bewirtschaftetem Ackerland zur Folge hat. Gegen das Projekt zwischen Weinfelden und Bürglen sammelten sie die nötigen Unterschriften, um Landwirtschaftsland bei Renaturierungsprojekten zu sichern. Das mündete schliesslich in einen vom Parlament gutgeheissenen Gegenvorschlag, mit dem sich die Landwirtschaft für die Gewässer-Renaturierung mehr Gehör verschafft und künftig früher in solche Projekte einbezogen wird. Die Forderung hingegen, dass Gewässerkorrekturen nicht zu Kulturlandverlust führen darf, fand keine Mehrheit.

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