Berufsmesse Weinfelden bietet eine Auswahl von Automatikmonteurin bis Zimmermann

Die Berufsmesse Thurgau in Weinfelden gibt Jugendlichen Einblick in 200 Berufe. An der Eröffnungsfeier sprach ein Küchenchef, der zum Lehrmeister des Jahres 2017 gewählt wurde. Er geht seinen Lehrlingen immer mit dem guten Beispiel voran.

Ursula Ammann
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Koch Markus Fuchs und Moderator Mario Testa. (Bild: Andrea Stalder)

Koch Markus Fuchs und Moderator Mario Testa. (Bild: Andrea Stalder)

Ab und zu kriecht Markus Fuchs persönlich zum Putzen unter den Kippkochkessel. Der Leiter Küche im Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus in Wängi folgt seinem Credo: «Was ich von meinen Auszubildenden verlange, mache ich auch selbst». Das mag vielleicht mit ein Grund gewesen sein, weshalb ihn sein Lehrling zur Wahl «Lehrmeister des Jahres 2017» angemeldet hat. Ein Titel, den Fuchs nun mit Stolz trägt. An der Eröffnung der Berufsmesse Thurgau in Weinfelden erklärte er im Gespräch mit Moderator Mario Testa, was es bedeutet, Lehrlinge erfolgreich ins Berufsleben zu begleiten.

Fuchs, der mit weisser Kochbluse und rotem Foulard vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Bildung und Gewerbe stand, machte klar, dass vieles vom Lehrmeister abhänge. «Er kann seinen Lehrlingen Begeisterung vermitteln, ihnen die Möglichkeiten im Berufsfeld aufzeigen und sie unterstützen, wenn die Nervosität vor der Lehrabschlussprüfung kommt.»

Flammkuchen backen ausprobieren

Für die Jugendlichen, die in diesem Jahr die Berufsmesse Thurgau besuchen, dauert es noch etwas bis zur Lehrabschlussprüfung. Sie müssen sich zuerst entscheiden, welcher Profession sie nachgehen wollen. An der Berufsmesse erhalten sie Einblick in 200 Berufe und Ausbildungen und können – ob Flammkuchen backen oder Landkarten vermessen - das eine oder andere gleich selbst ausprobieren. «Die Jugendlichen bekommen nicht einfach einen Hochglanzkatalog, sondern können die Berufe erleben», betonte Marc Widler, Geschäftsführer der Berufsmesse Thurgau. Angela Haltiner, Präsidentin des Beirats, wies auf die Möglichkeit zum Netzwerken hin. «Die Berufsmesse ist eine gute Plattform für Gespräche an der Nahtstelle zwischen Schule, Lehrbetrieb und weiterführenden Schulen.»

An der Berufsmesse präsentieren sich Ausbildungen von A wie Automatikmonteurin bis Z wie Zimmermann: Sich festzulegen, mag schwerfallen. Dazu kommt, dass viele Berufe dem technischen Wandel unterworfen sind. Ein Punkt, den Renate Stieger-Bircher, Rektorin des Bildungszentrums für Wirtschaft, Weinfelden, in ihrer Rede aufgriff. «Das Wichtigste ist deshalb nicht, was man lernt, sondern dass man sich beruflich flexibel zeigt und bereit ist, sich weiterzubilden.»

Politiker, Elektromonteur und Sozialarbeiter

«Eine solide, praktische Berufsausbildung hat einen hohen Wert», sagte der Weinfelder Gemeindepräsident Max Vögeli. Das zeige sich nicht zuletzt in der hohen Innovationskraft der Schweizer KMU-Betriebe. Turi Schallenberg, Thurgauer Grossratspräsident, betonte die Wichtigkeit und den Erfolg des Dualen Bildungssystems: «Eine Lehre bietet immer einen guten Boden.» Schallenberg selbst absolvierte ursprünglich eine Lehre als Elektromonteur und studierte später Soziale Arbeit. Dass das Schweizer Bildungssystem viele Wege zulässt, zeigte sich auch in Person von Lara Hasler, die den Anlass mit Gesang und Ukulele musikalisch umrahmte. Sie hat vergangenes Jahr ihre Lehre im Detailhandel abgeschlossen und macht nun ein Praktikum als Sozialpädagogin.

Freitag und Samstag offen

Die Berufsmesse auf dem Areal des Berufsbildungszentrums Weinfelden ist heute Freitag von 9 bis 17 Uhr und morgen Samstag von 9 bis 16 Uhr offen. Eintritt ist frei (www.berufsmesse-thurgau.ch).