Glosse
Von Abpfiff zu Anpfiff. Oder: Was die Frauenfelder Lokalpolitik mit dem einzig wahren Fussball auf der Winterthurer Schützenwiese gemeinsam hat

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei packt die journalistische Blutgrätsche aus und erklärt, warum es spannender ist, einen Match des FC Frauenfeld auf der Kleinen Allmend zu verfolgen als ein EM-Spiel zwischen Frankreich und Portugal.

Mathias Frei
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Etwas viel Nebel: das Challenge-League-Spiel zwischen dem dem FC Winterthur und dem FC Zürich im Stadion Schützenwiese am Montag, 12. Dezember 2016.

Etwas viel Nebel: das Challenge-League-Spiel zwischen dem dem FC Winterthur und dem FC Zürich im Stadion Schützenwiese am Montag, 12. Dezember 2016.

Bild: Ennio Leanza (Keystone)

Bitte kein Blabla. In Zeiten wie diesen gilt es, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Heute Abend läuft der Frauenfelder Gemeinderat im Rathaus auf, und die Schweizer Nati im Olimpico. Capisci? Der Countdown läuft mit Anpfiff der Sitzung um 17 Uhr. Bitte keine Verlängerung bei der Rechnung. Und in der Leichtathletikhalle ist ein Penaltyschiessen fehl am Platz. Redezeitbeschränkung ist für einmal keine hohle Phrase, imfall.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Nein, Seich, gelebte Demokratie in der Frauenfelder Lokalpolitik ist wichtiger als irgendein belangloses Ländergrümpeli. Natürlich dürft ihr, liebe Politikerinnen und Politiker, uns Journalisten mit ausschweifend knochentrockenen Voten zum Lachen bringen – und zum Weinen. Den Fussball, wie er sein sollte, gibt es nämlich nicht an der EM, sondern auf der Kleinen Allmend und auf der Schützenwiese in Winterthur.

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