Von 28 auf 70 5G-Antennen: Kanton Thurgau erklärt sprunghaften Anstieg und verfasst für Gemeinden eine Orientierungshilfe

Derzeit steigt die Anzahl 5G-Antennen im Thurgau sprunghaft an. Das kantonale Amt für Umwelt hat nun eine Liste mit allen 5G-Antennen erstellt. Zudem will es mit einem Informationsschreiben an die politischen Gemeinden für sachlichere Diskussionen sorgen.

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Die Anzahl 5G Antennen im Thurgau steigt derzeit sprunghaft an.

Die Anzahl 5G Antennen im Thurgau steigt derzeit sprunghaft an.

(Bild: Martial Trezzini, KEYSTONE)

(red) Die Aufrüstung zum neuen Mobilfunkstandard 5G beschäftigt derzeit Gemeinden in der ganzen Schweiz. Im Thurgau erhöht sich im Dezember 2019 die Zahl der 5G-Antennen laut dem kantonalen Amt für Umwelt (AfU) von 28 auf 70. «Die gesamthafte Strahlen-Exposition der Bevölkerung ändert sich dadurch aber nicht, weil bestehende Dienste vom Netz genommen wurden», schreibt das AfU in seiner Mitteilung. Um die Diskussionen rund um die Einführung von 5G zu versachlichen, hat das AfU eine technische Orientierungshilfe für die Gemeinden verfasst.

Grund für den sprunghaften Anstieg der aktiven 5G-Antennen im Kanton Thurgau sei, dass ein Netzbetreiber das 5G-Signal nun auch über die herkömmliche Frequenz um 2100 MHz verbreitet. Dies könne ohne vorgängige Information des AfU oder der Standortgemeinden erfolgen. Das AfU hat am Donnerstag eine Liste mit den betroffenen Stationen veröffentlicht. «Eine solche Umstellung ist rechtlich erlaubt.»

Für Umrüstung auf 5G ist kein Baugesuch nötig

Um eine herkömmliche Antenne in eine 5G-Antenne umzurüsten, sei nicht zwingend ein Baugesuch oder eine Bagatelländerung nötig, wenn dafür keine baulichen Veränderungen der Anlage nötig sind. Die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) ist zwar frequenzabhängig, aber technologieneutral verfasst. «Der Netzbetreiber nimmt dafür einen bestehenden Dienst vom Netz und sendet neu auf der gleichen Frequenz mit der maximal gleichen bewilligten Sendeleistung das 5G-Signal. Ab sofort verbreite beispielsweise die Swisscom das 5G-Signal auch über die Frequenz von 2100 MHz», erklärt das AfU weiter. Die Strahlenbelastung für die Bevölkerung habe sich mit der neuen Technologie nicht verändert.

«Aktuell erhalten wir täglich verschiedene Anfragen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern zum Thema 5G», sagt Martin Zeltner, Leiter der Abteilung Luftreinhaltung im AfU. Seine Abteilung überprüft unter anderem die Einhaltung der Grenzwerte der Mobilfunk-Antennen. Weil das Thema so präsent ist, informiert das AfU auch die politischen Gemeinden des Kantons über den aktuellen Stand des 5G-Ausbaus.

Zusätzlich haben die Gemeinden mit einem Schreiben technische Hintergrundinformationen zum Thema Mobilfunk und 5G erhalten. Zeltner sagt:

«Wir hoffen, mit diesen Informationen den Gemeinden in der zurzeit emotional geführten öffentlichen Diskussion eine sachliche Orientierungshilfe bieten zu können.»

Das AfU wolle transparent über die bisher aktiven 5G-Antennen informieren, auch wenn es lediglich Vollzugsbehörde sei. Die rechtlichen Grundlagen zum Mobilfunk werden direkt vom Bund erlassen, der auch die Frequenzen versteigert.

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