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Thurgauer erleidet Stromschlag, blitzt vor Gericht gegen die IV-Stelle aber ab

Ein heute 44-jähriger Thurgauer Dachdecker war am 24. Juli 2004 von einer Leiter gestürzt. Gemäss einem am Donnerstag veröffentlichten Bundesgerichtsurteil gilt er mittlerweile von allen Unfallfolgen geheilt. Deshalb hat er keine Ansprüche mehr auf Leistungen der Invalidenversicherung.
Thomas Wunderlin
Das Bundesgericht in Lausanne hatte sich mit einem Thurgauer Fall zu beschäftigen. (Bild: KEYSTONE/Christian Brun)

Das Bundesgericht in Lausanne hatte sich mit einem Thurgauer Fall zu beschäftigen. (Bild: KEYSTONE/Christian Brun)

Der Dachdecker hatte einem Bekannten auf dessen Bauernhof geholfen, die Dachrinnen zu reinigen. Wegen einer defekten Isolation einer Kabelleitung floss Strom mit einer Spannung von 230 Volt durch eine Regenrinne. Die Metallleiter lehnte an eine geerdete untere Regenrinne. Der Körper des Dachdeckers schloss den Stromkreis, worauf sich seine Hände verkrampften und er das Bewusstsein verlor.

Als die Sicherungen entfernt wurden, stürzte er drei bis vier Meter auf einen Betonboden herunter. Die Polizei fand ihn in einer kleinen Blutlache liegend, teilweise ansprechbar. An den Unfallhergang hatte er keine Erinnerungen. Seine diversen Verletzungen und Brüche, unter anderem am Becken, am Joch- und am Brustbein, heilten bis 2008 ab.

Widersprechende Gutachten erfordern Obergutachten

Danach entspann sich ein längerer Streit darüber, ob er aus psychosomatischen Gründen weiterhin arbeitsunfähig sei.

Da mehrere sich widersprechende ärztliche Gutachten vorlagen, wies das Bundesgericht in einem Urteil vom 25. November 2016 den Fall ans Thurgauer Verwaltungsgericht zurück mit der Auflage, ein Obergutachten einzuholen. Dieses kam zum Schluss, dass «der Versicherte nicht an einer psychiatrischen Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet oder litt».

Länge des Gesprächs ist nicht entscheidend

Der Anwalt des Dachdeckers zog das Gutachten in Zweifel. Das Bundesgericht hat seine Einwände nun abgewiesen. Auf die «Dauer des Explorationsgesprächs von angeblich drei Stunden» kommt es laut Urteil (8C_354/2018) nicht an: «Massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist.» Manchmal seien zwanzigminütige Explorationsgespräche ausreichend.

Auch aus dem verrechneten Stundenaufwand für das Aktenstudium lasse sich nichts zur Qualität des Gutachtens ableiten. Der verrechnete Aufwand könne ja kleiner sein als der tatsächlich betriebene.

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