Volksabstimmung über Doppeldecker-Turnhalle für Bildungszentrum im Thurgau

Für 13,65 Millionen Franken will der Kanton Thurgau dem Bildungszentrum für Technik zwei Sporthallen bauen.

Sebastian Keller
Drucken
Teilen
Die beiden übereinander liegenden Hallen, der Allwetterplatz und die optional dritte Halle (rechts im Bild).

Die beiden übereinander liegenden Hallen, der Allwetterplatz und die optional dritte Halle (rechts im Bild).

(Visualisierung: PD)

Heute jagen angehende Automatiker und Konstrukteurinnen in der Kanti-Turnhalle oder der alten Militärsporthalle dem Ball nach. Doch die Militärsporthalle wird in absehbarer Zeit abgerissen. Deshalb benötigt das Bildungszentrum für Technik (BZT) in Frauenfeld eigene Räume für den Sportunterricht. Diesen besuchen 1100 Jugendliche in 78 Klassen.

Für den Neubau von zwei Hallen hat der Regierungsrat die Botschaft mit einem Kreditbegehren von 13,65 Millionen Franken verabschiedet. Adressat ist der Grosse Rat.

Das Grundstück für die neuen Hallen liegt im Oberwiesenquartier, unweit des BZT. Zu Fuss seien es drei Minuten, steht in der Botschaft. Das Land hat der Kanton bereits 2015 gekauft – 3,31 Millionen Franken für die 5242 m2.

Möglichkeit für eine spätere Erweiterung

Die beiden Hallen werden aufeinander gebaut, die untere ist um ein Geschoss versenkt. Der Projekttitel trägt dieser Bauweise Rechnung: Doppeldecker. Zu den Hallen gesellt sich ein Allwetterplatz, ein Velounterstand, ein Abstellplatz sowie 13 Parkplätze. Auf der Parzelle besteht die Möglichkeit, später eine weitere Einfachturnhalle hinzuzufügen.

Blick in die geplante Halle des Bildungszentrums für Technik in Frauenfeld.

Blick in die geplante Halle des Bildungszentrums für Technik in Frauenfeld.

(Visualisierung: PD)

Zur Fassade und Materialisierung heisst es in der Botschaft: «Der elegante Holzbau steht etwas zurückversetzt von der Maiholzstrasse auf einer Wiese, dreiseitig von Wohnbauten umgeben.» Und weiter: «Die Rhythmisierung in Stützen und Pfosten aus imprägniertem Holz verleiht der Fassade ihren ruhenden Ausdruck.»

Stichwort Holz: Wo möglich soll der «CO2-neutraler Baustoff» aus dem Staatswald verbaut werden. Ökologie wird grossgeschrieben. «Das kompakte, annähernd quadratische Gebäude generiert wenig Oberfläche und hat optimale Voraussetzungen für einen geringen Energieverbrauch.» Der Bau wird im Minergie-A-Standard erstellt. Dieser garantiere eine «höhere energetische Unabhängigkeit», steht auf der Website von Minergie Schweiz. Eine Erdsonden-Wärmpumpe erzeugt Wärme, eine Fotovoltaikanlage produziert Strom – diese Anlage ist aber nicht Teil der Vorlage.

Der Zeitplan hat sich gegenüber früheren Plänen verschoben. So ist nicht mehr von der Einweihung 2022 die Rede, sondern vom Baubeginn in jenem Jahr. Ab Frühling 2023 dürften die Lehrlinge in den neuen Hallen schwitzen. Vorausgesetzt das Volk stimmt – voraussichtlich – am 27. September der Vorlage zu. Zuerst liegt der Ball aber beim Grossen Rat.

Mehr zum Thema

WETTBEWERB: Turnen im Doppeldecker

Der Kanton hat sich beim Bau zweier neuer Sporthallen in Frauenfeld für ein Projekt ­entschieden. 2019 soll die Volksabstimmung stattfinden. Gemäss ersten Schätzungen geht es um zwölf Millionen Franken.
Larissa Flammer