«Vision Münchwilen 2045»: So soll sich der Hinterthurgauer Bezirkshauptort entwickeln

Die Gemeinde Münchwilen zeigt mit der Vision 2045, wie sich der Bezirkshauptort entwickeln könnte. Nun will sie die Anliegen und Meinungen der Bevölkerung dazu einholen.

Roman Scherrer
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Münchwiler befassen sich in der Turnhalle Oberhofen mit der Masterplanung. Bis zum 16. Oktober können sie ihre Meinung dazu äussern.

Münchwiler befassen sich in der Turnhalle Oberhofen mit der Masterplanung. Bis zum 16. Oktober können sie ihre Meinung dazu äussern.

Bild: Roman Scherrer

Ortsplanung ist eine Sache der Flughöhe. Noch befindet sich Münchwilen weit oben, auf Höhe eines Doppeldeckerflugzeugs. So verbildlicht Gemeindepräsidentin Nadja Stricker, wo man im Revisionsprozess mit der Masterplanung in Münchwilen derzeit steht. Das Instrument, umgangssprachlich «Vision Münchwilen 2045», hat die Gemeinde am Dienstagabend in der Turnhalle Oberhofen präsentiert.

Es sei – im Gegensatz zum kommunalen Richtplan oder Zonenplan – nicht behördenverbindlich, wird mehrfach betont. «Die Vision ist eine Idee, wie Münchwilen 2045 aussehen könnte», erklärt Stricker den über 50 Besuchern. Es ist die Idee des Gemeinderats, die in Zusammenarbeit mit den Ortsplanern der Strittmatter Partner AG entstanden und visualisiert worden ist. Stricker betont:

«Das Ziel ist aber, dass es nicht nur die Vision des Gemeinderats bleibt, sondern von möglichst vielen Münchwilern.»

Deshalb sind jetzt die Einwohner gefragt. Per Fragebogen an der Infoveranstaltung, per E-Mail, oder direkt im Gemeindehaus können sie während der Vernehmlassung bis zum 16. Oktober ihre Meinung zur Vision kundtun.

Online-Umfrage mit wenig Resonanz

Die Grundsatzfrage sei, wo und wie eine Entwicklung im Bezirkshauptort möglich ist. Zur Beantwortung hat sich der Gemeinderat mit den Planern verschiedene Quartiere vor Ort angesehen. Und eine Online-Umfrage durchgeführt. «Leider haben sich nur etwa zwei Prozent der Einwohner daran beteiligt», berichtet Stricker.

Raumplanerin Karin Bétrisey erklärt:

«Münchwilen gilt in dieser Planungsgeneration als urbaner Raum und darf deshalb noch einzonen.»

Ihr Kollege Benjamin Müller zeigt die mögliche Entwicklung an Beispielen. So sind Neubauten im Feutschenbach denkbar, um den freien Raum zwischen Murg und Murgtalstrasse «aufzufüllen». Gestaltungspotenzial, etwa mit Bäumen, gebe es bei der Frauenfelderstrasse. «Wichtig ist, dass man gleich sieht, dass man hier in die Siedlung hineinfährt und das Tempo entsprechend anpasst», sagt Müller. Die Zugänge zur Murg sollen gefördert werden, etwa mit Sitzstufen am Wasser.

Verkehr bleibt ein Thema

«Für wie viele Leute wird es Platz haben?», fragt ein Besucher in Bezug auf den Masterplan. Das könne man sagen, wenn der Zonenplan erarbeitet ist, antwortet Nadja Stricker.

«Wir haben jetzt schon ein Verkehrschaos», sagt ein Münchwiler, der eine Verschlimmerung der Situation sieht, wenn die Überbauung zwischen Diversey und Pflegeheim realisiert sein sollte. «Wir überlegen, wie wir das lösen können», sagt Gemeinderätin Susanne Falk dazu und appelliert im Sinne der Veranstaltung:

«Wir sind auch auf eure Ideen angewiesen, bitte teilt sie uns mit.»

Weitere Informationen zur Münchwiler Ortsplanungsrevision finden sich auf der Gemeindewebsite.

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