Virus zum Trotz

«Wir sind Optimisten und setzen voll auf die Karte Hoffnung»: In Steckborn soll Ende April trotz Corona der Berglauf über die Bühne gehen

Entgegen vieler Events, die zuletzt haben abgesagt werden müssen, wollen die Organisatoren des Berglaufs Steckborn an ihrem Sportanlass festhalten. OK-Präsident Moritz Eggenberger erzählt, warum der Berglauf heuer stattfinden soll.

Samuel Koch
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Ein Berglaufteilnehmer unterwegs oberhalb vom Höfli.

Ein Berglaufteilnehmer unterwegs oberhalb vom Höfli.

Reto Martin (Steckborn, 28. April 2018)

Herr Eggenberger, haben Sie einen Insider im Bundesrat?

Moritz Eggenberger: Nein, schön wär's.

Dann wissen Sie ebenso wenig, ob und wann die Schutzmassnahmen rund ums Coronavirus wieder gelockert werden?

Ja, so ist es.

Ist es bei einem aktuellen Versammlungsverbot von maximal 15 Personen nicht fahrlässig, einen Berglauf mit bis zu 350 Läuferinnen und Läufern zu planen?

Moritz Eggenberger, OK-Präsident Berglauf Steckborn.

Moritz Eggenberger, OK-Präsident Berglauf Steckborn.

Bild: Donato Caspari

Wir haben uns im OK sachlich die Frage gestellt, ob wir mit der Organisation des diesjährigen Berglaufs starten wollen. Diese Frage haben wir mit Ja beantwortet und deshalb das Datum auf den 24. April festgesetzt. Konstanz bei diesem Traditionsanlass ist uns wichtig.

Das heisst, dass Sie voll auf die Karte Hoffnung setzen?

Ja, wir sind Optimisten. Wir wissen alle, dass unser Berglauf mit den derzeitigen Einschränkungen wohl wenig Sinn macht. Wir hoffen darauf, dass die Behörden bis Ende April die Schutzmassnahmen lockern und eine Laufveranstaltung in unserer Grösse möglich sein kann.

Sonst folgt nach der jetzigen An- die kurzfristige Absage?

Klar, aber das darf nur die allerletzte Massnahme sein. Wir starten jetzt die Planungen und hoffen, dass die Durchführung unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Regeln möglich ist. So wie es übrigens viele andere Organisatoren von Laufveranstaltungen wie etwa dem Halbmarathon in Zürich ebenfalls tun.

Haben Sie ein eigenes Schutzkonzept erarbeitet?

Damit sind wir derzeit beschäftigt. Schon jetzt ist sicher, dass die Läuferinnen und Läufer gestaffelt starten werden. Zudem verteilen sich die zusätzlichen rund 150 Besucher entlang der rund acht Kilometer langen Strecke mit zirka 300 Höhenmetern.

Letztmals konnte der Berglauf im Frühling 2019 mit dem Nussbaumer Marathonläufer Patrik Wägeli über die Bühne gehen.

Mit 30 Minuten und 28 Sekunden hat er sogar einen Rekord aufgestellt. Wir hoffen, dass wir dank unserer professionellen Organisation wieder Spitzenläufer anziehen können. Denn der Berglauf Steckborn gehört zu einem der ersten Läufe der Saison, weshalb er auch bei den Profis beliebt ist. Zudem erhalten die Spitzenathleten ein kleines Preisgeld und alle Teilnehmer ein kleines Finisherpräsent.

Können Sie das schon verraten?

Nein, das bleibt noch eine Überraschung.

Alle Informationen zum Berglauf unter: www.berglauf-steckborn.ch