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Vier Stimmen im «Haus zur Glocke» in Steckborn

Im «Haus zur Glocke» in Steckborn kommt am Samstag, 18. Oktober, das Werk «Schaulager» von Ulrich Gasser zur Uraufführung.
Christof Lampart
Kuratorin Judit Villiger betrachtet die Partitur des Tenors, die bei der Uraufführung von «Schaulager» benötigt wird. Bild: Christof Lampart

Kuratorin Judit Villiger betrachtet die Partitur des Tenors, die bei der Uraufführung von «Schaulager» benötigt wird. Bild: Christof Lampart

Ulrich Gasser ist ein bekannter Name in der zeitgenössischen Musik. Dass der gebürtige Frauenfelder Komponist seit zwei Jahren wieder im Thurgau wohnt, rückte ihn wieder ins Bewusstsein von Judit Villiger, die im «Haus zur Glocke» an der Seestrasse 91 in Steckborn kuratorisch wirkt, dabei in Ausstellungen und Projekten verschiedene Kunstrichtungen befruchtend zusammenbringt.

Die Uraufführung von «Schaulager» ist genau so ein Versuch. Das Werk ist der fünfte von insgesamt sechs Teilen der seit Ende September im «Haus zur Glocke» laufenden Ausstellung «Sammeln – Ansammeln».

Wo Schöpfer schöpfen

Nach der Uraufführung des Werks «Schaulager» wird das schöpferische Ehepaar Ulrich Gasser (Komposition und Text) und Eva Tobler Gasser (Text) noch anderweitig «schöpferisch» tätig sein. Die beiden servieren sämtlichen Besucherinnen und Besuchern, die noch länger bleiben wollen und hungrig sind, gegen Entgelt «Evas und Uelis Sterntaler-Suppe» in der Wirtschaft zur Glocke. (art)

«Schaulager» vermittelt nicht nur Klangkunst, sondern verweist zudem explizit auf die Werke von Sabrina Barbieri, Philippe Mahler, Maya von Moos und Sara Rossi, die in der «Glocke» mit gemalten sowie computergenerierten Bildern und Fotos aufwarten. Dabei steht spürbar das übergeordnete Ansinnen im Vordergrund, den Umgang mit dem Potenzial des Vorhandenen zu thematisieren.

Gasser hat mit «Schaulager» ein Werk für vier Stimmen eigens für diese Ausstellung geschaffen, handelt es sich doch dabei um ein Auftragswerk Villigers.

«Mir war es wichtig, dass Ueli Gasser ein Werk schaffen sollte, das mit den in vier Räumen hängenden Partituren ein Teil der eigentlichen Ausstellung ist»

sagt die Kuratorin. Und tatsächlich: In den Räumen, wo die Aufführung stattfindet, sind die Anweisungen für die Sängerinnen und Sänger auf vier langen Textbahnen ausgestellt, die teilweise bis zum Boden reichen.

Klänge aus verschiedenen Richtungen erleben

Wer also möchte, kann sich bereits im Voraus über den Inhalt des Werkes vor Ort informieren. Dabei hat jede Stimme der vier Solistinnen und Solisten (Catriona Bühler, Sopran; Ulrike Andersen, Alt; Daniel Bentz, Tenor; Niklaus Kost, Bariton) ihren eigenen Text, obwohl alle vier Texte gleich gebaut sind. Somit wird bei der Uraufführung eine Stimm-Collage aus vier Räumen an die Ohren des Auditoriums dringen.

Wer will, kann sich während des Konzertes von einem Zimmer ins Nächste begeben – einfach deshalb, damit man die Klänge aus verschiedenen Richtungen in verschiedener Intensität als Teil der Ausstellung wahrnehmen kann. Die Besucher werden von den Sängern sogar dazu aufgefordert, denn am Anfang deklamiert beziehungsweise singt beispielsweise der Sopran wie folgt:

«Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das ‹Schaulager› in der ‹Glocke› will neue Sammler werben. […] Bewegen Sie sich also ungeniert in der ‹Glocke›, als ob Sie bei sich zu Hause wären…»

Damit das Publikum nicht einfach eine überwältigende Geräuschkulisse über sich ergehen lassen muss – denn die Stimmen sind mal leise, mal laut, halten sich zuweilen an völlig anderen Orten in der Partitur auf, um dann plötzlich wieder einheitlich zum Sterntaler-Quartett zusammenzufinden – wird Ulrich Gasser zu Beginn des Abends eine Einführung ins Werk und in die Absicht geben, welche dem Vortrag des sprechenden und singenden Vokalquartetts zugrunde liegt. Die Vorführung selbst wird gut 40 Minuten dauern, so dass die äusserst präzis getaktete Performance nach gut einer Stunde beendet sein wird.

Hinweis: Die Uraufführung von «Schaulager» findet am Samstag, 18. Oktober, um 17 Uhr im «Haus zur Glocke» in Steckborn statt. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte geführt.

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