Vier Kündigungen: Münchwiler Verein Villa Sutter will Café verpachten

Laut dem Vereinsvorstand war das Café Sutter nicht rentabel. Weil er zudem die Verantwortung über die Gastronomie abgeben möchte, ist der Betrieb nun zur Verpachtung ausgeschrieben. Das Arbeitsverhältnis mit den bisherigen Mitarbeiterinnen wurde aufgelöst.

Roman Scherrer
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Das Café Sutter soll ab Anfang Mai von einem Pächter betrieben werden.

Das Café Sutter soll ab Anfang Mai von einem Pächter betrieben werden.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein «einzigartiges gepflegtes Ambiente», «wunderschöner Garten mit Blick auf den idyllischen Park». An positiven Beschreibungen mangelt es nicht in der Mitteilung, welche der Münchwiler Verein Villa Sutter diese Woche veröffentlicht hat. Hintergrund ist allerdings eine unpopuläre Entscheidung des Vereinsvorstands. Dieser will das hauseigene Café Sutter ab kommendem Mai verpachten.

Dem derzeitigen Café-Personal – vier Mitarbeiterinnen mit insgesamt 240 Stellenprozenten – wurde entsprechend gekündigt, wie Vereinspräsident Bruno Wick auf Anfrage bestätigt: «Wir haben mit den Mitarbeitern Gespräche geführt und ihnen mitgeteilt, dass wir das Arbeitsverhältnis per Ende April auflösen.»

Das Inserat, mit dem ein neuer Pächter gesucht wird, ist bereits veröffentlicht. Grund für diesen Schritt seien betriebswirtschaftliche Überlegungen, erklärt Wick. So habe man nach Analyse der Zahlen festgeststellen müssen, dass das Café in dieser Form für den Verein nicht rentabel ist. Bruno Wick ergänzt:

«Das liegt nicht an den Mitarbeiterinnen, sie haben ihr Möglichstes getan. Es liegt am falschen Konstrukt.»
Bruno Wick  Präsident Verein Villa Sutter

Bruno Wick
Präsident Verein Villa Sutter

(Bild: PD)

Damit meint er unter anderem, dass der Vereinsvorstand derzeit für das Café zuständig ist. Es sei aber für das Gremium kaum möglich, die gesamte Verantwortung über einen solchen Betrieb zu übernehmen und ihn wirtschaftlich zu führen, da es aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht und nicht über das nötige Fachwissen verfügt. «Wir sind keine Gastronomen», sagt Wick. Zudem habe ein Pächter grundsätzlich eine ganz andere Motivation, einen Betrieb wirtschaftlich zu führen als jemand, der angestellt ist.

Pächter soll auch Anlässe durchführen

Deshalb möchte der Vereinsvorstand per Anfang Mai die Verantwortung über das Café einer Pächterin oder einem Pächter übergeben – für monatlich 1500 Franken. «Es geht uns nicht primär darum, einen hohen Pachtzins zu haben», betont Wick. Wichtig sei, dass der künftige Betreiber Erfahrung in der Gastronomie hat und ein innovatives Konzept vorlegt.

«Das Café steht schliesslich in Konkurrenz mit lokalen Gastrobetrieben.»

«Wir sind überzeugt, dass das Café erfolgreich geführt werden kann, wenn der Pächter seine Kreativität walten lässt», sagt Wick. Das hätten auch die Veranstaltungen in den vergangenen Monaten gezeigt. Die Organisation und Durchführung der kulturellen Anlässe will der Vorstand aber ebenfalls der Pächterin oder dem Pächter übergeben. «Das wird eine Auflage im Vertrag sein, die ebenfalls entschädigt wird», erklärt Bruno Wick.

Der Vereinspräsident ist optimistisch, dass der Vorstand und der künftige Pächter Synergien werden nutzen können. Gerade bei Kunstausstellungen, die weiterhin der Verein Villa Sutter koordinieren wird. «Bei allem, was die Gastronomie betrifft, werden wir aber sicher nicht dreinreden.»

Mitarbeiterinnen überlegen sich Bewerbung

Die Mitarbeiterinnen, die seit rund vier Jahren das Café Sutter betreiben, seien natürlich enttäuscht gewesen, als man ihnen die Entscheidung mitteilte.

«Wir wissen ja, dass es eigentlich gut war. Nur ist es finanziell nicht aufgegangen.»

Das Team habe aber auch die Möglichkeit, sich für die Pacht des Cafés Sutter zu bewerben. «Sie machen sich nun entsprechend Gedanken über diesen Schritt.» Bisher haben sich laut Bruno Wick bereits einige Interessenten gemeldet.