Der Kreisel ist zurück im Spiel - FDP Sirnach überzeugt Gemeindeversammlung

Nicht traktandierte Themen dominierten am Dienstagabend die Sirnacher Gemeindeversammlung.

Olaf Kühne
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Obwohl die Sirnacher den Zusatzkredit abgelehnt haben: Über das Kreisel-Provisorium am Knoten Winterthurerstrasse/Q20 werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erneut befinden. Dieses Mal an der Gemeindeversammlung anstatt an der Urne.

Obwohl die Sirnacher den Zusatzkredit abgelehnt haben: Über das Kreisel-Provisorium am Knoten Winterthurerstrasse/Q20 werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erneut befinden. Dieses Mal an der Gemeindeversammlung anstatt an der Urne.

(Bild: Roman Scherrer)

Um 20.45 Uhr eröffnete Kurt Baumann die Diskussion zum letzten ordentlichen Traktandum, dem Budget 2020 der Einheitsgemeinde Sirnach.

Ein gleichbleibender Steuerfuss, ein fast ausgeglichener Haushalt, kaum Traktanden und eine geringe Stimmbeteiligung liessen im Vorfeld nicht erahnen, dass die diesjährige Budgetversammlung dann doch noch zwei Stunden dauern würde. Eine ganze Reihe von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern meldete sich zu Wort, wobei nicht immer sofort klar wurde, ob sich die Voten auf das Budget beziehen – oder eben nicht.

Vergangene Abstimmungen kristallisierten sich alsbald als Hauptthemen des Abends heraus. Eine davon liegt gerade mal fünf Wochen zurück: Am 10. November schickten die Sirnacher einen Zusatzkredit für das Strassenprojekt «Spange Hofen Plus» an der Urne deutlich bachab. In der Folge habe man bemerkt, begründete am Dienstagabend FDP-Präsident Roger Piberauer seinen Antrag, dass die Stimmbürger das unterbreitete Gesamtpaket zwar nicht goutiert hätten, den darin enthaltenen Kreisel am Knoten Q20/Winterthurerstrasse hingegen durchaus befürworteten.

Kreisel kommt erneut zur Abstimmung

Nach kurzer Diskussion unterstützte eine Zweidrittelmehrheit den FDP-Antrag, wonach der Sirnacher Gemeinderat den Kreisel an der kommenden Gemeindeversammlung erneut unterbreiten muss. Der Gemeindeanteil am 1,25-Millionen-Bau dürfte den Sirnacher Steuerzahler dereinst 600'000 Franken kosten.

Um wesentlich weniger Geld ging es beim Budgetänderungsantrag einer Stimmbürgerin: Sie wünschte drei Grünabfuhren im Winter. Wohl nicht zuletzt die zusätzlichen Kosten von 45'000 Franken liessen das Anliegen scheitern. Völlig chancenlos blieb auch der Antrag eines weiteren Bürgers, den Steuerfuss hinsichtlich der künftigen Projekte – quasi auf Vorrat – von 150 auf 155 Prozent anzuheben.

Ebenfalls auf eine frühere Abstimmung zurückkommen wollte zudem der Stimmbürger, der die Projektierung der neuen Dreifachturnhalle Birkenweg mit und ohne Tiefgarage wünschte – wegen der Kosten und wegen der «Klimahysterie». Doch der Souverän, der vor zwei Jahren die Aufnahme einer Tiefgarage in die Planung gewünscht hatte, blieb bei seiner Meinung.

Nostalgie bekundeten die Sirnacher bezüglich ihrer Weihnachtsbeleuchtung – auch wenn es sich nur um eine sogenannte Konsultativabstimmung des Gemeinderates handelte. Eine überdeutliche Mehrheit will die 24-jährigen Kerzen behalten. Dass das 32-Millionen-Budget mit einem Defizit von 365'000 Franken und unverändertem Steuerfuss einstimmig genehmigt wurde, verkam dabei fast zur Randnotiz.

Champagner zum Jubiläum: Vize Samuel Mäder stösst mit Gemeindepräsident Kurt Baumann auf dessen 20 Amtsjahre an.

Champagner zum Jubiläum: Vize Samuel Mäder stösst mit Gemeindepräsident Kurt Baumann auf dessen 20 Amtsjahre an.

(Bild: Olaf Kühne)

So konnte Revierförster Claude Engeler schliesslich doch noch sein Köhlerfest vom kommenden Juni vorstellen. Und Vizegemeindepräsident Samuel Mäder konnte endlich mit Gemeindepräsident Kurt Baumann auf dessen 20-Jahre-Dienstjubiläum anstossen.

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