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«Vielleicht werfen die HC-Thurgau-Fans für uns ja auch Tintenfische aufs Eis»

Die beiden US-Amerikaner Kenny Ryan und Cody Wydo bilden in der Saison 2018/19 das Ausländerduo des HC Thurgau. Beim Einkaufen stossen die beiden 27-Jährigen derzeit auf ihre grössten Herausforderungen in der Schweiz. Auf dem Eis gelten die beiden Jungs aus Detroit, Michigan, als abgebrühte Skorer.
Matthias Hafen
Kenny Ryan (links) und Cody Wydo spielten vergangene Saison beim gleichen Club in der East Coast Hockey League und verstehen sich auch neben dem Eis gut. (Bild: Mario Gaccioli

Kenny Ryan (links) und Cody Wydo spielten vergangene Saison beim gleichen Club in der East Coast Hockey League und verstehen sich auch neben dem Eis gut. (Bild: Mario Gaccioli

Kenny Ryan, Cody Wydo, Sie wagen zum ersten Mal in Ihrer Karriere den Sprung nach Europa. Weshalb? Und weshalb jetzt?

Cody Wydo: Ich bin noch jung, zwar verheiratet, aber muss mich noch um keine Kinder kümmern. Deshalb ist es der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt. Zudem hat das Schweizer Eishockey in den USA einen guten Ruf.

Kenny Ryan: Auch ich bin verheiratet und habe keine Kinder. Das Timing fühlte sich richtig an. Ich wollte schon immer hierher kommen, um die europäische Kultur kennen zu lernen und eine ganz neue Erfahrung im Leben zu machen.

Und wieso ausgerechnet zum HC Thurgau?

Kenny Ryan: Ich spürte, dass der Club sehr an mir interessiert ist. Zudem habe ich noch nichts Schlechtes über die Schweiz gehört und gelesen.

Cody Wydo: Das Gleiche gilt für mich. Jeder schwärmt von der Schönheit der Schweiz, wenn man über dieses Land redet. Da ist es doch cool, wenn du diese Chance erhältst.

Wie gut kennen Sie das Schweizer Eishockey?

Cody Wydo: Ich weiss von Freunden, dass in den Topligen der Schweiz weniger physisch gespielt wird, dafür mehr technische Fertigkeiten und Tempo gefragt ist. Das passt für mich.

Kenny Ryan: Aber wenn du von den USA nach Europa übersiedelst, ist das ein Riesenschritt, auf den du dich nicht genug vorbereiten kannst. Insofern wird hier Vieles neu sein für uns.

Etwa die grössere Eisfläche?

Cody Wydo: Zum Beispiel. Du hast hier mehr Zeit und Raum. Der gegnerische Verteidiger greift dich nicht immer sofort an.

Kenny Ryan: Mehr Zeit und Raum für Kreativität. Ich mag das.

Das Publikum erwartet von den Ausländern in der NLB Tore, Tore und noch mehr Tore. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Kenny Ryan: Ich denke, wir sind erfahren genug dafür. Ich steige jetzt in meine siebte Profisaison und bin mir einiges gewohnt. Der Druck ist auch in Nordamerika gross. Dort hat es so viele Spieler, dass du sofort ersetzt wirst, wenn du die Leistung nicht bringst.

Cody Wydo: Ich denke auch, dass uns die Erfahrung hilft. Ich steige jetzt in mein viertes Profijahr und habe zuvor auf höchstem Universitätslevel gespielt.

Sie, Cody, sind der beste Torschütze in der Geschichte der Robert Morris University. Was bedeutet Ihnen das?

Cody Wydo: Es zeigt, dass ich einen guten Torinstinkt habe – wie Kenny auch. Das trägt natürlich zum Selbstvertrauen bei.

Was können Sie zum Erfolg des HC Thurgau beisteuern?

Kenny Ryan: Siege!

Cody Wydo: Stimmt. Wir spielten vergangene Saison bei den Wheeling Nailers in der East Coast Hockey League zusammen. Ich denke, es ist ein Vorteil, dass wir uns auf dem Eis bereits kennen.

Werden Sie beim HCT in einer Sturmlinie spielen?

Cody Wydo: Das muss der Trainer entscheiden. Für uns spielt das nicht so eine Rolle.

Kenny, Sie spielten vergangene Saison nur neun Partien für Wheeling. Weshalb?

Kenny Ryan: Ich habe mich am Bein verletzt. Aber keine Sorge, das ist jetzt über neun Monate her. Die Sache ist ausgeheilt.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele für die Saison 2018/19?

Kenny Ryan: Ich versuche in erster Linie, ein grossartiges Jahr zu haben hier. Mein Ziel ist es, noch ein paar weitere Jahre in Europa anzuhängen.

Cody Wydo: Das sehe ich auch so. Natürlich wäre es schön, wenn wir uns irgendwann einmal für die höchste Schweizer Liga empfehlen könnten. Aber vorerst sind wir beim HC Thurgau und geben alles für den Club.

Träumt man als 27-jähriger Eishockeyprofi aus Amerika noch von der NHL?

Kenny Ryan: Dieser Traum ist wohl nie ausgeträumt. Wer weiss, wenn wir unseren Job besonders gut erledigen? Aber dort, wo ich in meiner Karriere stehe, stimmt es für mich in Europa. Hier will ich eine ganz neue Lebenserfahrung machen.

Cody Wydo: Die NHL ist bei jedem amerikanischen Eishockeyprofi im Hinterkopf. Immer. Aber ich lege wie Kenny den Fokus auf meine Aufgabe in Europa. Das war meine Entscheidung.

Sie sind beide in Michigan aufgewachsen und wohnen noch dort. Inwiefern hat Sie das geprägt?

Cody Wydo: Dank der Detroit Red Wings ist der Bundesstaat ziemlich eishockeyverrückt. Wenn du dort nicht Football-Fan bist, dann Eishockey-Fan.

Kenny Ryan: Ich wuchs in einer Football-Familie auf, habe den Weg aber trotzdem zum Eishockey gefunden. Die Sportbegeisterung in Michigan prägt einen schon.

In Detroit gibt es den Brauch, dass die Fans des NHL-Teams Red Wings im Playoff tote Tintenfische aufs Eis werfen. Haben Sie auch schon mal einen geworfen?

Kenny Ryan: Nein, aber ich war schon an Red-Wings-Partys dabei, wo Leute einen mitgebracht haben. Vielleicht werfen die Thurgauer Fans ja bald auch Tintenfische aufs Eis für die beiden Jungs aus Detroit. (lacht)

Was macht Ihnen in der Schweiz am meisten zu schaffen?

Kenny Ryan: Es ist eine ziemlich grosse Herausforderung, wenn du im Laden stehst und einfach nichts von dem verstehst, was auf den Packungen steht. (lacht)

Cody Wydo: Die Sprachbarriere ist noch die grösste Herausforderung. Aber sonst ist das tägliche Leben ähnlich wie in den USA. Zudem sprechen hier viele Leute in paar Brocken Englisch. Das hilft uns sehr.

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