Interview
«Viele haben schon ihre Behälter bereitgestellt»: Unverpackt-Laden in Frauenfeld öffnet nach pandemiebedingter Verzögerung

Die Füllstation Frauenfeld hätte bereits Ende April eröffnen sollen, doch dann kam die Coronapandemie. Eliane Hirschi, Präsidentin des Vereins, der hinter dem Laden für unverpackte Produkte steht, erzählt, wie das Team die Zeit genutzt hat.

Rahel Haag
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Unverpackt-Läden, in denen Produkte in selber mitgebrachten Glasgefässen (im Bild) und ohne Abfall gekauft werden können, erleben enorm Zuwachs.

Unverpackt-Läden, in denen Produkte in selber mitgebrachten Glasgefässen (im Bild) und ohne Abfall gekauft werden können, erleben enorm Zuwachs.

Bild: Marc B. Sprunger

Ist in der Füllstation Frauenfeld alles bereit für die Eröffnung am 6.Juni?

Grundsätzlich ja. In den vergangenen Tagen haben wir damit begonnen, die Produkte in unsere Glassilos abzufüllen. Anschliessend werden wir sie mit Preisschildern versehen, den Laden noch hübsch gestalten und erste Testeinkäufe machen. Wir wollen sichergehen, dass die Kasse funktioniert. Wir sind tatsächlich im Endspurt, nun fehlt nur noch der Feinschliff.

Es tönt, als wären bei Ihnen noch Handwerker zugange.

Stimmt. Gerade werden noch die Treppenstufen abgeschliffen. Die Coronapandemie hat dazu geführt, dass sich einiges verzögert hat.

Eliane Hirschi. Initiantin der Füllstation Frauenfeld.

Eliane Hirschi. Initiantin der Füllstation Frauenfeld.

Bild: Andrea Stalder

Die Eröffnung war ursprünglich auf Ende April geplant.

Für uns war es schade, dass wir den Laden nicht damals schon aufmachen konnten. Gleichzeitig hatte es auch Vorteile.

Inwiefern?

Wir hatten Zeit, unsere Produzenten zu besuchen und besser kennen zu lernen.

Es ist uns wichtig, dass diese aus der Region stammen.

Unter anderem waren wir in der Kartause Ittingen, wo wir den Tee direkt mit unseren eigenen Dosen abholen konnten. Das war ein Highlight.

Wie haben die potenziellen Kunden auf die Verschiebung reagiert?

Viele kamen im Trompetenhüsli vorbei und erzählten uns, dass sie zu Hause schon ihre Behälter bereitgestellt hätten.

Einige Kinder sagten, dass sie sich schon darauf freuten, bei uns bald Gummibärli abfüllen zu können.

Die Rückmeldungen waren bisher positiv, und ich habe den Eindruck, dass sich das Angebot herumspricht.

Sie haben sich dafür entschieden, eine stille Eröffnung durchzuführen.

Genau, wir hoffen aber, dass wir das geplante Einweihungsfest nachholen können. Auf Grund der Pandemie haben wir ein Schutzkonzept erarbeitet. Es dürfen sich gleichzeitig jeweils zwei Kunden und eine Verkaufsperson im Laden aufhalten. Zudem werden wir regelmässig das Schöpfbesteck desinfizieren. Was uns sehr freut, ist, dass wir gemeinsam mit dem Bistro Hansi eröffnen können.

Was wünschen Sie sich für die stille Eröffnung?

Ich hoffe auf viele begeisterte Kunden und spannende Gespräche. Darüber hinaus bin ich auf die Rückmeldungen gespannt. Wir sind offen für Kritik und Vorschläge. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kunden zu wachsen und uns zu entwickeln.