Viel Musik vor malerischer Kulisse bei «Musig i dä Stadt» in Frauenfeld

Trotz zeitweisen Regens übers Wochenende überzeugte das Frauenfelder Musikfestival «Musig i dä Stadt». Sowohl am Freitag als auch am Samstag zog der Anlass jeweils rund 500 Zuschauer an. Und auch die Bands vermochten zu gefallen, wie die Besucher verraten.

Chris Marty
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Das Winterthurer «Pullup Orchestra», bei welchem mit Sam und Phil Labhart auch zwei Steckborner mitspielen, bringen auf der Bühne Stimmung in die Freie Strasse. (Bilder: Chris Marty/frauenfeldevents.ch)

Das Winterthurer «Pullup Orchestra», bei welchem mit Sam und Phil Labhart auch zwei Steckborner mitspielen, bringen auf der Bühne Stimmung in die Freie Strasse. (Bilder: Chris Marty/frauenfeldevents.ch)

Nach dem letzten verregneten «Musig i dä Stadt» und der Dislokation ins Eisenwerk entschieden die Organisatoren, das beliebte Open Air trotz kritischer Wetterprognosen dieses Jahr wie geplant in der Freie Strasse durchzuführen: «Jedes Jahr kann es nicht regnen!» lacht Marco Kern, der Vereinspräsident des organisierenden Vereins am späteren Samstagabend. Er hatte, zumindest teilweise Recht: Am Samstag hielt Petrus, abgesehen von wenigen Tröpfchen, die Schleusen dicht.

Ursprünglich hiess der Anlass «Sommer in Frauenfeld» und bot Veranstaltungen mit verschiedenen Kulturstilen. Den Abschluss bildeten die Konzerte auf dem Konviktparkplatz. Zum letzten Mal vor sieben Jahren. Daraus entstand die Idee, etwas rein Musikalisches in der Altstadt mit den malerischen Häuserzeilen aufzubauen.

Das Trio «Café chez Lili». (Bilder: Chris Marty/frauenfeld-events.ch)
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Das «Pullup Orchestra».

Das Trio «Café chez Lili». (Bilder: Chris Marty/frauenfeld-events.ch)

Extra Wiedervereinigung der Band Dow Jones

«Musig i dä Stadt» ist für Einheimische als Gegenpol zum grossen Frauenfelder Open Air gedacht. In die Freie Strasse geladen sind jeweils regionale Bands oder Musikgruppen mit einem Bezug zu Frauenfeld. Wie jedes Jahr waren es vier Konzerte am Freitag und sechs am Samstag. «Nach 20-jähriger Pause, haben sich ‹Dow Jones› eigens für den Anlass wieder formiert. Das Konzert war eines der Freitagshighlights», strahlt Kern. Zu den Höhepunkten zählten dieses Jahr auch die Auftritte von «Los Yukas» am Freitag und jener des «Pullup Orchestra» am Samstag. «Mit rund 400 Besuchern kam auch der samstägliche Kindernachmittag mit ‹Marius & Die Jagdkapelle› sehr gut an», berichtete Kern. Stilmässig orientieren sich die Organisatoren quer durch alle Musikstile:

«In erster Linie muss uns das Line-Up gefallen und die Qualität stimmen»

erläutert Kern. Die Belebung der Altstadt liege ihnen aber ebenfalls am Herzen, ergänzt er. Lori Stauber (28) ist beeindruckt: «Die Stimmung ist sehr gut und das Publikum setzt sich quer durch alle Altersklassen zusammen. Die momentane Musik ist zwar nicht gerade mein Stil, aber ich bin offen für Neues», lacht sie. Begeistert ist auch Markus Gantner (28). Die Musik gefalle ihm und der Anlass belebe die Stadt, sagt er: «Es ist mal was anderes!» Sandra Reusser (27) war bereits am Nachmittag mit ihrem «Gottemeitli» am Kinderkonzert und findet ebenfalls nur lobende Worte. Es war ihr drittes «Musig i dä Stadt», aber nicht ihr letztes: «Es dürfte noch mehr Kulturelles geben in der Stadt, aber die Richtung stimmt.»

Sie reisten auch, aber nicht nur wegen des «Pullup Orchestra» an: Silvia Appert, Patrick Helg und Fabio Meier.

Sie reisten auch, aber nicht nur wegen des «Pullup Orchestra» an: Silvia Appert, Patrick Helg und Fabio Meier.

Ebenfalls einen guten Eindruck mit der ausgelassenen Stimmung und der lockeren Atmosphäre hinterlässt das Open Air bei Silvia Appert (28, alle Frauenfeld). Der Zufall und die Bekanntheit des «Pullup Orchestra» trieb Patrick Helg (23) von Märstetten nach Frauenfeld. Er begrüsst die regionale Ausrichtung des Festivals und meint: «Ich werde wieder kommen!» Spontan angereist war Fabio Meier (28, Winterthur). Auch ihm gefielen die «Pullup’s» und vor allem die malerische Kulisse inmitten der Altstadt. Gerne hätte er noch etwas mehr Zuhörer gesehen. Dem entgegnet Marco Kern: «Mit 500 Besuchern pro Abend haben wir eine ideale Grösse erreicht. Noch grösser brächte einen organisatorischen Mehraufwand.»

Dank der Stimmung der Musik gefällt es Lori Stauber, Markus Gantner und Sandra Reusser bei «Musig i dä Stadt».

Dank der Stimmung der Musik gefällt es Lori Stauber, Markus Gantner und Sandra Reusser bei «Musig i dä Stadt».

Einmalige Rückkehrer beim Frauenfelder «Musig idä Stadt»

Folk, Brass-Hip-Hop und Kinderlieder: Bei «Musig i dä Stadt» in lassen dieses Wochenende zehn Bands die Frauenfelder Altstadt erklingen. So stehen auch die Ohrwurm-Rocker von Dow Jones auf der Bühne – erstmals nach 17 Jahren.
Mathias Frei

Frauenfelder Kulturfonds ist Steigbügel für Kunst und Musik

Seit 2003 führt die Stadt Frauenfeld einen Kulturfonds. Aus diesem Kässeli gibt es Anschubfinanzierungen für grössere Projekte. Auch das Freiluftfestival «Musig i dä Stadt» am ersten Septemberwochenende erhält für die kulturelle Belebung der Altstadt einen Beitrag.
Mathias Frei