Vertrauensbruch: EHC Frauenfeld trennt sich mitten in Playoff-Final von Trainer Kevin Schüepp – Andy Küng übernimmt

0:2 liegen Frauenfelds 1.-Liga-Eishockeyaner im Playoff-Final gegen den EHC Wetzikon zurück. Vor dem dritten und vielleicht schon letzten Finalspiel am Dienstagabend wechseln die Thurgauer den Trainer aus - nicht aus sportlichen Gründen.

Matthias Hafen
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Kevin Schüepp ist per sofort nicht mehr Trainer des EHC Frauenfeld.

Kevin Schüepp ist per sofort nicht mehr Trainer des EHC Frauenfeld.

Mario Gaccioli (29. Januar 2020)

Die Meldung machte die Runde, bevor der EHC Frauenfeld darüber informieren konnte. Am Sonntag, nur einen Tag nach der zweiten Niederlage im Playoff-Final gegen Wetzikon wurde Headcoach Kevin Schüepp freigestellt. Am Montagabend trainierte bereits Andy Küng die Mannschaft. Michael Roth, Sportchef des Qualifikationssiegers in der 1.-Liga-Ostgruppe betont, dass nicht sportliche Gründe zur Trennung geführt hätten. «Von aussen sieht es nun so aus, als ob wir wegen des 0:2-Rückstands in der Best-of-five-Serie nervös geworden wären. Aber das ist es nicht. Wir wären gerne mit Kevin Schüepp ins dritte Spiel gegangen.»

Für weitere Auskünfte verweist Sportchef Roth auf die Mitteilung, die der Club infolge des Trainerwechsels verfasst hat. In dieser heisst es: «In Zusammenhang mit Ereignissen nach Spielende in Wetzikon wurden Grundwerte verletzt, für welche der EHC Frauenfeld einsteht. In der Folge konnte das Vertrauensverhältnis (zwischen Trainer Schüepp und der Mannschaft, Red.) nicht mehr wiederhergestellt werden.»

Der Assistenzcoach musste auch gehen

Aus verschiedenen Kreisen war zu vernehmen, dass der reumütige Schüepp eigene Teammitglieder beleidigt hat. Und das angeblich mittels Handynachricht, die er in einem falschen Gruppen-Chat publiziert haben soll. Letzteres ist aber nicht bestätigt. Mit Schüepp musste auch Assistenztrainer Ivo Frischknecht per sofort gehen. «Er war nicht in die erwähnten Ereignisse involviert», sagt Sportchef Roth. «Um jedoch befreit in die kommenden Spiele steigen zu können, wurde er ebenfalls freigestellt.»

Der EHC Frauenfeld bestreitet am Dienstagabend um, 20Uhr, das dritte Finalspiel vor heimischem Publikum. Jede weitere Niederlage in dieser Serie würde das Saisonende und das Verpassen des Aufstiegs in die MySports League bedeuten. Mit Andy Küng an der Bande hoffen die Frauenfelder nun zurück in die Erfolgsspur zu finden. Der gebürtige Frauenfelder ist aktuell Nachwuchschef des Vereins und Headcoach der U15 Elit. Für seinen interimistischen Wechsel zur ersten Mannschaft des EHC Frauenfeld wurde Küng vom Nachwuchspartner HCT Young Lions freigegeben. Auskunft wollte Küng auf eigenen Wunsch nicht geben. Ihm zur Seite stehen wird Marco Kurzbein. Der ehemalige Spieler des EHC Frauenfeld arbeitet ebenfalls im Nachwuchs des Vereins.

Der EHC Frauenfeld muss aufsteigen

Im Thurgauer Eishockey kommt es zu einem ambitionierten und wegweisenden Projekt. Der 1.-Liga-Club Frauenfeld peilt in Kooperation mit dem HC Thurgau einen Platz in der MySports League an - am liebsten schon diese Saison.
Matthias Hafen