Verlierer im Bezirk Frauenfeld: Bei der SP hat's zu viele Rosen, während die BDP auf den tröstlichen Champagner verzichtet

Im Hauptstadt-Bezirk verlieren die Sozialdemokraten ihren fünften Sitz. Bei der BDP verpasst Roland A.Huber als einziger Mandatsträger im Bezirk die Wiederwahl.

Mathias Frei
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Marianne Guhl, Präsidentin SP Bezirk Frauenfeld.

Marianne Guhl, Präsidentin SP Bezirk Frauenfeld.

(Bild: PD)

Marianne Guhl wollte eigentlich jeder gewählten Person aus dem Bezirk Frauenfeld eine Rose überreichen. Sieben rote Blumen waren bereit, für sechs Grossräte und Regierungsrätin Cornelia Komposch, die in Steckborn wohnt. Der Wahlsonntag ist für die SP-Bezirkspräsidentin aber nicht nach Plan verlaufen. Eine Wahlfeier im kleinen Rahmen wurde kurzfristig abgesagt. Und statt eines Sitzgewinns von fünf auf sechs Mandate schlug das Pendel in die Gegenrichtung aus. Zwar schaffen die vier Bisherigen auf der Liste – Marianne Sax (Frauenfeld), Barbara Dätwyler (Frauenfeld), Christine Steiger (Steckborn) und Christian Koch (Matzingen) – die Wiederwahl. Der Sitz des langjährigen Grossrats Walter Hugentobler, der nicht mehr zu Wahl angetreten ist, jedoch geht verloren. Minus ein Sitz. Nachdem man schon vor vier Jahren ein Mandat verloren hatte.

«Ich bin enttäuscht», sagt Bezirkspräsidentin Guhl. Die grüne Grosswetterlage habe der SP geschadet. «Obwohl wir schon seit über 40 Jahren Klimapolitik machen.» Zudem habe die Sozialdemokratie in Europa derzeit einen schweren Stand. An Präsenz habe es im Wahlkampf nicht gefehlt, urteilt Guhl.

«Wir haben uns bemüht, bei den Leuten zu sein.»

Man müsse sich fragen: «Sterben unsere älteren SP-Wähler je länger je mehr weg? Und wieso können wir die Jungen nicht vermehrt mobilisieren?» Ein kleiner Trost sei, dass die Bisherigen die Wiederwahl geschafft hätten. «Denn sie leisten sehr gute Arbeit.» Ebenfalls als erfreulich sei der Umstand zu werten, dass Kandidierende von Untersee und Rhein auf den ersten Ersatzplätzen gut vertreten seien.

«Sitzverlust ist nicht unerwartet»

Roland A. Huber, nicht wiedergewählter BDP-Kantonsrat

Roland A. Huber, nicht wiedergewählter BDP-Kantonsrat

Bild: PD

Die BDP ist die zweite Verliererin im Bezirk Frauenfeld. Ihr einziger Vertreter im Grossen Rat – der durchaus umtriebige Roland A. Huber aus Frauenfeld – hat die Wiederwahl nicht geschafft. In kleiner Runde habe man sich im Café Hirt in Frauenfeld getroffen, sagt Vizebezirkspräsident Gabriel Herzog. Sinnbildlich: Um 18 Uhr war Schluss, weil das Restaurant dann schliesst.

«Wir machen jetzt natürlich keinen Champagner auf.»

Das meint Herzog gefasst. Die nationale Grosswetterlage mit Verlusten in anderen Kantonen habe auch im Thurgau gegen die BDP gesprochen. «Der Sitzverlust im Bezirk Frauenfeld ist deshalb nicht unerwartet, aber nicht weniger bedauerlich.» Es sei nun halt so, man könne nichts mehr daran ändern, meint Herzog.

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