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Interview

Verkehrspsychologe zu Raser-Delikten: «Es fehlt die Einsicht»

Raser gehen bewusst hohe Risiken ein, sagt der Verkehrspsychologe Joachim Kohler. Präventionskampagnen würden bei Uneinsichtigen nicht wirken.
Dinah Hauser
Joachim Kohler ist im Bereich der Verkehrs- und Neuropsychologie in Kreuzlingen tätig. (Bild: PD)

Joachim Kohler ist im Bereich der Verkehrs- und Neuropsychologie in Kreuzlingen tätig. (Bild: PD)

Joachim Kohler, wie kommt es, dass ein Raser auch nach mehreren Verurteilungen nicht einsichtig ist?

Die gesetzliche Definition eines Rasers ist, «wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich, indem er durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder waghalsiges Überholen auffällt oder an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen teilnimmt.» Das bedeutet, dass der Raser durch sein Verhalten sich und andere vorsätzlich gefährdet. Er macht also aus seiner Sicht nichts Falsches. Es fehlt die Einsicht, dass am Verhalten etwas nicht in Ordnung ist.

Was ist der Reiz am Rasen?

Das ist der Thrill der Schnelligkeit. Ein Raser möchte nicht nur Verfolgungsjagden und Rennen als Film konsumieren, sondern es auch selbst erleben. Da spielt auch die Selbstüberschätzung mit. Ein Raser meint, er habe alles im Griff und könne in einem kritischen Moment immer noch richtig reagieren.

Ein Frauenfelder Fahrlehrer sagt: «Fahren ist eine Charaktersache.» Wie stehen Sie zu dieser Aussage?

Das ist völlig richtig. Die Persönlichkeit eines Menschen bildet sich in der Kindheit und Jugend über viele Jahre hinweg aus und bleibt dann relativ stabil. Es gibt im Normalfall auch keinen Grund, daran etwas zu ändern. Änderungsprozesse an der Persönlichkeit dauern meistens Jahre und werden zum Beispiel durch dramatische Ereignisse ausgelöst. Ein langjähriger Führerausweisentzug bei einem jungen Mann kann ein solches dramatisches Ereignis darstellen. Eine andere Extremsituation wäre ein schwerer Verkehrsunfall im persönlichen Umfeld.

Wie wirken Präventionskampagnen gegen Raser?

Wenn die Einsicht beim Rezipienten nicht vorhanden ist, dann sind solche Kampagnen nutzlos. Der Raser stellt sein persönliches Bedürfnis nach Schnelligkeit bewusst über das Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit.

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