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«Verheerende Bilanz»: Frauenfelder Grünpolitiker monieren Energie- und Klimastrategie des Stadtrates

Die Stadt Frauenfeld hinkt bei ihrer Energie- und Klimastrategie hinterher. Diese Kritik äussern zwei Gemeinderäte, die nun mit 18 Mitunterzeichnenden eine Interpellation eingereicht haben.
Samuel Koch
Der Eingangsbereich zu den Frauenfelder Werkbetrieben. (Bild: Reto Martin)

Der Eingangsbereich zu den Frauenfelder Werkbetrieben. (Bild: Reto Martin)

Der energietechnische Schein trügt, wenn es nach der Meinung der beiden Gemeinderäte Irina Meyer und Michael Pöll geht. Obwohl die Stadt Frauenfeld erst im März als einzige Gemeinde im Kanton erneut mit dem Energiestadt-Gold-Label ausgezeichnet worden ist und weiterhin zu den besten Energiestädten der Schweiz gehört, kritisieren die Grünliberale und der Grüne die Energie- und Klimastrategie des Stadtrates.

Irina Meyer, Gemeinderätin GLP. (Bild: PD)

Irina Meyer, Gemeinderätin GLP. (Bild: PD)

Der Kritik verliehen sie Nachdruck mit ihrer an der Gemeinderatssitzung Ende August mit 18 Mitunterzeichnenden eingereichten Interpellation.

Demnach sei die Auszeichnung des Gold-Labels Energiestadt mit knapp vier Fünftel der maximal möglichen Punktzahl in den Beurteilungskriterien des nationalen Trägervereins «auf den ersten Blick ein guter Leistungsausweis und eine gute Ausgangslage für die Stadt Frauenfeld», schreiben die beiden Interpellanten.

«Bei genauerer Betrachtung stellen sich aber grundsätzliche Fragen bezüglich der Frauenfelder Energie- und Klimapolitik.»

Michael Pöll, Gemeinderat Grüne. (Bild: PD)

Michael Pöll, Gemeinderat Grüne. (Bild: PD)

Seit dem vor rund fünf Jahren erstellten Energierichtplan des Stadtrates habe sich die Diskussion über den Klimawandel grundlegend verändert. Obwohl sich auch die Schweiz verpflichtete, den durchschnittlichen Anstieg der Erdtemperatur deutlich unter den prognostizierten zwei Grad Celsius zu halten, finde die Frauenfelder Energie- und Klimapolitik bis dato vornehmlich auf Papier statt, monieren Meyer und Pöll.

Widersprüche zum Energierichtplan

Diese Kritik untermauern sie mit einem Blick auf die Dauerleistung pro Person, die gemäss Statistik der städtischen Energiefachstelle von 2009 und 2017 zwischen 6200 und 7200 Watt liegt. «Eine systematische Reduktion der Dauerleistung ist nicht erkennbar, auch nicht seit Inkraftsetzung des Energierichtplanes», heisst es im Interpellationsschreiben.

Ebenso verhalte es sich bei den CO2-Emissionen, die vor zwei Jahren bei elf Tonnen pro Person und «damit weit entfernt von den Zielen des Energierichtplanes» (aktuell bei zirka sieben Tonnen) lägen. Die Interpellanten halten fest:

«Diese verheerende Bilanz ist die Quittung für die langjährige erdgas- und autofokussierte Frauenfelder Politik.»

Deshalb stellen Meyer und Pöll dem Stadtrat über eine Handvoll Fragen, etwa betreffend seiner Haltung zur Forderung der Klimastreikbewegung von Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen bis 2030, zur Idee eines «Klima-Artikels» in der städtischen Gemeindeordnung oder zu möglichen Massnahmen des Stadtrates für die Reduktion der weltweiten Treibhausgasemissionen.

In der Energiepolitik Nägel mit Köpfen machen

Denn die Interpellanten sind sich sicher: «Damit Frauenfeld in die 2000-Watt- beziehungsweise klimaneutrale Gesellschaft geführt werden kann, braucht es viel weitergehende, schnell umsetzbare und vor allem handfeste Massnahmen.» Jetzt gehe es darum, in der Energiepolitik Nägel mit Köpfen zu machen.

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