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Die Tobler Stimmberechtigten bekennen sich klar zum Dorfmarkt

An der Gemeindeversammlung erläuterte der Kommandant der Kantonspolizei die Gründe für die Posten-Schliessung. Zudem befürworteten die Stimmbürger mit grosser Mehrheit einen Antrag des Dorfmarkts.
Roman Scherrer
Das Budget 2019 war an der Tobler Gemeindeversammlung nicht umstritten. (Bild: Roman Scherrer)

Das Budget 2019 war an der Tobler Gemeindeversammlung nicht umstritten. (Bild: Roman Scherrer)

Da staunten die 133 Tobler Stimmberechtigten nicht schlecht, als sie am Mittwochabend die Primarschulturnhalle betraten. Sie sahen zwei uniformierte Polizisten, die sich vor Beginn der Gemeindeversammlung am Rednerpult einrichteten.

Jürg ZinggKommandant Kantonspolizei Thurgau

Jürg Zingg
Kommandant Kantonspolizei Thurgau

Schnell wurde klar, dass sie nicht wegen einer Gesetzeswidrigkeit gerufen wurden. Vielmehr handelte es sich um den Kommandanten der Thurgauer Kantonspolizei, Jürg Zingg, und den Regionalpolizeichef Michel Freund. Sie erläuterten die Gründe für die Schliessung des Tobler Polizeipostens. Vor allem, da Tobel-Tägerschen eine von vier Gemeinden war, die der Thurgauer Regierung eine Petition für den Erhalt des Postens einreichten. Kommandant Jürg Zingg sagte:

«Mir ist wichtig, dass die Kantonspolizei bürgernah bleibt.»

Deshalb sollen nach der Postenschliessung zwei Polizisten als fixe Ansprechpersonen für die Gemeinde definiert werden.

Verschuldung wird sich erhöhen

Das Budget 2019, das bei Gesamtausgaben von gut acht Millionen Franken ein Defizit von knapp 300'000 Franken vorsieht, wurde ebenso klar genehmigt wie der gleichbleibende Steuerfuss.

Ein Stimmbürger sorgte sich jedoch um die Gemeindefinanzen. Da er in einem Fernsehbeitrag gesehen hatte, dass vier Thurgauer Gemeinden hoch verschuldet seien, wollte er wissen, ob Tobel-Tägerschen dazugehöre. «Nein», antwortete der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Roger Kernen, «unsere Gemeinde gehört nicht dazu. Die Verschuldung wird sich durch den Bau der neuen Turnhalle aber verschlechtern.»

Emotionale Diskussion um Dorfmarkt-Antrag

Ralph MüllerVizepräsident Genossenschaft Dorfmarkt Zentrum Tobel

Ralph Müller
Vizepräsident Genossenschaft Dorfmarkt Zentrum Tobel

Wie im Vorfeld zu erwarten war, entwickelte sich der Antrag der Genossenschaft Dorfmarkt (unsere Zeitung berichtete) zum meist diskutierten Traktandum. Der Antrag beabsichtigt, durch mehrere buchhalterische Schritte das Darlehen von gut 400'000 Franken, das die Gemeinde bei der Umstellung auf die neue Rechnungslegung HRM2 als Forderung gegenüber dem Dorfmarkt in die Bilanz aufgenommen hatte, auf gut 180'000 Franken zu reduzieren. Der Vize-Präsident der Dorfmarkt-Genossenschaft, Ralph Müller, erklärte:

«Das heutige Darlehen ist für den Dorfmarkt nicht tragbar und würde 40 Jahre für die Rückzahlung beanspruchen.»

Daraufhin sagte Gemeinderat Roger Kernen:

«Der Gemeinderat steht einstimmig zum Dorfmarkt, ist aber der Meinung, dass wir hier nicht an einem Wunschkonzert sind.»

Eine Annahme des Antrags würde ein Präjudiz schaffen, etwa für Vereine, die ein Darlehen bei der Gemeinde aufgenommen hätten. Er fände es zudem schlecht, sagte Kernen weiter, dass in der Presse überhaupt über die Differenzen zwischen Gemeinderat und Dorfmarkt berichtet worden sei.

In die Diskussion, welche zunehmend emotionaler wurde, schaltete sich auch der ehemalige Präsident der Gemeinde und der Dorfmarkt-Genossenschaft, Roland Kuttruff, ein. Er sprach sich deutlich für den Antrag aus. Die verschiedenen Voten, die zum Teil auf vertragliche und finanzielle Einzelheiten eingingen, zeigten vor allem, dass die Fronten zwischen dem Gemeinderat und dem Dorfmarkt bis heute verhärtet sind. Die Stimmbürger stimmten schliesslich mit sehr grosser Mehrheit für den Antrag des Dorfmarktes.

Neue Informatik für Primarschule

Zwei Kreditabrechnungen stimmten die Tobler Stimmbürger einstimmig zu; ebenso zwei Kreditanträgen – einer neuen Informatikumgebung für die Primarschüler zu 95'000 Franken und der Sanierung «Sägereistrasse/Saum» zu 556'000 Franken.

Dem Einbürgerungsgesuch einer fünfköpfigen kosovarischen Familie stimmten die Tobler ebenfalls mehrheitlich zu. Hierbei konnten die Stimmberechtigten auf ihren Zetteln hinter die Namen der einzelnen Familienmitglieder «Ja» oder «Nein» hinschreiben – selbst hinter jene der minderjährigen Kinder. Schliesslich hatte auch gegen die Anpassung des Bestattungs- und Friedhofreglements niemand etwas einzuwenden.

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