Verfügte Bodensanierung löst beim Stettfurter Gemeindepräsidenten ein Kopfschütteln aus

Von einer Verfügung des kantonalen Umweltamtes ist der Stettfurter Gemeinderat wenig begeistert.

Olaf Kühne
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Ehemaliger Kugelfang: Die verwaldete Uferböschung südöstlich der Stettfurter Badi ist mit Blei belastet.

Ehemaliger Kugelfang: Die verwaldete Uferböschung südöstlich der Stettfurter Badi ist mit Blei belastet.

(Bild: Olaf Kühne)

Diese Altlasten sind wirklich alt. Seit Jahrzehnten wird in Stettfurt nicht mehr geschossen. Und dennoch hält der einstige Schiessstand den Gemeinderat weiterhin auf Trab. Vom kantonalen Amt für Umwelt erhielt die Behörde den Auftrag, die kommunalen Böden auf Altlasten untersuchen zu lassen. Die darauf spezialisierte Weinfelder Meier und Partner AG machte sich ans Werk, ihr Bericht ging zur Prüfung ans Amt für Umwelt. Doch mit dessen Antwort an den Stettfurter Gemeinderat hadert die Behörde nun.

Markus BürgiGemeindepräsident Stettfurt

Markus Bürgi
Gemeindepräsident Stettfurt

(Bild: Samuel Koch)

Tatsächlich haben die Untersuchungen ergeben, dass mehrere Bereiche belastet sind. So im Gebiet Wasserfuri, wo einst eine Kehrichtdeponie bestand. Indes besteht dort laut der Verfügung des kantonalen Umweltamtes keine Gefährdung. Folglich sind keine weiteren Massnahmen notwendig. Indes bleibt dieses Gebiet im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Gleiches gilt für den einstigen Scheibenstand der ehemaligen Schiessanlage Gere nördlich der Lauche.
Ein «Kopfschütteln», wie es Gemeindepräsident Markus Bürgi auf Anfrage unserer Zeitung formuliert, löst hingegen die kantonale Verfügung zum Kugelfang südlich der Lauche aus. Weil hier ein Teil der Uferböschung ebenfalls belastet ist, bestehe die Gefahr, dass ein sogenannt hundertjähriges Hochwasser, also ein Ereignis, welches statistisch alle hundert Jahre eintreffen kann, Teile dieser Böschung wegschwemmen könnte.

«Die rechtliche Situation ist klar», sagt Markus Bürgi. «Und das Amt für Umwelt ist eine Vollzugsbehörde. Ihm will ich keinen Vorwurf machen.» Dennoch habe er Mühe damit, für etwas Steuergelder auszugeben, was höchst unwahrscheinlich sei – und falls es doch einmal einträte, ganz andere Probleme verursachen würde als lediglich eine weggeschwemmte bleihaltige Uferböschung.

Laut Bürgi haben die bisherigen Untersuchungen den Stettfurter Steuerzahler bereits rund 80'000 Franken gekostet. Wie viel das Sanierungsprojekt kosten wird, welches der Gemeinderat im kommenden Jahr erarbeiten lassen muss, weiss der Gemeindepräsident noch nicht. Er sagt aber: «Wir haben seit Jahren fix einen Betrag dafür im Budget stehen.» So ist denn derzeit noch offen, ob dereinst die Gemeindeversammlung über die Bodensanierung befinden muss. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen aber, dass vergleichbare Projekte schnell einen mittleren sechsstelligen Betrag kosten.