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Tobler Stimmbürger genehmigen Kredit über 7 Millionen für eine neue Turnhalle

Die Gemeindeversammlung stimmte am Dienstag einer neuen Mehrzweckhalle mit integriertem Kindergarten und einem neuen Vereinsreglement zu. Reibungslos verlief der Abend aber nicht.
Olaf Kühne
Der Holzbau mit integriertem Kindergarten ersetzt die 50-jährige, marode Turnhalle. (Bild: Bild: PD/Rohrbach Wehrli Pellegrino Architekturagentur)

Der Holzbau mit integriertem Kindergarten ersetzt die 50-jährige, marode Turnhalle. (Bild: Bild: PD/Rohrbach Wehrli Pellegrino Architekturagentur)

Am Ende war es dann eine klare Sache: 103 der 133 anwesenden Stimmberechtigten sprachen sich für eine neue Turnhalle in Tobel aus. Spontaner Applaus war die Quittung für diesen Entscheid. Vorangegangen war der Abstimmung eine intensive Diskussion mit teils energisch vorgetragenen Voten. Dass aber die Gemeinde Tobel-Tägerschen eine neue Mehrzweckhalle mit integriertem Kindergarten braucht, schien am Dienstagabend unbestritten.

Niemand sprach sich grundsätzlich gegen den Antrag des Gemeinderates für einen Kredit über 7,34 Millionen Franken aus. Vielmehr drehte sich die Diskussion um Details. Wieso ein Flachdach, welches teurer im Unterhalt sei und die Installation der Photovoltaikanlage verkompliziere, wurde wiederholt gefragt. Ein Schrägdach vergrössere das Volumen des Baus, was ihn verteuere, erklärten die Architekten Davide Pellegrino und Tristan Rohrbach, und koste zudem auch Geld im Unterhalt. Und heutige Solaranlagen seien auch flach installiert effizient.

Mit Vereinen im Gespräch

Ein anderer Votant kritisierte, die Vereine seien zu wenig in die Planung mit einbezogen worden. So seien weder der Bühnenzugang noch das Office praxisgerecht gestaltet. Man sei mit Vereinsvertretern seit jeher im Gespräch und bleibe das selbstverständlich, versprach Pellegrino.

Rolf Bosshard, Gemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Rolf Bosshard, Gemeindepräsident Tobel-Tägerschen

Noch nicht fertig seien, aufgrund der Kurzfristigkeit, die Pläne für die – voraussichtlich unterirdische – Integration eines öffentlichen Schutzraumes für 200 Personen. «Das Thema wurde in der Vergangenheit in der Gemeinde vernachlässigt», sagte Gemeinderat und Baukommissionspräsident Andreas Eggenberger. Nun mache aber der Kanton Druck – und: «Wenn wir den Schutzraum mit dem Turnhallenneubau realisieren können, ist das eine einmalige Chance. Dann bezahlt nämlich der Kanton die Mehrkosten.» Schliesslich rührte auch Gemeindepräsident Rolf Bosshard die Werbetrommel: «Nachdem wir das Projekt von unseren Vorgängern übernommen hatten, haben wir es intensiv geprüft und sind zum Schluss gekommen: Der Bau ist ideal zugeschnitten auf unsere Gemeinde.»

Die weiteren Traktanden hatten einen leichteren Stand. Einstimmig genehmigte die Tobler die Sanierung der Südstrasse für 358000 Franken. Ebenso einhellig war der Zuspruch für den Rechnungsabschluss der Gemeinde mit integrierter Primarschule. «Wir haben ein ausgezeichnetes Jahr hinter uns», leitete Gemeinderat und Finanzchef Roger Kernen ein. Ende 2017 resultierte ein Überschuss von 317000 Franken. Budgetiert war ein Defizit von 136000 Franken. Dass der Gewinn für den Turnhallenbau verwendet wird, war unbestritten. Zumal der Gemeinderat bereits in der Abstimmungsbotschaft in Aussicht gestellt hatte, dass der Bau wohl ohne Steuererhöhung machbar sei. Dies nicht zuletzt dank seit 2012 getätigter Rückstellungen in Höhe von 1,1 Millionen Franken.

Erstmals ein Reglement für die Vereine

Als letztes Traktandum verordneten sich die Stimmbürger von Tobel-Tägerschen ein Novum: Erstmals hat die Gemeinde ein Vereinsreglement – rückwirkend per 1. Januar 2018. Vereine wurden durch die öffentliche Hand zwar schon in der Vergangenheit unterstützt, erklärte der zuständige Gemeinderat Rolf Frei. Dies sei aber auf unterschiedliche und unübersichtliche Art geschehen. Vom Reglement verspreche man sich künftig Transparenz und Fairness. Wie bei der Turnhalle, regte sich auch gegen das Vereinsreglement kein grundsätzlicher Widerstand. Rolf Hubmann, Präsident der Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel, welche zuvor die Stimmbürger mit einem Platzkonzert empfangen hatte, sagte: «Planungssicherheit ist für uns Vereine sehr wichtig.» Er stellte folglich den – genehmigten – Änderungsantrag, das Reglement vorerst auf drei Jahre zu befristen und danach gegebenenfalls mit den Vereinen zu überarbeiten. Das geänderte Vereinsreglement erntete nur eine Gegenstimme.

So erhält Tobel-Tägerschen nicht nur ein Vereinsreglement und eine neue Mehrzweckhalle. Am Dienstagabend zeigte sich – trotz zahlreicher Diskussionen und energischen Voten – auch, dass in der einst gespaltenen und zerstrittenen Gemeinde wieder Ruhe eingekehrt ist. Diese Entwicklung darf sich nicht zuletzt der neue Gemeinderat auf die Fahne schreiben, denn dass vor zwei Jahren noch vier seiner fünf Mitglieder Politneulinge waren, war vorgestern in keiner Weise zu spüren.

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