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Verein übernimmt die Aktivitäten der Volkshochschule Frauenfeld

Nach einer dreijährigen Pilotphase als Interessengemeinschaft stellt sich die Einrichtung für Volksbildung neu auf.
Stefan Hilzinger
Der Vorstand der Volkshochschule (v.l.n.r.): Renata Riebli, Christian Preter, Stephan Amacker, Präsident Albert Bargetzi, Verena Stäheli und Rosemarie Ensslin.Bild: Stefan Hilzinger

Der Vorstand der Volkshochschule (v.l.n.r.): Renata Riebli, Christian Preter, Stephan Amacker, Präsident Albert Bargetzi, Verena Stäheli und Rosemarie Ensslin.Bild: Stefan Hilzinger

Die Zahlen sprechen für sich: Im ersten Jahr 231, im zweiten 643 und im dritten 827 Besucher nahmen an den Anlässen der Volkshochschule (VHS) Frauenfeld teil. «Gerechnet hatten wir anfangs mit 25 bis 30 Gästen. In der vergangenen Saison waren es im Schnitt 60», sagte Albert Bargetzi. Der frühere Frauenfelder Gemeinderat und Swiss-Pilot ist seit Dienstagabend Präsident des neu gegründeten Trägervereins für die VHS. Rund 100 Personen waren zum feierlichen Akt im Grossen Bürgersaal im Rathaus erschienen.

Seit 2016 trug eine lose Interessengemeinschaft (IG) die Aktivitäten der VHS. «Das war eine Diktatur», sagte Bargetzi mit Schalk in den Augen. Jetzt und in Zukunft ist es ein veritabler Verein mit Präsidium, Vorstand, Statuten, Rechnungsrevisoren – und demokratischer Kontrolle durch die Mitglieder.

Gründung ohne Wortmeldung

Die Gründungsversammlung gab diskussionslos grünes Licht zur Vereinssatzung und wählte alle Chargen einstimmig. Mit der Neugründung des Vereins knüpfen Bargetzi und sein Team, an die lange Tradition der Erwachsenenbildung im Thurgauer Hauptort an – nach einem Unterbruch von gut 40 Jahren.

Den Anstoss zur Renaissance gaben vor etwas mehr als vier Jahren der Historiker Heribert Küng und der Informatiker Ralph Osterwalder. «Damals wie heute braucht unsere Demokratie Missionare der Vernunft», sagte Küng in seinem geschichtlichen Abriss.

Altes Restvermögen sichert finanzielle Basis

Dank der neuen Trägerschaft ist es nun möglich, an das Restvermögen der früheren Frauenfelder VHS zu gelangen. Das Geld war seit Ende der 1970er-Jahre in der Stadtkasse parkiert. Es sind gut 32'000 Franken. Dazu kommen 5000 Franken, die von der IG an den Verein übergehen. «Wir starten mit einer soliden Basis, sowohl personell als auch finanziell», sagte Bargetzi.

Doppelte Freude an der VHS-Wiedergeburt hatte Stadtpräsident Anders Stokholm. Die Volksbildungsbewegung nahm ihren Anfang schliesslich in seinem Geburtsland Dänemark. Als Jugendlicher lernte er Fritz Wartenweiler, den Thurgauer Pionier, noch kennen. «Er blieb mir in lebhafter Erinnerung.»

Hinweis
Die neue Veranstaltungsreihe startet am 22. Oktober. Infos unter www.vhsf.ch.

Wartenweiler, Grundtvig, von Greyerz

Die Geschichte der Erwachsenenbildung in Frauenfeld reicht hundert Jahre zurück. Historiker Heribert Küng, einer der Initianten der neugegründeten Volkshochschule, hat die Fakten dazu in der Broschüre «100 Jahre Erwachsenenbildung in Frauenfeld» zusammengetragen.
1919 eröffnete Lehrer Fritz Wartenweiler (1889 bis 1985) in seinem Wohnhaus «Zum Nussbaum» das erste sogenannte Volksbildungsheim in der Schweiz.
Die Idee solcher Einrichtungen stammt aus Dänemark. Wartenweiler hatte über den dänischen Theologen, Pädagogen und Politiker Nikolai Grundtvig (1783 bis 1872) promoviert. Er gilt als Vater der Volksbildung, der sah, wie Demokratie auf mündige und aufgeklärte Bürger angewiesen ist.
Kantonsschullehrer Theodor von Greyerz rief dann 1929 die erste hiesige Volkshochschule ins Leben, die bis Mitte der 1970er-Jahre bestand hatte. «Der Stadtrat bedauert die Untätigkeit der Volkshochschule und ist enttäuscht», zitiert Küng einen Brief der Stadtregierung vom November 1976. (hil)

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