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Kolumne

Verbotene Liebe

Murgspritzer.
Mathias Frei
Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Das ist ein Märchen mit Moral und zugleich Happy-End. Das ist die Geschichte von Tiggy und Trek Slash 9,8 29 Zoll, die Geschichte einer bedingungslosen, aber verbotenen Liebe zwischen einem Büsi und einem Mountainbike. Und seither verschwinden in Frauenfeld immer mehr Katzen und Velos. Sie verschwinden zusammen, brauchen dafür aber keine Online-Dating-Plattformen.

Die Welt war grau für Tiggy, denn der kleine getigerte Kater hatte eine Rot-Grün-Sehschwäche. Jeden Tag wollte er die Welt entdecken, kam aber nie über den Murg-Auen-Park hinaus, wurde nur gestreichelt und gefüttert. Doch Tiggy wusste: Hinter der Murg, da ist noch mehr. Und eines Tages war es auch soweit. Der orangefarbene Karbonrahmen des Mountainbikes glänzte in der Morgensonne.

Tiggy wusste genau, dass das die Liebe seines Lebens sein sollte. Der aufgeweckte Kater hatte schon viele heisse Katzen gehabt. Doch nun, wow! Tiggys Beinchen gaben ob der Emotionen nach – und er fiel in die Arme von Trek Slash 9,8 29 Zoll. «Du kannst mir Slash sagen, ich bin Unisex, aber nicht billig, imfall», hörte Tiggy zwei 29-Zoll-Räder sagen. Bei Bikeworld.ch kostet Slash 5799 Franken, inklusive Federgabel Fox Performance 36 Float. Slash warf seinen Fahrer ab und sagte: «Komm’, Büsi, spring’ auf.» Und Tiggy sprang auf.

So fuhren Büsi Tiggy und das genderneutrale Mountainbike Slash los. Sie liessen die Murg hinter sich, dann Frauenfeld. Sie fuhren weiter und weiter – natürlich stets im Sinne des Frauenfelder Mobilitätskonzepts, das 90 Prozent des zukünftigen Mehrverkehrs mit ÖV oder Langsamverkehr auffangen will. Sie liebten sich innig, hatten viel Langsamverkehr, und der Schweiss rann an ihren Körpern runter. Sie fuhren weiter – bis sie irgendwann am Ort ankamen, wo die Regenbogen entstehen. Dort gründeten sie eine Familie, hatten viele kleine, halbwegs herzige Büsi-Velo-Hybrid-Kinderchen – und leben noch heute in wilder Ehe.

Und die Moral von der Geschichte: Facebook-Vermisstmeldungen für Büsi und Bikes lohnen sich nicht.

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