Verband favorisiert Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage in Weinfelden - bisherige Anlage soll abgebrochen werden

Thurgau Der Verband Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Thurgau, dem 70 Gemeinden angehören, will einen Neubau realisieren. Dieser soll auf dem Gelände südlich der heutigen Anlage in Weinfelden realisiert werden, heisst es in einer Mitteilung

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Die heutige Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Weinfelden aus der Helikopter-Perspektive.

Die heutige Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Weinfelden aus der Helikopter-Perspektive.

Bild: Reto Martin (Weinfelde, 8. April 2013)

(red) Eine Erneuerung der heutigen Anlage wird nicht weiterverfolgt. Zu diesem Entscheid kamen die Verantwortlichen nach einer Evaluation. Begründet wird die Bevorzugung eines Neubaus mit «höherer Flexibilität», «geringerer Komplexität» sowie «tieferen Kosten» im Vergleich zu einer Erneuerung. Bereits Anfang Jahr gab der Verband bekannt, dass er sich Gedanken über die Zukunft macht.

Die heutige Anlage ging 1996 in Betrieb und feiert 2021 das 25-Jahr-Jubiläum. 2019 verbrannte sie 150181 Tonnen Kehricht, wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Die Lebensdauer einer solchen Anlage beläuft sich in der Regel auf 35 bis 40 Jahre. Weil die Planungs- und Realisierungshorizont rund zehn Jahre beträgt, wird jetzt die Zukunftsplanung an die Hand genommen.

Mithelfen bei der Energiewende

Eine Rolle spielt auch die Energiestrategie 2025 sowie die Energieziele des Kantons. Der Verband schreibt in der Mitteilung, dass er im vergangenen Jahr 236 Gigawattstunden CO2-neutrale Energie geliefert habe. «Die Model AG in Weinfelden nutzt die Abwärme in der Papier- und Kartonproduktion und stellt mit dem gelieferten Dampf selber Strom her.»

Im Zuge des Neubaus schwebt dem Verband vor, «die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit klimafreundlicher Energie auszubauen». Weiter soll die neue Anlage verstärkt interessierten Kreisen aus der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht werden.

Wie der Verband in der Mitteilung schreibt, werde die künftige Kapazität erst später festgelegt. Auch eine Kostenschätzung soll noch erarbeitet werden. Bekannt ist: Würde man die bald 25-jährige Anlage zu heutigen Preisen bauen, stünde auf der Rechnung 320 Millionen Franken.

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