«Veränderungen in einem zerstrittenen Gremium sind nie schlecht»: Kathrin Mancuso gewinnt Ersatzwahl in Steckborn

Kathrin Mancuso zieht am Sonntag im zweiten Wahlgang in den Steckborner Stadtrat ein. Sie holt erneut die meisten Stimmen und hat ein klares Ziel. Komplett ist der Stadtrat mit Mancusos Wahl aber noch nicht.

Samuel Koch
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Wahlsiegerin Kathrin Mancuso stösst mit ihrem Mann Marco auf ihren Erfolg an.

Wahlsiegerin Kathrin Mancuso stösst mit ihrem Mann Marco auf ihren Erfolg an.

Bild: Reto Martin

Der sonst siebenköpfige Stadtrat ist wieder zu sechst. Seit Sonntagmittag ist klar: Kathrin Mancuso rückt ab sofort und bis 2023 für den zurückgetretenen Gregor Rominger in den Stadtrat von Steckborn nach. Die 44-jährige Intensivpflegefachfrau und Redaktorin holt im zweiten Wahlgang 506 der 868 gültigen Stimmen und verweist Jack Rietiker (mit 332 Stimmen) erneut auf den zweiten Rang.

2. Wahlgang Ersatzwahl Stadtrat Steckborn

Wahlbeteiligung: 38,44 Prozent
gewählt
Kathrin Mancuso
parteilos
506
Verfügbare Sitze: 1
Jack Rietiker
parteilos
332
Kathrin Mancuso, neue Stadträtin Steckborn, parteilos.

Kathrin Mancuso, neue Stadträtin Steckborn, parteilos.

Bild: Donato Caspari

«Ich freue mich wahnsinnig, dass mir so viele das Vertrauen schenken», sagt Mancuso kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Wegen der aktuell angespannten Coronasituation feierte sie «schüüch» zu Hause im Kreis ihrer Liebsten.

«Wir haben aber schon auch auf den Wahlsieg angestossen.»

Rietiker schliesst erneute Kandidatur nicht aus

Gratulationen erhält Mancuso auch von ihrem Kontrahenten. Wie schon im ersten Wahlgang muss sich Jack Rietiker geschlagen geben, wieder deutlich, diesmal mit 174 Stimmen Unterschied. «Enttäuscht bin ich nicht, das Resultat war so fast schon zu erwarten», sagt der 52-jährige Ingenieur und Psychologe. Gegenüber dem ersten Wahlgang hätten er und Mancuso zugelegt. Rietiker sagt:

Jack Rietiker, unterlegener Stadtratskandidat Steckborn, parteilos.

Jack Rietiker, unterlegener Stadtratskandidat Steckborn, parteilos.

Bild: Andrea Stalder
«Ich bin zufrieden und dankbar.»

Auf Vereinzelte gingen 30 Stimmen. Komplett ist der Stadtrat mit der jetzigen Wahl Mancusos noch nicht. Aufgrund des Rücktritts von Vizestadtpräsidentin Michaela Dähler vergangene Woche entscheidet das Stimmvolk am 10. Januar 2021 über eine weitere Ersatzwahl. Ob Rietiker dann wieder antreten will, weiss er noch nicht. «Das wäre jetzt verfrüht», sagt er. Kategorisch ausschliessen will er eine erneute Kandidatur aber nicht.

Wahlvorschläge können bis zum 16. November eingereicht werden. Bis dato sind noch keine offiziellen Kandidaturen bekannt.

«Unvoreingenommen und neutral ein Bild machen»

Darüber braucht sich Mancuso nicht den Kopf zu zerbrechen. Der Rücktritt Dählers verändere ihre Ausgangslage nicht. «Ich möchte mir im Stadtrat unvoreingenommen und neutral ein Bild machen», sagt sie. Grundsätzlich seien Veränderungen in einem zerstrittenen Gremium nie schlecht.

Mancuso holte übrigens bereits im ersten Wahlgang Ende September mit Abstand das beste Resultat von den damals noch fünf Kandidierenden. Ausser Rietiker nahmen sich jedoch alle anderen Kandidierenden selbst aus dem Rennen. Stadtpräsident Roman Pulfer gratuliert Mancuso zum jetzigen Wahlsieg:

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn, FDP.

Roman Pulfer, Stadtpräsident Steckborn, FDP.

Bild: Reto Martin
«Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.»

Sie sei für den Stadtrat «sicher eine wertvolle Verstärkung». Von 2349 Stimmberechtigten sind 903 Wahlzettel eingegangen. Das entspricht einer laut Pulfer «relativ hohen» Beteiligung von 38,44 Prozent. Er sagt: «Das zeigt das grosse Interesse.»

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