Vandalismus, Littering und Ruhestörung

«Diesem Treiben ein Ende bereiten»: In Eschenz überlegen die Schulgemeinden, wie sie das Problem mit unanständigen Jugendlichen in den Griff bekommen

Vandalismus, Abfallberge und klagende Nachbarn: Auf dem Schulgelände in Eschenz treiben unbekannte Jugendliche seit einiger Zeit ihr Unwesen. Die Schulbehörden erstatten Anzeige und planen griffigere Massnahmen.

Samuel Koch
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Die Schulanlage Eschenz mit der alten Turnhalle rechts und dem neuen, modernen Gebäude der Sekundarschule links.

Die Schulanlage Eschenz mit der alten Turnhalle rechts und dem neuen, modernen Gebäude der Sekundarschule links.

Andrea Stalder

Für Ärger, Kosten und Unverständnis. Dafür hat die Zunahme von Vandalismus und Abfallbergen auf dem Eschenzer Schulareal gesorgt, wo Primar- und Sekschüler die Schulbank drücken. Dazu kommen Lärmklagen aus der Nachbarschaft und nächtliche Polizeieinsätze, wie einer Mitteilung der beiden Schulbehörden auf der Website der Gemeinde Eschenz zu entnehmen ist.

Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt. «Ende Dezember wurden wir durch die Schulgemeinde darüber informiert, dass es zu Sachbeschädigungen und Littering auf dem Schulgelände in Eschenz gekommen sei», schreibt Polizeisprecher Daniel Meili. Eine Anzeige beim Polizeiposten Diessenhofen erfolge in den nächsten Tagen.

Präventive Patrouille in der Silvesternacht

Die Schulbehörden weisen darauf hin, dass das Gelände laut Hinweistafel abends ab 21 Uhr gesperrt sei. Trotzdem hat es gemäss Christof Schnider, Schulpräsidenten der Sekundarschule, zuletzt Verletzungen der Hausregeln gegeben. So seien etwa immer wieder Abfälle wie Zigarettenstummel und zahlreiche zerschlagene Alkoholflaschen gefunden worden. Schnider sagt:

Christof Schnider, Schulpräsident Sekundarschulgemeinde.

Christof Schnider, Schulpräsident Sekundarschulgemeinde.

Bild: PD
«Trotz Verbots missbrauchen seit einiger Zeit Jugendliche das Schulareal für Partys, die bis spät in die Nacht gehen.»

So auch in der Altjahrwoche. In der Silvesternacht schickte die Behörde als präventive Massnahme eine Sicherheitsfirma auf Patrouille. Die kontrollierten Jugendlichen hätten sich nichts zu Schulden kommen lassen. Doch tags darauf seien an Schulhauswänden Graffitis entdeckt worden. Schnider sagt: «Es ist nicht alles so harmlos.»

Trotzdem will er darauf hinweisen, dass die Tatbestände kein Problem der Gemeinde Eschenz alleine seien, sondern vermehrt auch andernorts vorkommen. So haben etwa die Behörden in Steckborn zwischen Frühling und Herbst eine Sicherheitsfirma beauftragt, im Kampf gegen Vandalismus, Littering und Lärmbelästigungen über öffentliche Infrastrukturen zu patrouillieren.

Definitive Massnahmen Ende Januar zu erwarten

Als ärgerlich erachten die Eschenzer Schulbehörden die mit den Sachschäden und dem Reinigungsaufwand verbundenen Kosten, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Wie hoch diese sind, können die Behörden noch nicht abschätzen, wie Schnider sagt. Ebenso wenig, welche zusätzlichen Massnahmen die Behörden ins Auge fassen.

Sie wollen nach einem ersten Austausch an einer ausserordentlichen Sitzung diese Woche Ende Januar definitive Massnahmen beschliessen. Nebst wiederholten Patrouillen von Sicherheitspersonal erwähnt Schnider allfällige Installationen von Kameras. Entschieden sei aber noch nichts, meint er am Donnerstag auf Anfrage.

Zugang zum Gelände der Primarschule.

Zugang zum Gelände der Primarschule.

Bild: Andrea Stalder

Hingegen klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. «Die Behörden werden entsprechende Massnahmen ergreifen, um diesem Treiben ein Ende zu bereiten», heisst es in der offiziellen Stellungnahme im Internet, die jedoch bis dato noch nicht den Weg in alle Briefkästen der Eltern gefunden hat. «Glasscherben stellen ein Verletzungsrisiko für Kinder dar, die tagsüber das Areal zum Spielen nutzen», warnen die Behörden. Gleichzeitig rufen sie die Eschenzerinnen und Eschenzer dazu auf, bei illegalen Vorkommnissen die Polizei zu informieren.