Unterstützungsplattform
«Die Scham ist noch bei vielen zu gross»: Auch mit einem fünfstelligen Spendenbetrag geben die Betreiber von hilf-frauenfeld.ch nicht auf

10'000 Franken sind noch nicht genug. Die Covid-19-Unterstützungsplattform hilf-frauenfeld.ch soll fürs lokale Gewerbe neuerdings auch Firmen ansprechen.

Samuel Koch
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Geschäfte anklicken, Warenkorb füllen, zur Kasse: die Übersicht auf der Covid-19-Unterstützungsplattform hilf-frauenfeld.ch.

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Bild: Printscreen

Unschön. Tragisch. Ein Tiefpunkt. Die Schliessung von Café-Confiserie Hirt vergangene Woche ist nicht nur für Anita Bernhard und Roman Fischer ein Schock. Zum Trotz und unter dem Motto «Jetzt erst Recht» aber wollen die beiden federführenden Köpfe der Covid-19-Unterstützungsplattform hilf-frauenfeld.ch jetzt für noch mehr Solidarität auf der von der Gemeinderatsfraktion CH/Grüne/GLP ins Leben gerufenen Website weibeln. Das aktuelle Beispiel «Hirt» zeige, wie wichtig finanzielle Unterstützung für eine lebendige Stadt Frauenfeld mit ihren Gastrobetrieben, Detailhändlern und Kulturveranstaltern sei. Bernhard sagt:

Anita Bernhard.

Anita Bernhard.

Bild: PD
«Es ist ein Tropfen auf den heissen Stein, aber es ist besser als nichts.»

Mit besser als nichts sind seit der Aufschaltung der Plattform Anfang November bereits über 10'250 Franken zusammengekommen. «Es ist sehr erfreulich, wie es läuft», sagt Roman Fischer. Aber er und Bernhard hoffen auf noch mehr Unterstützung.

Fokus richtet sich neu auch auf Unternehmen

Roman Fischer.

Roman Fischer.

Bild: PD

Wer für ein lebendiges Frauenfeld Geld spenden will, überweist einen bestimmten Betrag an einen ausgewählten Betrieb. Als Gegenleistung erhält der Spender nichts. Viele Betreiber würden gerne einen Gegenwert geben, sagt Bernhard und ergänzt: «Leider ist bei vielen die Scham zu gross, um auch selbst für die Seite zu werben.» Dabei sei die Plattform ja genau dafür da, gegen die Folgen der Krise anzukämpfen.

Ans Aufhören denken Bernhard und Fischer noch lange nicht, gerade weil die strikten Coronaschutzmassnahmen zumindest noch bis Ende Februar andauern. Bisher haben schon viele Einzelpersonen gespendet, zwischen Kleinstspenden bis Beträge von über 700 Franken. Nun möchten die Initianten auch Firmen ansprechen, vor allem jene, die unter der Krise etwas weniger zu leiden haben. Fischer sagt: «Wenn sie Beträge von Privatpersonen verdoppeln, schalten wir als Gegenleistung ihr Logo auf unsere Website.» Willkommen für Spenden seien schlicht alle.

Alle Infos unter: www.hilf-frauenfeld.ch