Untersee und Rhein
Petrus hilft der Schifffahrtsgesellschaft beim Saisonstart

Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein hat am Osterwochenende die Leinen losgelegt – ganz zur Freude der Passagiere und des Personals.

Margrith Pfister-Kübler
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Passagiere der MS Arenenberg geniessen den Blick auf Steckborn.

Passagiere der MS Arenenberg geniessen den Blick auf Steckborn.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Hoffentlich hält das Wetter – das war eine der grössten Sorgen bei der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) zum Saisonstart an Ostern. Das Saisondébut findet Anklang. «Schön, dass die URh fährt, auch wenn sie an den Anlegestellen am deutschen Ufer nicht anlanden dürfen», lautet der Tenor bei den Fahrten auf dem Untersee bis Kreuzlingen und auf dem Rhein bis Schaffhausen oder retour mit den Kursschiffen Arenenberg und Thurgau.

Und Petrus hilft, denn am Ostersonntag herrscht Bilderbuchwetter. Und – ohne Frage – das URh-Personal ist heilfroh, dass sie wieder auf Fahrt sein dürfen. Pandemiebedingt gibt es keine Bordgastronomie und damit auch keine richtigen Osterhasen. Mitgebrachtes Essen und Getränk sind erlaubt.

Kapitän Markus Böhm, im Steuerhaus des Kursschiffes, erklärt auf der Fahrt nach Schaffhausen:

«Wir fahren die normalen Kurslinien, obwohl die deutschen Anlegestellen pandemiebedingt für uns geschlossen sind.»

Etwas Sorge bereitet der Wasserstand. «Im Rhein wird es langsam knapp, wenn nicht bald die Schneeschmelze einsetzt», sagt er und hofft, dass immer genug Wasser unter dem Kiel bleibt.

Die «MS Thurgau» bei Mammern.

Die «MS Thurgau» bei Mammern.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Sonntag ist begehrt, Samstag weniger

Am sonnigen Karfreitag haben viele Leute die angebotenen Kursfahrten genutzt, aber nicht am Samstag. «Da sind die Leute einkaufen gegangen», mutmasst Böhm. Doch die Kurse am Ostersonntag erweisen sich als sehr begehrt. Die Sehnsucht nach Schifffahrt ist gross, und der Geist der Freiheit weht am Ostersonntag ungehindert. Alles funktioniert wie selbstverständlich, selbst die Maskentragepflicht auf dem Oberdeck.

Es sind die Motive der schönen See- und Rheinlandschaft, die Menschen aufs Wasser locken. Manche spulen sogar ein Stück ihres Lebens zurück. Wie Lehrerin Anneliese Sonderegger aus Gachnang. Sie sagt:

«Schifffahrt an Ostern, das ist für mich einfach Tradition.»

Sie erklärt, dass diese Prägung in die Kindheit zurückgeht. «Als Kind habe ich jeden Sommer die Ferien in Mammern verbracht. Mein Grossvater Ueli Ernst hat im Hecht Mammern gewirtet, bevor Lorenz Dietrich diesen gekauft hat. Meine Eltern wohnten in Bürglen.» Sie liefert gleich Tipps mit, welche Wanderwege, Zug- oder Busfahrten die Schifffahrt anreichern.

Ein Ehepaar aus dem Berner Jura, nutzt ein Hotelwochenende in Kreuzlingen, um See und Rhein zu erleben. Die Antwort von ETH-Architekt Edi Bächi aus Berlingen für «fast jeden Tag URh-Schifffahren» lautet: «Ich fahre fast jeden Tag Schiff und verbinde dies – wenn möglich – mit Baustellenterminen. Zweimal eine Viertelstunde Schiff fahren pro Tag sind für mich wie Ferien, zusammengerechnet aufs Jahr sind das drei Wochen Ferien.»

Andrea Sigg

Andrea Sigg

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Die in Eschenz wohnhafte Lehrerin Andrea Sigg nimmt spontan den Weg nach Mammern oder Stein am Rhein unter die Füsse oder nutzt den Zug, weil Eschenz keine Kursschiffanlegestelle hat. Sie sagt:

«Ich liebe dieses Gefühl von Freiheit und Weite auf dem See und Rhein. Der Blick auf die Landschaft ist vom Wasser her besonders schön.»

Als befremdlich stuft sie das Anlegeverbot auf der deutschen Seite ein.

Bis Pfingsten verkehren die Kursschiffe immer donnerstags bis sonntags und an den Feiertagen. Ab Pfingsten gibt es wieder tägliche Schifffahrten. Voraussichtlich bis am 18.April werden nur die Schweizer Landestellen und Büsingen bedient.