Unterhaltung
Aufführung «Trainingslager» in Frauenfeld: Die Ostschweiz und ihr geplatzter Olympiatraum

Wie ticken die Ostschweizer? Dieser Frage geht das schräg-komische Kammer-Musical «Trainingslager» von «Theater Jetzt» nach. Die Tournee durch die Ostschweiz macht am Donnerstag, den 29.April, in der Frauenfelder Bar Dreiegg Halt.

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Oliver Kühn, Sandro Schneebeli und Martina Flück führen das Stück Trainingslager im «Dreiegg »in Frauenfeld auf.

Oliver Kühn, Sandro Schneebeli und Martina Flück führen das Stück Trainingslager im «Dreiegg »in Frauenfeld auf.

Bild: PD / Andri Kaufmann

(red) Am Anfang des Stückes steht fest: «Mir Oschtschwyzer müent emol allne e so richtig bewiese, wer mir sind und wa mir alles chönt». Also planen sie ein Olympiastadion. 1929 erschien tatsächlich in einer «Schreibmappe» der Buchdruckerei «Zollikofer & Cie» in St.Gallen eine Planzeichnung, die minuziös beschreibt, wie ein solches Stadion hätte aussehen können. Diese Planzeichnung ist Ausgangslage für das Stück «Trainingslager», das am Donnerstag, 29. April, im Dreiegg Frauenfeld aufgeführt wird.

Im Olympiakomitee treffen vier Ostschweizer «Archetypen» aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau sowie den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden zusammen, um gemeinsam den «Spirit oft the Games» leuchten zu lassen. Dass sich ihnen dabei schnell die interkantonalen, wie auch Stadt/Land-Mentalitätsunterschiede entgegenstellen, merken die vier schon nach der ersten OK-Sitzung. Als sich schliesslich Rudolf Emil Pfändler nach langwierigen Debatten erdreistet, alleine und «als leuchtendes Beispiel» die Olympiaschale zu entfachen, erlebt er nach der «akrobatischen Feuerrolle» eine böse Überraschung – er fällt tief und auf den Kopf. Seither liegt er in seinem Bett und weiss nicht mehr so genau, was wahr und was erfunden ist.

Prominente Recherche-Partner

Dass das Thema vom gemeinsamen Projekt für die Ostschweiz auch in der Neuzeit nicht frei erfunden ist, weiss man spätestens seit der 2016 abrupt beendeten Diskussion über die Durchführung einer Expo in der Ostschweiz. Diese hätte 2027 stattfinden sollen – wenn nicht die Ostschweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Projekt schon beim Planungskredit gebodigt hätten.

Die Macher von des Stücks «Trainingslager» unterhielten sich deshalb im Vorfeld mit Martin Heller (künstlerischer Direktor der Expo 2002 und Berater zur geplanten Expo 2027), Marco Sacchetti (Pro Expo 2027, Generalsekretär des Thurgauischen Departementes für Bau und Umwelt) und der Nationalrätin Esther Friedli (Contra Expo 2027, SVP, SG). Ihre und andere Meinungen über die Ostschweizer, ihre Eigenheiten und «Mödeli» flossen in die Entstehung von «Trainingslager» mit ein. Das Musik-Theater kann trotz den aktuellen Umständen aufgeführt werden. 40 Personen mit Schutzmaske können sich «Trainingslager» anschauen, dies unter Einhaltung des erstellten Coronakonzeptes.

Am Donnerstag, 29. April, um 20 Uhr wird das Stück in der Bar Dreiegg in Frauenfeld aufgeführt. Weitere Spieldaten sowie Reservation und eine Planzeichnung des Stadions unter www.theaterjetzt.ch