Unter einem Dach: Diessenhofen plant ein Gebäude für ein neues Feuerwehrdepot und einen neuen Werkhof

Die Kosten für das geplante Gebäude im Ratihard in Diessenhofen sollen sich auf mehrere Millionen belaufen. Die Bauarbeiten könnten im Herbst 2021 beginnen.

Rahel Haag
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Auf diesem Acker neben dem Top CC will die Stadt ein neues Feuerwehrdepot und einen neuen Werkhof bauen.

Auf diesem Acker neben dem Top CC will die Stadt ein neues Feuerwehrdepot und einen neuen Werkhof bauen.

(Bild: Rahel Haag)

Der Feuerwehrzweckverband und der Werkhof der Stadt Diessenhofen haben ein Platzproblem. «Bereits vor rund einem Jahr haben wir deshalb den Raumbedarf eruiert und nach einem geeigneten Standort gesucht», sagt Stadtpräsident Markus Birk. Das Ziel: ein Neubau für beide Institutionen. Auf diese Weise sollen Synergien genutzt werden.

«Beispielsweise braucht die Feuerwehr wie auch der Werkhof eine Waschstrasse für die eigenen Fahrzeuge»

sagt Birk. Dasselbe gelte für Lager. Aufgrund des Platzproblems im Werkhof sei das Material auf viele verschiedene Lager verteilt. «Die Weihnachtsbeleuchtung ist an einem anderen Ort untergebracht als die Strassenkandelaber.» Das sei nicht ideal.

Standort des geplanten Feuerwehrdepots und Werkhofs

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort ist die Stadt schliesslich fündig geworden. Sie verfügt über ein Stück Land von rund 10000 Quadratmetern im Ratihard, direkt neben dem Top CC. Für das Gebäude samt Parkplätzen werde voraussichtlich rund die Hälfte der Parzelle benötigt.

Keine Entsorgungsstelle am neuen Standort geplant

«Es soll kein Designerstück, sondern ein funktionaler Bau werden», sagt Birk. Immerhin liege die Parzelle im Industriegebiet und nicht mitten im Städtchen. Auch eine Entsorgungsstelle sei nicht geplant. «Das wäre zu weit draussen.» Stattdessen müsse das Gebäude über eine Werkstatt verfügen, sodass Reparaturen an Geräten durchgeführt werden könnten oder zum Beispiel ein Bänkli gestrichen werden könne.

Zudem seien Büros und Garderoben geplant. Der Werkhof beschäftigt insgesamt fünf Personen, bei der Feuerwehr ist eine Person zu 100 Prozent angestellt. Hinzu kommen 80 Einsatzkräfte. Birk sagt:

«Diese brauchen aber eher eine Garderobe als ein Büro.»
Markus Birk, Stadtpräsident.

Markus Birk, Stadtpräsident.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein weiterer Vorteil: Das neue Feuerwehrdepot läge direkt an der Umfahrungsstrasse T13 und damit sehr zentral. «Wir haben bereits mit dem Kanton Kontakt aufgenommen, und es wäre möglich, eine sogenannte Einsatzausfahrt zu realisieren.» Denkbar wäre ein Ampelsystem, das im Fall eines Einsatzes den Verkehrsfluss auf der T13 kurz unterbrechen würde.

Das aktuelle Feuerwehrdepot stamme aus den 1980er-Jahren. Abgesehen von den Platzproblemen sei es sanierungsbedürftig. «Wir standen vor der Wahl, gewisse Arbeiten jetzt zu machen oder noch abzuwarten und ein neues Gebäude zu planen», sagt Birk. Unter anderem müsse der Vorplatz des Feuerwehrdepots saniert werden. Die Kosten hierfür würden sich auf rund 150'000 Franken belaufen.

«Zudem besteht von Seiten der Thurgauer Gebäudeversicherung ein gewisser Druck, dass sich Feuerwehren in der Region zusammenschliessen sollen»

sagt Birk. Für Diessenhofen sei dies durchaus eine Option. «In diesem Fall könnten wir nebst Material ein neues Feuerwehrdepot beisteuern.»

Bauarbeiten könnten im Herbst 2021 beginnen

Obwohl die Pläne der Stadt relativ konkret scheinen, sagt Birk: «Wir stehen noch ganz am Anfang.» Aktuell sei man mit einem Planungsbüro dabei, das weitere Vorgehen zu definieren. Im kommenden Sommer solle das selektive Verfahren beginnen. «Wir möchten einige Architekturbüros einladen, ein Projekt einzureichen», sagt Birk.

Vorab würden mit Unterstützung des Planungsbüros die wichtigsten Grundlagen definiert, welche das Gebäude erfüllen muss. In einem weiteren Schritt müsste die Bevölkerung einen Planungskredit bewilligen. Aktuell kann Birk noch nicht sagen, wie viel der Bau kosten wird.

«Wir rechnen mit mehreren Millionen.»

Er geht davon aus, dass die Bauarbeiten im Herbst 2021 beginnen könnten. Bis dahin solle die Bevölkerung regelmässig über den Stand des Projekts informiert werden, das Durchführen einer Informationsveranstaltung sei eine Möglichkeit. «Wir sind offen und könnten uns vorstellen, die Bevölkerung im selektiven Verfahren mit einzubeziehen», sagt Birk. Wie genau, sei derzeit noch offen.