Unihockey
Grosser Umbruch bei den Red Lions: Trainer, Topskorerin und Captain verlassen den Frauenfelder NLA-Klub

Clemens Strub wird in der Saison 2021/22 nicht mehr Trainer der Red Lions Frauenfeld sein. Auch im Kader kommt es zu grossen Veränderungen. Topskorerin Malin Brolund etwa wechselt zu einem Ligakonkurrenten - ebenso wie Captain Simone Adank.

Matthias Hafen und Claudia Vieli Oertle
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Frauenfelds Topskorerin Malin Brolund wechselt innerhalb der NLA zu Emmental Zollbrück.

Frauenfelds Topskorerin Malin Brolund wechselt innerhalb der NLA zu Emmental Zollbrück.

Mario Gaccioli (12. September 2020)

Die Red Lions werden die Saison 2021/22 ohne Clemens Strub bestreiten. Nach zwei Jahren verlässt der Headcoach den NLA-Klub aus Frauenfeld. Unter Strub entwickelte sich der Leistungsgedanke bei den Red Lions – und damit auch der für die Zukunft so wichtige Unterbau im Nachwuchs. Heute haben die Frauenfelderinnen eine Basis, um auch künftig in der höchsten Schweizer Liga bestehen zu können. «Der Erfolg ist möglich, die Grundlage dafür wurde geschaffen», so der scheidende Trainer.

Der 36-jährige, selbstständige Unternehmer lässt aber auch durchblicken, dass ihm die sportliche Entwicklung in Frauenfeld nicht schnell genug vonstattenging. So habe man rangmässig den Schritt nach vorne noch nicht geschafft. «Es fehlen schon noch zwei, drei Treppenstufen dorthin, wo ich sein wollte», sagt Strub. «Aber vielleicht bin ich einfach zu ungeduldig.» Er habe halt gewisse Ansprüche an die Projekte, die er anpacke.

Trainer Clemens Strub fiel der Entscheid nicht einfach, die Red Lions Frauenfeld nach zwei Jahren zu verlassen.

Trainer Clemens Strub fiel der Entscheid nicht einfach, die Red Lions Frauenfeld nach zwei Jahren zu verlassen.

Mario Gaccioli

Auch der Assistenztrainer macht nicht weiter

Strub verlässt die Red Lions Frauenfeld aus eigenen Stücken und ohne einen neuen Trainerjob im Schweizer Unihockey zu haben. «Ich lasse mir Zeit», sagt der gelernte Physiotherapeut und Wirtschaftspsychologe sowie Leiter des regionalen Leistungszentrums Rapperswil-Jona. Angebote anderer Klubs habe er bereits bekommen – allerdings zu weit entfernt von seinem Wohnort St. Gallen.

Eine Pause einlegen wird Strubs bisheriger Assistent Christian Forster, wie die Red Lions Frauenfeld mitteilten. Forster brachte die Erfahrung als Headcoach aus der NLB mit und ist ein Kenner der Frauen-Nationalligen. Dank seines Netzwerks fanden diverse Spielerinnen nach Frauenfeld. Forster unterbricht seine Trainerlaufbahn und will sich später wieder im Unihockey einbringen. Für ihn konnte Dominik Schellenberg als Nachfolger verpflichtet werden. Der Schaffhauser hat seine Spielerkarriere beim 1.-Liga-Klub Bassersdorf Nürensdorf vor gut einem Jahr beendet. «Es entspricht mir, einem jungen Team bei der Entwicklung zu helfen», sagt Schellenberg. «Ich spüre den starken Willen der Red-Lions-Spielerinnen und fühle mich bereits bestens integriert.» Neu im Betreuerstab ist auch Helga Rüber als Athletiktrainerin. Bereits in der vergangenen Saison war sie für einzelne Trainings eingesprungen. Die Suche nach einer Nachfolge für Cheftrainer Strub läuft indes noch.

Topskorerin und Captain wechseln zur Konkurrenz

Diverse Spielerinnen der Red Lions Frauenfeld entschieden sich nach der abgelaufenen Saison, ihre Karriere eine Liga tiefer fortzusetzen. Anina Beck und Ladina Sgier schliessen sich Waldkirch St.Gallen an. Sarina Merz und die Torhüterin Sandrine Goetz laufen künftig für Rümlang-Regensdorf auf. Bei Nesslau sucht Eliane Störi eine neue Herausforderung. Dort wird sie Teamkollegin von Vera Gebert. Gebert nutzte wie Charisse Baumann, Cédrine Göldi und Alicia Göldi die Möglichkeit, während der coronabedingten NLB-Spielpause bei den Red Lions NLA-Luft zu schnuppern. Baumann und Cédrine Göldi gehen zurück zu ihrem Stammverein nach St.Gallen, während Alicia Göldis sportliche Zukunft noch offen ist, weil sie beruflich nach Bern zieht.

Captain Simone Adank sucht ihre nächste Herausforderung ebenfalls bei einem neuen Verein.

Captain Simone Adank sucht ihre nächste Herausforderung ebenfalls bei einem neuen Verein.

Mario Gaccioli

Ebenfalls in den Kanton Bern zieht es Malin Brolund, Frauenfelds schwedische Topskorerin. Sie will bei Ligakonkurrent Emmental Zollbrück den nächsten Karriereschritt machen. Von den Red Lions zu Dürnten-Bubikon-Rüti wechselt Simone Adank. Die Zürcherin war zuletzt Teamcaptain und zeigte als Leaderin auf und neben dem Platz Qualitäten.

Frauenfeld verlassen wird auch Selina Steiger. Sie begann in der vorletzten Spielzeit als einzige Torhüterin der Red Lions. 2020/21 war sie dann eine von fünf Torhüterinnen beim Thurgauer NLA-Klub. Unvergessen bleibt das Eröffnungsspiel gegen Winterthur, als sie ein tadelloses Spiel mit dem Penalty-Save zum Sieg krönte. Steiger führt ihre Karriere nun in einem Kleinfeldteam weiter.