Kommentar
Eigenverantwortung als oberstes Gebot

Auf dem Hochrhein kommt es immer wieder zu Unfällen, wie zuletzt mit tödlichem Ausgang. Ob motorisiert oder nicht: Freizeitkapitäne müssen sich vor einem Gang aufs Fliessgewässer mit den zahlreichen Gefahrenstellen richtig informieren und entsprechend vorbereiten.

Samuel Koch
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Gegen Naturgewalten ist der Mensch oft chancenlos. Den schonungslosen Beweis dafür liefert das dramatische Unglück, als ein 25-jähriger Mann nach einer Kollision mit einer Wiffe im Rhein bei Diessenhofen ertrinkt.

Auf der Hochrheinstrecke zwischen Öhningen und Büsingen lauern viele Gefahren. Untiefen, Strömungen und Strudel können sich selbst für geübte, einheimische Schwimmer als tückisch und folgenschwer erweisen. Wer sich also diesen Bedrohungen aussetzt, muss sich bestmöglich auf alle Fälle vorbereiten, so wie es auch Bergsteiger oder Skifahrer im Gebirge tun müssen. Das oberste Gebot beim Gang auf den Rhein lautet also Eigenverantwortung.

Wer die örtlichen Gegebenheiten nicht kennt, muss sich darüber in Kenntnis setzen, dass Wiffen mit Gummibooten mit genügend Abstand auf der weissen Seite zu umfahren sind. Eine entscheidende Rolle bei der Prävention spielt die Kommunikation der grenzübergreifenden Behörden. Sicherheitskampagnen oder Infotafeln stossen aber an ihre Grenzen, wenn Freizeitkapitäne den Regeln gar keine oder zu wenig Beachtung schenken. Die Behörden ihrerseits können sich die Frage stellen, ob Freizeitkapitäne – ob mit oder ohne erforderlichem Führerausweis – bei nachweislich grob fahrlässigem Verhalten belangt werden sollen. Wer sich im Strassenverkehr über die Gesetze hinwegsetzt, wird ebenso zur Kasse gebeten.

In erster Linie steht aber jeder einzelne Freizeitkapitän in der Verantwortung. Wer sich auf den Hochrhein wagt, muss die Gefahren kennen, schwimmen können und sich notfalls mit Rettungsmaterial ausrüsten.