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Unfälle auf der Summerslide: Beteiligte schieben sich die Verantwortung zu

Die Unglücksrutsche steht nicht mehr. Bei der Staatsanwaltschaft Thurgau sind mehrere Strafanträge eingegangen. Wer nun für die Unfälle haftet, ist indes noch unklar.
Dinah Hauser
Forensiker der Kantonspolizei Thurgau überprüfen die Rutschbahn. (Bild: Reto Martin)

Forensiker der Kantonspolizei Thurgau überprüfen die Rutschbahn. (Bild: Reto Martin)

Rund zehn Tage nach den Unfällen auf der Wasserrutsche Summerslide ist immer noch nicht klar, wer für diese haftet. Die Beteiligten schieben sich gegenseitig die heisse Kartoffel zu. Unterdessen haben mehrere Personen bei der Staatsanwaltschaft Thurgau Strafanträge wegen fahrlässiger Körperverletzung eingereicht.

Rund 1000 Besucher haben sich Anfang August auf der Rutsche in Steckborn vergnügt. Dabei verletzten sich mehrere Personen. Eine erlitt einen Lendenwirbelbruch. Der Anlass hätte das ganze Wochenende dauern sollen; der Veranstalter «Promotion Tools AG» nahm den Betrieb am Samstag jedoch nicht mehr auf.

Norm schreibt Gebrauchsabnahme vor

Der TÜV Thüringen hatte die Rutsche zweimal geprüft und abgenommen. Zuletzt Ende Juli in Luzern. Allerdings schreibe die Schweizer Norm für jeden Wiederaufbau einer solchen Anlage eine Gebrauchsabnahme vor, schreibt TÜV-Mediensprecher Jan Schnellhardt auf Anfrage. Ob diese in Steckborn erfolgt sei, sei dem TÜV nicht bekannt.

Die Veranstalterin «Promotion Tools AG» widerspricht. Der TÜV habe keinen Vorbehalt gemacht, dass für jede neue Veranstaltung eine erneute Abnahmeprüfung erfolgen müsse. Eine solche Auflage enthalte auch die Betriebsbewilligung nicht. «Summerslide konnte deshalb in guten Treuen davon ausgehen, dass bis zum Ablauf der Gültigkeit der Betriebsbewilligung Ende 2018 keine weiteren Vorkehrungen zu treffen sind», schreibt die Pressesprecherin von «Promotion Tools» Barbara Kallenberg.

TÜV-Sprecher Schnellhardt verdeutlicht: «Ob tatsächlich eine Gebrauchsabnahme erfolgt, obliegt den örtlichen Behörden.» Die Überprüfung der Anlage sei also nicht Sache des Veranstalters, sondern der Stadt Steckborn gewesen.

Mit den Sicherheitsnachweisen, ausgestellt durch den TÜV, habe «Promotion Tools» bei der Stadt die Bewilligung für den Anlass eingeholt. Tatsächlich würden vielerorts die Sicherheitsnachweise zur Aufnahme des Betriebs genügen, bestätigt TÜV-Sprecher Schnellhardt.

«Die Stadt kümmert sich um das Drumherum»

«Wir prüfen keine Geräte. Das muss der Veranstalter selbst organisieren», sagt der Stadtpräsident Roger Forrer. «Die örtliche Bewilligung, welche wir ausstellen, betrifft den Platz der Veranstaltung inklusive Sicherheitskonzept und den Verkauf von beispielsweise Trink- und Esswaren.» Die Stadt kümmere sich also um das Drumherum.

Das sei wie beim Jahrmarkt: «Wenn jemand eine Grillbude aufstellt, prüfen wir nicht die Gasflaschen. Wir prüfen aber zusammen mit den Blaulichtorganisationen, ob die Zufahrt von Rettungswagen gewährleistet ist», sagt Forrer. Kallenberg bestätigt die Ausführungen von Forrer. Es sei klar, dass die örtlichen Behörden die Rutsche nicht prüfen müssen. «Denn diese Prüfung ist vorgängig bereits durch den TÜV erfolgt. Dies belegt der Sicherheitsnachweis vom TÜV.»

Konkret hatte der Veranstalter den TÜV Thüringen zweimal beauftragt, die Rutschbahn zu prüfen: einmal Ende Mai in Steckborn und einmal Ende Juli in Luzern. Demnach wies die Rutschbahn beim ersten Termin noch Mängel auf, welche bis zur zweiten Kontrolle in Luzern behoben wurden. «Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt und für diesen Standort mängelfrei», bestätigt der TÜV-Sprecher Schnellhardt. Der Sicherheitsnachweis wurde alsdann bis Ende 2018 ausgestellt. «Promotion Tools»-Sprecherin Kallenberg bestätigt beide Sicherheitsprüfungen.

Zwei Sicherheitsnachweise vom TÜV

Die Summerslide hatte in der Folge zwei Sicherheitsnachweise durch den TÜV erhalten. Jener für die Wasserrutsche belegt die generelle Zulassung als solche. Zusätzlich wurde der Sicherheitsnachweis für eine Schaustell- und Zirkusanlage ausgestellt. «Dieser Sicherheitsnachweis gibt Summerslide die Erlaubnis im Rahmen des bewilligten Zeitraums, die Wasserrutsche immer wieder aufzustellen», schreibt die Mediensprecherin der «Promotion Tools AG». Mit diesen beiden Sicherheitsnachweisen hole Summerslide jeweils die Bewilligung bei den örtlichen Behörden für den einzelnen Anlass ein.

Die Staatsanwaltschaft Thurgau führt derzeit ein Strafverfahren. Die Ergebnisse der Abklärungen sind derzeit noch offen. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung.

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