Umgestaltung Friedhof, «Smart Meter» und Budget mit Steuerfusserhöhung: Gemeinde Mammern sagt Amen zu allen Geschäften

Nach vielen Traktanden und Diskussionen: Die Stimmberechtigten der Unterseegemeinde Mammern genehmigen alles ohne Gegenstimme.

Margrith Pfister-Kübler
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Mit Masken und genügend Sicherheitsabstand entscheiden die Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle mit.

Mit Masken und genügend Sicherheitsabstand entscheiden die Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle mit.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Ein Stück Normalität. Das wollte die Gemeinde Mammern mit ihrer Versammlung vom Mittwochabend beweisen. «Wir reden mit Maske und anstelle der Präsenzliste gibt es vornummerierte Stimmkarten», sagte Gemeindepräsidentin Anita Dähler zu Beginn der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle. Lüftungspausen gab es jeweils nach einer Stunde, weshalb schliesslich deren zwei notwendig waren. Denn die 45 anwesenden Stimmbürger waren in Diskussionslaune, wie schon der Kreditantrag über 107'000 Franken für die zweite Etappe der Friedhofumgestaltung zeigte.

Gemeindepräsidentin Anita Dähler.

Gemeindepräsidentin Anita Dähler.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

Gemeinderätin Erika Siegwart blendete zurück auf die erste Etappe der Neugestaltung 2015. Jetzt soll die Urnenmauer neben dem Friedhofsgebäude abgebrochen und die ursprüngliche Situation mit Zaun wiederhergestellt werden. Davor wird ein kleiner Vorplatz gepflästert.

Das Gebäude selbst wird innen und aussen aufgefrischt. «Alles soll grüner und freundlicher werden, ein Gartenfriedhof», betonte Siegwart. Die vier Tannen zwischen Friedhof und Pfarrhaus werden entfernt. Dies fand keinen Anklang. «Ist das wirklich nötig, 70 bis 80 Jahre alte Bäume ohne Not zu fällen?», fragte ein Votant. Man habe dies auch mit der katholischen Kirchenbehörde angeschaut, es bringe mehr Licht, entgegnete Siegwart. «Bei der Pflästerung aber bitte keine Steine wie am Landungssteg», so ein weiteres Votum. Die Stimmbürger genehmigten den Kredit ohne Gegenstimme.

Schritt für Schritt zu «Smart Meter»

Bis Ende 2027 werden Messeinrichtungen, sogenannte «Smart Meter», in der ganzen Schweiz zur Pflicht. Die Gemeinde Mammern hat dafür ein Konzept erarbeitet, das mit dem Kredit­antrag von 405000 Franken von Gemeinderätin Christel Hasert vorgestellt wurde. Die Kosten werden auf drei Jahre aufgeteilt. «Von dieser Digitalisierung profitieren sowohl Energieversorger als auch Liegenschaftsbesitzer.» Es entstehen keine Kosten für die Endverbraucher. Die manuelle Ablesung vor Ort entfalle und alles werde präziser. Gibt es Alternativen?», fragte jemand. Jemand anderes sagte:

«Das geht mir zu schnell, die Technik macht in sieben Jahren gewaltige Fortschritte.»

«Wir haben Zeit bis 2027. Aber billiger wird es nicht», sagte Hasert. Gemeindepräsidentin Dähler ergänzte: «Sieben Jahre zu warten, ist eine Illusion. Unser lokales Gewerbe kann dann nicht alles in einem Jahr umsetzen, dazu braucht es drei bis vier Jahre.» Erneut genehmigten die Stimmbürger den Kredit ohne Gegenstimme.

Neue Gemeindeordnung erhöht Finanzkompetenz

«Ausschlaggebend für die Revision der neuen Gemeindeordnung war die tiefe Finanzkompetenz», sagte Gemeinderätin Erika Siegwart. Für einmalige Ausgaben liegt diese nun neu bei 40'000 Franken (bisher 15'000 Franken) und für wiederkehrende Ausgaben bei 8000 Franken (bisher 3000 Franken).

Und aus Gründen der besseren Lesbarkeit stellte die Gemeinde den Antrag, auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen zu verzichten. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht, so der Antrag. Mit dem Zusatz der Geschlechterneutralität genehmigten die Stimmbürger die neue Gemeindeordnung – wieder ohne Gegenstimme.

Steuerfuss steigt von 94 auf 96 Prozent

«Wir haben beim Budget 2021 die Steuereinnahmen gleich gelassen. Wir setzen auf das Vorsichtsprinzip», sagte Gemeindepräsidentin Anita Dähler. Gerechnet wird mit einem Minus von knapp 300'000 Franken, bei einem Aufwand von 3,9 Millionen. Das Eigenkapital per 31. Dezember beträgt 1,95 Millionen. «Eigentlich wäre ein Steuerfuss von 111,49 Prozent – Gemeinde 37 Prozent, Schule 59 Prozent – notwendig», sagte Dähler.

Wegen Corona und zu erwartender Mindereinnahmen sind die Erträge trotz der Steuerfusserhöhung von zwei Prozent tiefer als 2019 budgetiert. Das Budget 2021 mit Erhöhung des Steuerfusses von 94 auf 96 Prozent (37 Prozent politische Gemeinde, 59 Primarschule) wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Bei den Investitionen stehen eine Vorstudie für Schulraumerweiterung, elektronische Archivierung des Gemeindearchivs, neue Website bis zum Verkehrskonzept an.