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Um den Steuerfuss in Wagenhausen tief zu halten

Die Gemeinde Wagenhausen will in der Schööfferwis in Kaltenbach ein Wohn- und Gewerbehaus erstellen, das auch Platz für eine Arztpraxis bieten soll. Die Stimmbürger entscheiden an der Gemeindeversammlung darüber.
Dieter Ritter
Die Visualisierung zeigt das geplante Wohn- und Gewerbehaus an der Hauptstrasse in Kaltenbach. (Bild: PD/Architekturbüro Müller + Partner)

Die Visualisierung zeigt das geplante Wohn- und Gewerbehaus an der Hauptstrasse in Kaltenbach. (Bild: PD/Architekturbüro Müller + Partner)

«An einer Strategiesitzung über die Finanzsituation der Gemeinde stellten wir fest, dass uns grosse Investitionen in die Infrastruktur zu einer Steuererhöhung von zwei bis drei Prozent zwingen würden», sagte Gemeindepräsident Harry Müller. Rund 110 Interessierte kamen in die Aula der Turnhalle Kaltenbach. Auf der Suche nach Alternativen beschloss der Gemeinderat, die Überbauung von gemeindeeigenem Land mit anschliessender Vermietung zu prüfen.

Er fand eine vielversprechende Möglichkeit in Kaltenbach. «Ich erfuhr, dass die Gemeinschaftspraxis Ärzte am Rhein Eschenz Ausbaupläne hat und nahm Kontakt auf», sagte Müller. Eine Projektkommission mit Vertretern der Ärzte und des Gemeinderates erarbeitete mit Hilfe des Architekturbüros Müller + Partner aus Stein am Rhein ein Konzept.

Holzbau mit klassischem Satteldach passt ins Ortsbild

Müller erklärte die Ausbaupläne. Im Erdgeschoss entsteht eine Arztpraxis mit Eingang an der Hauptstrasse. Im Obergeschoss sind fünf Wohneinheiten mit Zugang von der Degerfelderstrasse her: drei Wohnungen mit zweieinhalb und zwei mit dreieinhalb Zimmern. Der Weg zum Haus, das Treppenhaus mit Lift sowie die Wohnungen werden barrierefrei gestaltet. Die Nasszellen sind altersgerecht dimensioniert. Damit sind alle Wohnungen auch für Menschen mit Beeinträchtigungen geeignet.

Harry Müller, Gemeindepräsident Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Harry Müller, Gemeindepräsident Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Das Dachgeschoss wird als Raumreserve vorerst nicht ausgebaut. Christian Sauter, Architekt bei Müller + Partner, orientierte über die Gebäudehülle. Beim Bau wird der Minergie-Standard eingehalten. Mit seiner Holzbauweise und dem klassischen Satteldach gliedert sich das Gebäude gut ins Ortsbild ein. Mit einem Grundriss von 32 auf 17,5 Metern und einer Höhe von elf Metern entspricht es auch in Bezug auf die Grösse der traditionellen Scheunen- und Bauernhausarchitektur der Region. Im Osten des Areals sind 27 Parkplätze für Praxis und Wohnungen geplant. Davon sind zwei für Behinderte und einer für die Ambulanz reserviert. Bei Bedarf könnten weitere Parkplätze gebaut werden. Im September 2020 sollten die Mieter einziehen können.

Ärzte ziehen von Eschenz nach Kaltenbach

Die Räume der Gemeinschaftspraxis Ärzte am Rhein AG in Eschenz bestehen seit 1975. Sie sollten grundlegend erneuert werden. «Wir haben die Sanierung des Gebäudes geprüft. Dabei haben sich die Nachteile eines solchen Vorhabens gezeigt», teilten die Ärzte mit. Sie haben deshalb mit der Gemeinde Wagenhausen verbindlich vereinbart, dass sie das Erdgeschoss des in der Schööfferwis geplanten Hauses langfristig mieten würden, falls die Stimmbürger dem Projekt zustimmen. Die Praxis könnte in etwa zwei Jahren nach Kaltenbach umziehen. Die medizinische Grundversorgung der Region Untersee und Rhein wäre weiterhin sichergestellt. Was mit der jetzigen Liegenschaft in Eschenz passiert, ist noch nicht entschieden. Derzeit arbeiten in Eschenz die Ärzte Hansjörg Lang und Michael H. Lang, Evelyne Sulger Büel, Sarah Pfrommer und Constantin Röck. (drd)

Gemeinderätin Karin Vetterli-Ruh, Sozialreferentin, weiss, wie wichtig die Schaffung von altersgerechten Wohnungen ist. 18 Prozent der Bevölkerung in Eschenz und Wagenhausen sind älter als 65 Jahre. Diese Gemeinden richteten gemeinsam eine Anlaufstelle mit Telefonberatung ein und gründeten das Forum Generation Silber. Die fünf neuen Wohnungen wären eine willkommene Ergänzung des Angebotes für ältere Menschen.

Ein jährlicher Überschuss von 38000 Franken

Gemeinderat Roland Tuchschmid sprach über die finanziellen Aspekte des Vorhabens. Das Investitionsvolumen beträgt rund 3,5 Millionen Franken. Es würde durch die Thurgauer Kantonalbank und die Raiffeisenbank finanziert. Der Jahres-Mietertrag wird auf 179'000 Franken geschätzt. Zinsaufwand, Unterhaltskosten und Abgaben machen voraussichtlich 141'000 Franken aus. Damit bliebe jährlich ein Überschuss von 38'000 Franken. «Nebst dem finanziellen Aspekt sind auch die Arztpraxis und die altersgerechten Wohnungen ein Vorteil für die Gemeinde», sagte Harry Müller.

In der anschliessenden Diskussion schlugen mehrere Votanten vor, Investoren zu suchen, die im Baurecht das Projekt übernehmen. Andere warnten, dass das fast unmöglich sei. Die meisten waren sich aber einig, dass das Projekt vorteilhaft wäre, besonders bezüglich der ärztlichen Grundversorgung.

An der Gemeindeversammlung vom Freitag, 7. Dezember, wird über das Projekt abgestimmt. Sie findet um 20 Uhr in der Turnhalle Kaltenbach statt.

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