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Uesslinger Firma ist weltweit unter Strom

Die Firma Schlatter arbeitet nicht nur regional. Der Familienbetrieb übernimmt
seit bald 40 Jahren Aufträge in Schweizer Botschaften in Europa, Asien und Afrika.
Christine Luley
Mitarbeiter Arif Limani macht die Kisten für den Transport bereit. Er wird die Arbeiten in Albanien erledigen. Sein Vorteil: Er spricht Albanisch. (Bild: Christine Luley)

Mitarbeiter Arif Limani macht die Kisten für den Transport bereit. Er wird die Arbeiten in Albanien erledigen. Sein Vorteil: Er spricht Albanisch. (Bild: Christine Luley)

«Botschaftsresidenz, Rruga Donika, Kastrioti, Villa 11, 1019 Tirana, Albanien» steht auf den Klebeetiketten der vier Holzkisten auf dem Vorplatz der Firma Schlatter in Uesslingen. Werkzeug, Rohre, Kabel, Verteiler und andere Elektromaterialien sind darin verpackt. Zuvor waren die Transportkisten schon in der Schweizer Botschaft in Kathmandu, Nepal, im Einsatz. «Wir haben dort als Baubegleitung die örtlichen Firmen unterstützt und im Auftrag des Bundes kontrolliert», erklärt Geschäftsinhaber Andreas Schlatter.
Es mag erstaunen, dass ein Uesslinger Familienbetrieb mit rund zwanzig Mitarbeitenden in diversen Schweizer Botschaften in Nordafrika und im Nahen Osten Elektroinstallationen ausführt. «Diese Tätigkeit macht nur einen Bruchteil unseres Auftragsvolumens aus», sagt Schlatter. Etwa vier solche Aufträge nimmt die Firma pro Jahr wahr. «Diese Arbeitseinsätze sind spannend und bringen Pfeffer in unser Montage-Leben», fügt er hinzu.

Seit den 1980er-Jahren

Meinrad Schlatter, Firmengründer und Onkel von Andreas Schlatter, hat 1982 damit begonnen. Ein Militärkollege seines Onkels, erzählt Andreas Schlatter, habe für die Alusuisse Lonza Group Schweizer Botschaften in Afrika gebaut und saniert. Er machte sich selbstständig und verschaffte der Schlatter AG den ersten Auftrag gab. Seit 2000 führt der Uesslinger Betrieb die Elektroprojekte selbst aus.

1984 kam Andreas Schlatter zu seinem ersten Einsatz in Afrika. Die damalige Schweizer Botschaft in Guineas Hauptstadt Conakry brauchte eine neue Stromverteilung. Der junge Elektroinstallateur, frisch aus der Rekrutenschule, freute sich auf die Herausforderung. «Ich kannte ähnliche Situationen, wenn die Stromspannung in der Schweiz ausfiel, aber in Guinea warteten andere Schwierigkeiten», erinnert er sich.

Der junge Staat in Westafrika stand 1984 unter dem Regime Sékou Tourés, der im selben Jahr starb. Eine kleine Schweizerkolonie aus Unternehmern, Ärzten und Entwicklungshelfern existierte in Guinea. Bauxit und andere Bodenschätze hatten Schweizer Investoren in die ehemalige französische Kolonie gezogen und Unternehmen aus der Aluminiumherstellung und anderen Bereichen hatten sich niedergelassen.

«Pas encore arrivé»

Schlatter berichtet, dass bei der Ankunft in Conakry das vorab geschickte Material nicht gleich zur Verfügung stand. «Pas encore arrivé», lautete die Auskunft der zuständigen Stelle am Hafen. Schlatter suchte auf eigenen Faust nach dem Container und erwirkte die Freigabe.
Telefon- oder Faxverbindungen aus Guinea existierten nicht. Der Rapport der Arbeitsschritte nach Uesslingen erfolgte via Radio Berna. «Die Verbindung lief via Kurzwellenfunk aufs Telefon in der Schweiz. Dabei konnte immer nur die eine Seite sprechen», beschreibt Schlatter. Im Lauf der Jahre erlebten die Monteure auf Montage schwierige Situationen. «Es war aber nie gefährlich», versichert Andreas Schlatter.

«Wenn etwas fehlt, kann man nicht einfach mal kurz ins Depot.»
Andreas Schlatter, Firmeninhaber

Jetzt stehen Anpassungen der elektrischen Installationen in der Schweizer Botschaft in Tirana auf dem Programm. Die Botschaft, die in einer Villa aus dem beginnenden zwanzigsten Jahrhundert untergebracht ist, soll erdbebensicher gemacht werden. Der langjährige Projektleiter Peter Hollenweger und Mitarbeiter Arif Limani kennen das Gebäude bereits von einem Einsatz vor acht Jahren und haben die Situation nochmals rekognosziert. Der gebürtige Mazedoniere spricht Albanisch. «Bei Einsätzen in entfernten Destinationen muss man genau berechnen, wie viel Material und Werkstoffe gebraucht werden» erklärt Schlatter. «Wenn etwas fehlt, können wir es nicht schnell aus dem Magazin holen oder neu einkaufen.» Doch die Arbeits- und Projektvorbereitung habe bisher immer gut geklappt, meint Schlatter.

Bundesamt sorgt für baulichen Unterhalt

Gemäss Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA unterhält die Schweiz mit fast allen Staaten der Welt diplomatische Beziehungen. Die Eidgenossenschaft ist mit rund 170 Botschaften, Generalkonsulaten und Kooperationsbüros sowie Missionen bei internationalen Organisationen vertreten. Das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL in Bern sorgt für den Bau und Unterhalt der Schweizer Botschaften. (clu)

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