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Uesslinger Biowinzer macht einen Wein aus drei Sorten

Von ihrem Weingut bieten Roland und Karin Lenz neuerdings auch «Gemischten Satz» an. Die verschiedenen Sorten werden gemeinsam an einem Rebberg angebaut und machen ihn so auch vitaler.
Ines Biedenkapp
Roland Lenz zwischen seinen jungen Reben auf dem Iselisberg. (Bild: Thi My Lien Nguyen, August 2017)

Roland Lenz zwischen seinen jungen Reben auf dem Iselisberg. (Bild: Thi My Lien Nguyen, August 2017)

«Ich hab die ‹Gemischten Sätze› schon länger beobachtet», sagt Roland Lenz. «Es ist eigentlich die ursprüngliche Form dieser Region. Vor etwa 150 Jahren galt diese Anbauweise als Standard.» Heute kennt man diese Art Wein hauptsächlich aus den Anbaugebieten in Österreich und Chile. Für den Winzer hat diese Art des Anbaus einige grosse Vorteile: «Das Krankheits- und Schädigungspotenzial geht massiv nach unten. Zudem vermindert sich das Risiko von Frost- und Blüteschäden.»

Wein aus drei verschiedenen Sorten

Nun bietet das Weingut Lenz in Uesslingen auch «Gemischten Satz» an. Dabei werden an einem Rebberg mindestens drei verschiedene Weinsorten angebaut. Der grösste Anteil einer Varietät darf nicht grösser als 50 Prozent und der drittgrösste Anteil darf nicht kleiner als zehn Prozent sein. Normalerweise findet man den «Gemischten Satz» nur bei Weissweinen. Doch das Weingut Lenz bietet auch einen Roten an. «Man pflanzt die Rebsorten dabei immer nebeneinander», erklärt Roland Lenz das Verfahren. Mit einem Lachen sagt er:

«Praktischerweise sollte man Sorten nehmen, die auch gleichzeitig reif werden.»

Mit seinen vielen Ideen gehört der Bio-Winzer eindeutig zu den Visionären in seinem Metier. Auf seinem Weingut in Uesslingen, das er mit seiner Frau Karin führt, wird durch die Fotovoltaikanlage mehr Strom hergestellt als benötigt. Sie produzieren aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten absolute Topweine, für die sie einen Preis nach dem anderen erhalten und bringen durch «Insektenhotels» mehr Nützlinge in die Rebberge. Zuletzt wurden Karin und Roland Lenz im Mai zu den «Schweizer Biowinzer des Jahres 2018» ernannt.

Der Wein schmeckt immer ein wenig anders

Für seinen «Gemischten Satz» hat sich Roland Lenz für die Sorten Muscaris, Bronner und Cal 6-04 entschieden. Man könnte meinen, dass man somit immer einen Drittel jeder Sorte auch im Endprodukt Wein hat, doch es gibt einige Besonderheiten zu beachten: «Vergangenes Jahr hat Muscaris sehr unter dem Frost gelitten», sagt Biowinzer Lenz. «Daher kann man vor allem die Sorte Bronner aus dem Weisswein heraus schmecken, aber genau das macht diese Sorte Wein so spannend – denn eine Sorte kommt immer gut.» Und schmeckt immer ein wenig anders.

Doch das ist nicht der einzige Vorteil: «Bei drei Sorten hat man auch drei verschiedene Eigenschaften. Die Pflanzen helfen sich also gegenseitig, etwa durch das Wurzelsystem oder hormonelle Stoffe, die durch die Luft übertragen werden», sagt Lenz. Diese Art der Pflanzenkommunikation ist unter Bäumen bereits bewiesen, und das Team des Weinguts hat es sich zur Aufgabe gemacht, dies auch bei den Reben zu beweisen.

«Man sieht jetzt schon die Unterschiede – der Rebberg ist viel vitaler als die anderen.»

Der rote «Gemischte Satz» ist bereits ausverkauft. Er war vor allem bei den Skandinaviern beliebt. «Das hat mich sehr überrascht», sagt Roland Lenz. «Aber die Skandinavier sind viel offener in Punkto neuer Weine oder Rebsorten.» Der Weisswein kann für 19.50 Franken auf dem Weingut erworben werden.

Hinweis: www.weingut-lenz.ch

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