Überraschend komplett: Bereits nach dem ersten Wahlgang sind alle fünf Frauenfelder Stadtratssitze vergeben

Sieben Kandidaten für vier nebenamtliche Stadtratsmandate: Kaum einer hätte gedacht, dass es nur einen Wahlgang braucht. Doch nun ist es so: Nebst Stadtpräsident Stokholm sind Stadträtin Aepli sowie die Neuen Dätwyler, Hugentobler und Elliker gewählt.

Mathias Frei
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Bitte für das erste Frauenfelder Stadtrats-Selfie lächeln: Fabrizio Hugentobler (FDP, neu), Barbara Dätwyler (SP, neu), Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP, bisher), Elsbeth Aepli (CVP, bisher) und Andreas Elliker (SVP, neu). (Bilder: Andrea Stalder)

Bitte für das erste Frauenfelder Stadtrats-Selfie lächeln: Fabrizio Hugentobler (FDP, neu), Barbara Dätwyler (SP, neu), Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP, bisher), Elsbeth Aepli (CVP, bisher) und Andreas Elliker (SVP, neu). (Bilder: Andrea Stalder)

Freud und Leid liegen am Sonntagnachmittag im Rathaus ein paar Meter auseinander. Ein erster Applaus gibt’s zu CVP-Stadträtin Elsbeth Aeplis überlegener Wiederwahl in den Frauenfelder Stadtregierung, derweil bei den Vertretern von Chrampfe&Hirne (CH) das gefühlt lange Warten beginnt, bis ihr Kandidat Johannes Eiholzer zur Sprache kommt.

SP-Kandidatin Barbara Dätwyler quittiert ihre Neuwahl mit einem entzücktem «Ja», bei Fabrizio Hugentobler (FDP) und Andreas Elliker (SVP) hört man Bravo-Rufe. Die beiden Herren komplettieren die Behörde. Aus Kandidatinnen und Kandidaten sind, ganz überraschend, schon nach dem ersten Wahlgang Stadträtinnen und Stadträte geworden.

Stadtschreiber Ralph Limoncelli in Aktion.

Stadtschreiber Ralph Limoncelli in Aktion.

Ihre drei Konkurrenten Roland Wyss (EVP), Stefan Leuthold (GLP) und Johannes Eiholzer haben das absolute Mehr knapp nicht erreicht. Vor allem der siebte und damit letzte Platz von Eiholzer erstaunt, hat er mit CH doch immerhin die zweitstärkste Gemeinderatspartei im Rücken. Das Resultat in seiner Gesamtheit zeigt aber auch: Alle Kandidaten waren absolut wählbar, niemand fiel ab.

Hansjörg Stettler herzt seine Ehefrau und Stadträtin Elsbeth Aepli.

Hansjörg Stettler herzt seine Ehefrau und Stadträtin Elsbeth Aepli.

Departementsverteilung noch im Februar

«Wir sind alle überrascht, dass es schon im ersten Wahlgang entschieden ist», kommentiert Stadtpräsident Anders Stokholm die kurze Präsentation von Stadtschreiber Ralph Limoncelli, die erstmals live auf Facebook und Instagram gestreamt worden ist. Hundert Zuseher online und drei Dutzend vor Ort sind dabei.

Auch Stokholm selber schafft eine tadellose Wiederwahl. Man habe schwer mit einem zweiten Wahlgang am 31. März gerechnet, deshalb sei die Departementsverteilung auch noch nicht terminiert, sagt er. Diese wichtige Sitzung wird nun vorgezogen. «Sicher noch im Februar», wie Stokholm festhält. Die zukünftigen Behördenmitglieder werden sodann in den Monaten April und Mai als Beisitzer den Stadtratssitzungen beiwohnen, bevor es für sie per 1. Juni mit Beginn der Legislatur 2019 bis 2023 ernst gilt.

«Ende gut, alles gut – und das bereits im ersten Wahlgang», kommentiert der als Geheimfavorit gehandelte SVP-Gemeinderat Elliker seine Wahl. Es sei eben nicht immer so eindeutig, wie es von aussen wahrgenommen werde, meint er und dankt seinen Wählern. Ellikers zukünftige Stadtratskollegin Aepli erzählt, sie habe noch bis vor kurzem ein wenig um ihre Wiederwahl gebibbert. «Auf jeden Fall hätte ich nicht mit einem Resultat in dieser Deutlichkeit gerechnet.» Das sei nun wahrlich eine gefreute Sache.

Noch angespannt: der zukünftige Stadtrat Andreas Elliker (Mitte) und seine Vorgänger Ruedi Huber (rechts).

Noch angespannt: der zukünftige Stadtrat Andreas Elliker (Mitte) und seine Vorgänger Ruedi Huber (rechts).

Die grosse Freude ob der Wahl sieht man SP-Gemeinderätin Dätwyler an. Sie strahlt übers ganze Gesicht. «Viele sagten zu mir: Es braucht eine klare linke Stimme», erzählt sie. Ein bisschen habe ihr wohl auch der Frauenbonus geholfen, dass es also einer zweiten Frau im Stadtrat bedarf. «Und ich habe einen erfolgreichen Wahlkampf bei den Leuten betrieben.»

Sichtlich erfreut: die gewählte Barbara Dätwyler mit Ehemann Adrian Weber.

Sichtlich erfreut: die gewählte Barbara Dätwyler mit Ehemann Adrian Weber.

Ein nicht weniger zufriedenes Lächeln hat der FDP-Kandidat Hugentobler auf dem Gesicht. Natürlich habe er sich Chancen ausgerechnet, sonst hätte er nicht kandidiert, meint Hugentobler. «Aber dass es schon im ersten Wahlgang reicht, hätte ich nicht erwartet.» Ihm sei wohl zugute gekommen, dass es für die Frauenfelder eher eine Personen- denn eine Parteienwahl gewesen sei, mutmasst er. Im Hintergrund blitzen die Kameras. Ein halbes Dutzend Journalisten nimmt Hugentobler und die anderen Gewählten in Beschlag. Ein erster Vorgeschmack auf das neue Amt.

Neuer Stadtrat: Fabrizio Hugentobler mit Sohn und Ehefrau Suzana.

Neuer Stadtrat: Fabrizio Hugentobler mit Sohn und Ehefrau Suzana.