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TVO-Ständeratsdebatte: Beim Fleisch und der Strasse endet die Einigkeit der Thurgauer Kandidaten

In der TVO-Wahlsendung debattieren die drei Thurgauer Ständeratskandidaten Brigitte Häberli-Koller (CVP, bisher), Ueli Fisch (GLP) und Kurt Egger (GP) am Dienstagabend in vergnüglicher Atmosphäre über Klima, Kandidatur und Konsum.
Sebastian Keller
Live-Sendung auf TVO: Kurt Egger, Ueli Fisch, André Moesch (Moderator und Leiter TVO), Brigitte Häberli-Koller. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Live-Sendung auf TVO: Kurt Egger, Ueli Fisch, André Moesch (Moderator und Leiter TVO), Brigitte Häberli-Koller. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Brigitte Häberli-Koller lehnt sich nicht entspannt zurück. «Eine Majorzwahl muss man zuerst noch bestehen», sagt die amtierende CVP-Ständerätin in der Livesendung am Dienstagabend. Zudem sei die Auswahl grösser als vor vier Jahren. Sechs Kandidaten kämpfen um zwei Sitze.

Moderator André Moesch, Leiter TVO, erkundigt sich bei Kurt Egger (GP), ob er es denn ernst meine. Denn Egger verfüge über keine «richtige Wahlhomepage». Egger kontert:

«Ich meine es sehr ernst, meine Homepage ist seit vier Stunden online.»

Der dritte Kandidat heisst Ueli Fisch (GLP). Er sagt, dass es ihm keine Rolle spiele, welchen Sitz er angreife. «In erster Linie gehe ich aber auf den freien Sitz los», fügt er hinzu. Und diesen Sitz will die SVP mit Jakob Stark verteidigen.

Klimawandel: Alle fordern Massnahmen

Die drei Kandidaten gehen vor den Fernsehkameras pfleglich miteinander um. Das zeigt sich auch beim Thema Klimawandel. Einigkeit herrscht, dass Massnahmen ergriffen werden müssen. Häberli-Koller verweist darauf, dass die zuständige Ständeratskommission Massnahmen im CO2-Gesetz beschlossen habe. Eine Flugticketabgabe befürworte sie. «Über eine Treibstoffabgabe muss man reden.» Sie will das Feld in der ökologischen Frage nicht den grünen Parteien überlassen. Häberli-Koller:

«Auch bei der CVP ist es ein grosses Thema.»

Fisch und Egger sind sich einig, dass der Klimanotstand ausgerufen werden müsse. «Wir haben das im Thurgau versucht, es ist uns nicht gelungen», sagt Fisch. Egger pflichtet bei: «Wir haben mehr als fünf vor zwölf.» Mit Freiwilligkeit sei dem Klimawandel nicht beizukommen.

Häberli-Koller schüttelt bei einer Fleisch-Steuer den Kopf

Differenzen offenbaren sich auch unter den grünen Parteien. Und zwar in der Frage nach einer Steuer auf Fleisch. Der GLP-Kandidat setzt auf Eigenverantwortung. Fisch bekennt:

«Ich muss auch bei mir noch etwas arbeiten.»

Egger zeigt sich offen für eine Fleisch-Steuer. Er findet aber, zuerst brauche es eine Deklaration für Lebensmittel. Auf der Etikette müsse gezeigt werden, wie viel Emissionen ein Produkt verursache.

Bei dieser Idee schüttelt die CVP-Ständerätin den Kopf: «Ich warne davor, dass die Deklarationszettel immer länger werden.» Egger entgegnet: «Weil wir keine schlauen Etiketten haben, muss Frau Häberli alles durchlesen.» Dem grünen Kandidaten schwebt ein Ampelsystem wie bei Autos vor.

BTS: GP und Grüne kritisieren Kosten

Differenzen zeigen sich auch beim Thema Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS). Häberli-Kollers «Ja» ist schon zu hören, bevor der Moderator sie nach ihrer Haltung zur BTS gefragt hat. «Ich bedaure, dass ich es nicht geschafft habe, das Projekt in den Ausbauschritt 2019 zu integrieren.» Für den nächsten Ausbauschritt ist sie optimistisch.

Egger und Fisch beklagen, dass das nun vorliegende Projekt doppelt so teuer sei wie bei der Abstimmung kommuniziert. Konkret: Statt 800'000 über 1,5 Milliarden Franken. Egger: «Wir sind gegen die BTS. Sie ist zu teuer und nicht nötig.» Er geht davon aus, dass sie bei einer neuerlichen Abstimmung abgeschmettert würde. Das glaubt auch Fisch. Er befindet sich aber nach eigenen Aussagen in einem Dilemma wegen des Volks-Ja. Aktuell stört er sich am «komischen Viadukt» bei Weinfelden. «Der war bei der Abstimmung noch nicht da.»

Hinweis:
Am Donnerstag stehen sich mit Nina Schläfli (SP) und Jakob Stark (SVP) zwei weitere Ständeratskandidaten gegenüber. Ab circa 18.30 Uhr auf TVO. Die Sendung wird stündlich wiederholt.

Die Sendung zum Nachschauen:

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