Turnfabrik, AuGeil, Begeisterung: Die Stadt Frauenfeld hat den Anerkennungspreis und den Förderpreis 2019 verliehen

Meriten gehen an die Turnsport-Institution Turnfabrik und an das Musiklabel AuGeil-Records. Am Freitagabend ging die Feier im Rathaus über die Bühne.

Mathias Frei
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Auf der Galerie im Rathaus: Blumen, Urkunden, Würdenträger, Laudatoren und vor allem Preisträger: Stadtpräsident Anders Stokholm, Stiftung-Turnfabrik-Präsident Walter Gunterswiler, Turnfabrik-Laudator Werner Dickenmann, Turnfabrik-Vereinspräsident Roger Zuber, AuGeil-Vereinspräsident Tobias Rüetschi und die AuGeil-Laudatoren Johannes Eiholzer sowie Joel Introvigne.

Auf der Galerie im Rathaus: Blumen, Urkunden, Würdenträger, Laudatoren und vor allem Preisträger: Stadtpräsident Anders Stokholm, Stiftung-Turnfabrik-Präsident Walter Gunterswiler, Turnfabrik-Laudator Werner Dickenmann, Turnfabrik-Vereinspräsident Roger Zuber, AuGeil-Vereinspräsident Tobias Rüetschi und die AuGeil-Laudatoren Johannes Eiholzer sowie Joel Introvigne.

Bild: Donato Caspari

Wenn Stadtpräsident Anders Stokholm zum milden Psychedelic-Rock von Carve Up beschwingt auf dem Stuhl mitwippt, dann ist Verleihung des städtischen Anerkennungs- und Förderpreises 2019. Die Bühne dazu hat gestimmt am Freitagabend. Der Grosse Bürgersaal ist gut gefüllt mit Publikum. Der ganze Stadtrat ist anwesend, dazu Gemeinderatspräsident Severine Hänni sowie der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel.

Für den Breiten- und Spitzensport im Turnen

Die Turnfabrik an der Hummelstrasse bietet 1000 Quadratmeter Indoorfläche für den Breiten- und Spitzensport im Geräte- und Kunstturnen. Den Betrieb stellt der Verein Turnfabrik sicher, die Anlage gehört der gleichnamigen Stiftung. Stammvereine sind der STV Frauenfeld, TV Eschlikon, TV Hüttwilen, TV Märwil, der TV Münchwilen und TV Romanshorn. Die Turnfabrik an ihrem heutigen Standort besteht seit Sommer 2012. Ihre erste Halle nahm die Turnfabrik im Sommer 2004 auf dem Tuchschmid-Areal in Betrieb. Die Anlage wurde aber durch einen Grossbrand im Winter 2011 zerstört. Daraufhin konnte auf dem Huber-Areal ein Provisorium eingerichtet werden. (ma)

www.turnfabrik.ch

Die Band Carve Up ist Teil des Frauenfelder Musiklabels AuGeil-Records, Preisträger des diesjährigen Förderpreises, der mit 5000 Franken dotiert ist. Der 10'000 Franken schwere Frauenfelder Anerkennungspreis geht indes an die Turnfabrik. Stadtpräsident Stokholm hebt die Turnfabrik als Institution hervor, die nach erst 15 Jahren zu einem über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Aushängeschild für Frauenfeld geworden sei.

Die bewegende Geschichte der Turnfabrik

Alt Stadtrat Werner Dickenmann als Laudator blickt zurück auf die bewegende Geschichte der Turnfabrik. Auf die ersten guten Jahre, dann den Brand 2011. Viele Frauenfelder hätten damals gewünscht:

«Macht bitte, bitte weiter.»

Heute, so Dickenmann, turnen 165 U16-Jugendliche in der Turnfabrik, werden jährlich 5900 Stunden von Trainern und 8500 Stunden Ehrenamt geleistet. Der Lohn dafür sind 28 nationale Medaillengewinne seit 2013. Dickenmann spricht von einem Leuchtturm-Projekt der vergangenen 15 Jahre. Und: «Dieser Anerkennungspreis bedeutet für euch Ermutigung, Hoffnung, Zuversicht.» Stiftung-Turnfabrik-Präsident Walter Gunterswiler sagt, der Preis gebe Schub für kommende Projekte, etwa die geplante bauliche Turnfabrik-Erweiterung.

Hilfe zur Selbsthilfe für spannende Musik

AuGeil-Records ist ein Musiklabel von und für Musiker mit Do-it-yourself-Attitüde. Der Verein hilft mit Know-how, bei der Promotion, aber auch beim Konzert-Booking. Stilistisch abgedeckt werden Pop und daran angrenzende Musiksubkulturen: von Synthie-Drone-Sound und Psychedelic-Rock über Death-Metal und Schlafzimmer-Rock’n’Roll bis zu Stoner. Aktuell gehören dem Label 14 Bands oder Einzelacts aus der Ostschweiz, Winterthur, aber auch Basel und Olten an. Der Verein hat sich im Frühling 2016 in Frauenfeld gegründet. Die Gründungsmitglieder stammen aus dem Umfeld des Kulturlokals Kaff. Gründer Tobias Rüetschi präsidiert den Verein. (ma)

www.augeil.ch

Musiklabel bietet Platz für initiative Idealisten

Der Anerkennungspreis wird seit 1982 verliehen, beim Förderpreis ist AuGeil-Records in der Person des Gründers und Vereinspräsidenten Tobias Rüe­tschi erst der dritte Empfänger.  Laudator Johannes Eiholzer sagt: «Wenn alles aufgesogen wurde, was den Mainstream-­Ohren gefällt, dann gibt es jede Menge Platz. Platz für lokale, initiative und von Idealen getriebene Menschen.» Richtigerweise werde mit AuGeil-Records ein Kollektiv geehrt. Zugleich komme auch «der Kleber unser lokalen, kleinstädtischen Gemeinschaft zu Ehren: Eigeninitiative und Solidarität».

Der zweite «augeile» Dankesredner Joel Introvigne blickt in die Zeit der Namensfindung des Musiklabels zurück. So soll mal einer gesagt haben: «AuGeil heisst so, weil dieser Name nicht nervt, auch wenn man die ganze Zeit davon spricht.» Und er spricht von AuGeil-Ohrwürmern unter der Dusche. Vereinspräsident Rüetschi sagt:

«Wir sind einfach dankbar. Kulturarbeit ist nicht immer einfach.»
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