Turmhof in Steckborn: Endlich wird gebaut

Beim Turmhof fahren die Bagger auf. Ein Jahr lang werden die Arbeiten auf dem geschichtsträchtigen Areal dauern. Ab Frühsommer 2018 soll auch das Museum wieder geöffnet sein.

Donat Beerli
Merken
Drucken
Teilen
Die Baustelle vom Turmhof aus Richtung Seestrasse. Links an der Zwischengasse das Kaufhaus, rechts die Alte Schmitte. (Bild: Christoph Ullmann/PD)

Die Baustelle vom Turmhof aus Richtung Seestrasse. Links an der Zwischengasse das Kaufhaus, rechts die Alte Schmitte. (Bild: Christoph Ullmann/PD)

Die Entscheidung des Steckborner Stadtrates war nötig. Er hat kürzlich beschlossen, ein Darlehen von 1,35 Millionen Franken aufzunehmen und es im Sinne einer Bürgschaft an die Stiftung Turmhof weiterzureichen. «Das war unser Befreiungsschlag», sagt Stiftungsratsmitglied Christoph Ullmann. Denn damit ist die Umbaufinanzierung des Areals über 5,4 Millionen Franken endlich gesichert. Dank der Bürgschaft gewährt die Thurgauer Kantonalbank die notwendige Hypothek von 2,5 Millionen Franken. Die restlichen Aufwendungen würden mit Eigenmitteln, Spenden und gesetzlichen Beiträgen der öffentlichen Hand finanziert.

Mietwohnungen bringen Einnahmen

Bis zum 13. April werden auf dem Areal nun die Leitungen für die Kanalisation, die Wasserversorgung, die Elektrizität und das Erdgas neu verlegt. Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen am 2. Mai, wie die Stiftung in einer Medienmitteilung schreibt. Am Turmhof selbst werde es äusserlich die geringsten Eingriffe geben; hier genüge eine Renovation der Fassade.

Im Gebäude hingegen müssen die sanitären Anlagen und die elektrischen Installationen erneuert werden. Die Wohnung im dritten Stock wird ausgebaut, damit sie vermietet werden kann. «Die Aussicht auf den See ist einmalig», schwärmt Ullmann. Die Stiftung erwarte darum auch einen Ansturm auf diese Wohnung. Auf dem Areal entstehen weitere Mietwohnungen, welche die benötigten Einnahmen für die Stiftung bringen sollen. Ullmann ist sich sicher: «Wir können unsere Rechnungen damit sehr gut bezahlen.» Die Arbeiten am Turmhof sollen voraussichtlich bis Ende November dieses Jahres abgeschlossen sein.

Ende der Bauarbeiten im Frühjahr 2018

Wesentlich umfangreicher gestalten sich die Umbauten an den übrigen Gebäuden des Areals, am Kaufhaus, an der Alten Schmitte und am Pumpenhaus. Die sogenannte Remise wird zumindest vorläufig mehr oder weniger in ihrer heutigen Gestalt belassen.

Da jedoch keine Einsprachen mehr möglich sind, ist man zuversichtlich, was den Bauplan betrifft. Allfällige archäologische Funde könnten die Umbauten noch verzögern, sagt Baumann. Das sei aber unwahrscheinlich. Wenn alles klappt, rechnet die Stiftung mit einem Abschluss aller Arbeiten bis im Frühjahr 2018. Im Frühsommer desselben Jahres möchte man auch das Museum wieder eröffnen.

Ein Wahrzeichen

Der Turmhof wurde 1282 vom Reichenauer Abt erbaut. 1521 anerkannte das Thurgauische Landgericht den Turm als Freisitz mit Jagdprivileg im Gemeindebann von Steckborn. Darum erwarb die Gemeinde das Areal 1639, womit auch der Name Turmhof entstand. 1836 wurde im Turmhof eine Armenarbeitsanstalt eingerichtet und 1853 wieder aufgehoben. Seit 1937 hat das Heimatmuseum Gastrecht. (don)