Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Trotz heftigem Gegenwind nimmt die Thurgauer Regierung sechs Windenergie-Gebiete in den Richtplan auf

Über 1500 Eingaben hat der Kanton zum Entwurf der Richtplanänderung «Windenergie» erhalten. Viele Anträge wollten alle oder einzelne Windenergiegebiete streichen. Der Richtplan geht nun in den Grossen Rat.
Larissa Flammer
Ein Windkraftwerk im Windpark Le Peuchapatte in der Gemeinde Muriaux im Kanton Jura. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Ein Windkraftwerk im Windpark Le Peuchapatte in der Gemeinde Muriaux im Kanton Jura. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone)

Der Regierungsrat will sechs Windenergiegebiete in den kantonalen Richtplan aufnehmen. Salen-Reutenen, Thundorf und Braunau-Wuppenau werden festgesetzt; an diesen Standorten sind schon vertiefte Studien durchgeführt worden.

Das Gebiet Ottenberg wird mit dem Status Zwischenergebnis aufgenommen; es wird als geeignet eingestuft, eine vertiefte Abklärung fehlt noch. Als Vororientierung werden Bichelsee-Fischingen und Rodebärg in den Richtplan aufgenommen; dort sind erst generelle Vorstellungen vorhanden.

Zu diesem überarbeiteten Richtplanentwurf sind über 1500 Eingaben von insgesamt 2365 Antragstellern eingegangen. An den sechs Gebieten konnten die mehrheitlich kritischen Stimmen nichts ändern. Der Regierungsrat veröffentlichte am Freitag die Botschaft zur Richtplanänderung, die nun an den Grossen Rat geht.

Nach der Genehmigung wird noch nicht gebaut

«Die Menge der Eingaben sagt noch nichts über deren Inhalt aus, zeigt aber, dass das Thema Windenergie mobilisiert», sagt Thomas Volken, kantonale Abteilung Energie. Ja, es seien sehr viele Rückmeldungen gekommen. Das habe auch mit der Vorgehensweise der Gegner von Windenergiegebieten zu tun.

Der Kanton hat sämtliche Eingaben geprüft. Viele hätten sachlich widerlegt werden können oder seien nicht auf Stufe Richtplan zu klären. Volken erklärt:

«Viele Anträge oder Einwände sind erst auf Stufe Projekt überprüfbar, wenn es denn eines geben wird.»

Thomas Volken, Abteilung Energie Kanton Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Thomas Volken, Abteilung Energie Kanton Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Diesen Punkt betont der Fachspezialist Windenergie: «Wenn der Richtplan im Grossen Rat genehmigt wird, ist das erst eine frühe Stufe in einem langen Prozess.» Die Angst, dass danach bald die ersten Turbinen aufgestellt werden, sei unbegründet.

Der Richtplan sei erst die Voraussetzung für konkrete Projektplanungen. Am Schluss müsse jeweils die Standortgemeinde über die Zonenplanänderung abstimmen lassen, wofür eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. Und schliesslich brauche es auch eine Baubewilligung.

Bevölkerung und Nachbargemeinden können bei Planungen mitwirken

Einige kleineren Anpassungen hat der Regierungsrat nach der öffentlichen Bekanntmachung noch vorgenommen. So wurde unter anderem ein Planungsgrundsatz ergänzt, damit künftig die Abstimmung mit den Nachbarkantonen und dem benachbarten Ausland sichergestellt werden muss. Ausserdem müssen Bevölkerungen und Nachbargemeinden in geeigneter Weise bei der konkreten Planung mitwirken können.

914 Eingaben – darunter 5 von Gemeinden, 6 von Firmen und 6 von Organisationen – haben beantragt, dass auf die gesamte Richtplanänderung oder auf alle Windenergiegebiete im Thurgau verzichtet wird.

Verband spricht von «Affront gegenüber der Bevölkerung»

Auch der Verband «Freie Landschaft Thurgau» hatte sich zu Wort gemeldet und zeigt sich nun in einer Mitteilung enttäuscht: «Der Verband taxiert den Entscheid als Affront gegenüber der Bevölkerung.» Mehr als 2300 Antragsteller hätten den Richtplanentwurf überwiegend abgelehnt.

Es sei enttäuschend, dass die Regierung die sechs Gebiete nicht mindestens auf das vom Bund geforderte Minimum reduziert habe. So werde die Verantwortung auf den Stimmbürger abgeschoben, «der am Ende nach einer kostspieligen Evaluationszeit zu entscheiden hat». Der Verband ist überzeugt, dass der Thurgau zu kleinräumig und zersiedelt ist für Windenergieanlagen. In der Schweiz gebe es genug Alternativ-Energien zur Windkraft.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.