Trotz Corona-Virus: 412 Zuschauer sehen in Frauenfeld einen hochspannenden Final-Auftakt

Das Eishockey-Publikum lässt sich die Freude am 1.-Liga-Playoff-Final zwischen dem EHC Frauenfeld und dem EHC Wetzikon nicht nehmen. Am Ende gewinnen die Zürcher Oberländer etwas glücklich 3:2. Gewonnen hat an diesem Abend aber auch der Sport.

Matthias Hafen
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Die Zuschauer verfolgen in der Frauenfelder Eishalle die Finalpartie zwischen dem Heimteam und Wetzikon.

Die Zuschauer verfolgen in der Frauenfelder Eishalle die Finalpartie zwischen dem Heimteam und Wetzikon.

Donato Caspari

Eishockeyfans kennen das Prozedere normalerweise auswendig: Keine Pyros, keine Wurfgeschosse, keine Dosen, Glas- und PET-Flaschen, keine Laserpointer und andere Gegenstände, die sich störend aufs Spiel auswirken, dürfen ins Stadion genommen werden. Mehr wird an Eishockeyspielen in der Regel nicht kontrolliert. Dass man sich durch eine ganze Liste von Massnahmen durcharbeiten muss, bis man überhaupt ein Ticket bekommt, ist aussergewöhnlich. So geschehen anlässlich des Playoff-Finals in der 1.-Liga-Ostgruppe zwischen Frauenfeld und Wetzikon.

Bändeltausch: Gegen Abgabe einer persönlichen Registrierung gab es ein Armband, mit dem man sich erst ein Ticket kaufen konnte.

Bändeltausch: Gegen Abgabe einer persönlichen Registrierung gab es ein Armband, mit dem man sich erst ein Ticket kaufen konnte.

Donato Caspari

Der EHC Frauenfeld war aber gut gerüstet für den Aufmarsch der Zuschauer. An zwei Tischen mussten sich die Matchbesucher vor dem Stadioneingang zuerst eigenhändig registrieren. Erst dann wurde ihnen ein Ticket verkauft. Das war eine der Auflagen, die der Kanton Thurgau gemacht hatte, damit das erste Spiel der Best-of-five-Serie mit Zuschauern durchgeführt werden konnte. Trotzdem gab es kaum Wartezeiten.

Beste Stimmung hüben wie drüben

Die Bemühungen des Frauenfelder Eishockeyclubs wurden mit einer Kulisse von 412 Zuschauern belohnt und vollen Kassen an den Verpflegungsständen. Dass nur ein Eingang respektive Ausgang genutzt werden konnte, machte ebenfalls keine Probleme. Das wiederum lag auch am freundlichen Personal im und ums Stadion.

Voller Elan feuern Frauenfelds Fans ihre Mannschaft an.

Voller Elan feuern Frauenfelds Fans ihre Mannschaft an.

Donato Caspari

Und auch wenn die Frauenfelder insgeheim mehr Zuschauer erwartet hatten: Jene, die da waren, sorgten für eine würdige Stimmung – und das auf beiden Seiten. Dass am Ende der hochspannenden Partie die Wetziker jubelten, lag auch am fehlenden Wettkampfglück des Heimteams. 25 Sekunden vor Schluss traf Mettler in doppelter Überzahl die Latte. Ein Treffer hätte das 3:3 für Frauenfeld bedeutet und die Rettung in die Verlängerung. So aber geht Wetzikon dank des 3:2-Siegs in der Serie 1:0 in Führung. Auch, weil die zu Beginn deutlich überlegenen Thurgauer am Ende des Mitteldrittels ihren Doppelschlag durch Haldenstein und Schläppi aus der 27. Minute verspielten.

An den Verpflegungsständen wurde wacker Umsatz gemacht.

An den Verpflegungsständen wurde wacker Umsatz gemacht.

Donato Caspari

Frauenfelder Sponsor warnt vor einem anderen Virus

Der besondere Rahmen der Partie – die oberen Ligen haben den Spielbetrieb mittlerweile alle suspendiert – war in aller Munde. Sogar Blick-TV liess es sich nicht nehmen, mit Eishockey-Chef Dino Kessler und einem Kameramann in Frauenfeld aufzukreuzen. Und ein Sponsor der Thurgauer sorgte im Matchprogramm mit dem Inserat «Achtung: Hockeyvirus» für zusätzliche Publizität. Das konnte man lustig finden oder nicht. Auf alle Fälle passte es zu den besonderen Umständen – und zur Serie, die mit Wetzikons Break so richtig lanciert ist.

Der EHC Frauenfeld muss aufsteigen

Im Thurgauer Eishockey kommt es zu einem ambitionierten und wegweisenden Projekt. Der 1.-Liga-Club Frauenfeld peilt in Kooperation mit dem HC Thurgau einen Platz in der MySports League an - am liebsten schon diese Saison.
Matthias Hafen