Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Trockenheit im Thurgau: Hoffnung auf regenreichen Herbst und Winter

Regen ist auch in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Deshalb gibt es an der Trockenheitsfront keine Entspannung. Am seit über drei Monate gültigen Wasserentnahmeverbot hält der Kanton fest.
Sebastian Keller
Goldener und trockener Herbst: Der Giessen bei Bürglen führt auch Mitte Oktober noch wenig Wasser. (Bild: Donato Caspari)

Goldener und trockener Herbst: Der Giessen bei Bürglen führt auch Mitte Oktober noch wenig Wasser. (Bild: Donato Caspari)

«Goldener Oktober geht weiter»: So ist die Rubrik «Bodenseewetter» in der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung überschrieben. Marco Baumann ergänzt: «Der goldene und trockene Oktober geht weiter.» Baumann leitet die Abteilung Wasserbau und Hydrometrie beim Kanton. Er und seine Mitarbeiter überblicken unter anderem die Pegelstände und Abflussmengen von Gewässern. Wegen der seit Monaten andauernden Trockenheit sind diese Werte im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit.

Die Landwirtschaft trifft es direkt: Per 13. Juli verfügte der Kanton ein Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer – ausgenommen sind Bodensee, Seerhein, Untersee und Rhein. «Am Entnahmeverbot halten wir fest», bestätigt Ulrich Göttelmann von der Abteilung Wasserbau und Hydrometrie. «Wir bewegen uns jetzt bei den Niederschlagswerten von 2003.» Der Sommer vor 15 Jahren war der erste Hitzesommer im neuen Jahrtausend. Diese Bezeichnung gilt auch für den Sommer 2018. «Aufs Jahr betrachtet haben wir bis jetzt ein Defizit von zirka 300 Liter pro Quadratmeter», sagt Göttelmann.

«Ein paar Regentage reichen nicht aus»

Um dieses Defizit auszugleichen, wäre ein regenreicher Herbst und Winter nötig. «Ein paar Tage Regen reichen da nicht aus.» Der Verbrauch durch die Vegetation sei jahreszeitlich bedingt zwar am Abklingen. Dennoch wäre es wichtig, dass sich die Wasserspeicher für Fliessgewässer und Grundwasser auffüllen. «Es gibt immer noch örtliche Wasserversorger, die zum sparsamen Umgang mit Wasser aufrufen.» In diesem Bereich sei keine Erholung zu beobachten. Die Hoffnung liegt auf dem Winter mit schmelzendem Schnee. «Im Winter ist der Verbrauch auch geringer», sagt Ulrich Göttelmann.

Gerade auch für Bäume sei es zentral, dass sich die Wasserstände erholen. «Bäume zeigten in diesem Jahr deutlichen Trockenstress und warfen deshalb Blätter früher ab.» Im nächsten Frühling, wenn die Vegetation aus dem Winterschlaf erwacht, werde man allfällige Auswirkungen beobachten können. Im schlimmsten Fall beginne der Trockenstress bereits gleich wieder im Frühling. Generell geht Göttelmann davon aus, dass ein Sommer wie dieser für das Ökosystem verkraftbar ist. «Wenn wir aber auch 2019 einen solchen Sommer haben, könnten sich die Defizite summieren.» Zwei trockene Sommer in Folge gab es in jüngster Zeit nicht. Der letzte war 2015. Damals galt das Wasserentnahmeverbot bis Ende Oktober.

Kein Regen in Sicht

In den nächsten Tagen dürfte die Bezeichnung «goldener und trockener Herbst» weiterhin gültig sein. «Es bleibt trocken», sagt Urs Graf, Meteorologe bei MeteoSchweiz. Das Wetter werde von einem Hochdruckgebiet bestimmt. Begleitet von den herbstlichen Wetterphänomenen wie Nebel und Hochnebel. «Im Gegensatz zum diesjährigen Sommer ist der Herbst aber nicht aussergewöhnlich», sagt Graf. Aussergewöhnlich sei, dass der Sommer schon trocken war.

Einen Unterschied zu anderen Jahren sei aber festzustellen: «Die Temperaturen weichen ab.» 20 Grad und mehr im Oktober seien im Mittelland «eher abnormal». Verlässliche Prognosen seien in der Regel für die nächsten drei bis fünf Tage möglich. «In der kommenden Woche», sagt Meteorologe Graf, «könnte es in Richtung instabiler Verhältnisse gehen.» Doch diese Prognose stehe «eher auf wackligen Beinen».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.