Glosse
Trinken zum Vergessen: Der Frauenfelder Bürgerwein will gelten, darum macht er sich selten

Murgspritzer: Mit Lebensberatungs-Psychologie hat man TZ-Redaktor Mathias Frei sofort. Der Frage ist nur, von wem sich die Stadtkonstabler beraten liessen, wenn sie dereinst der Frauenfelder Bürgergemeinde 50 Franken für einen Halbliter Rotwein zahlen.

Mathias Frei
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Weintrauben bei der Ernte.

Weintrauben bei der Ernte.

Bild: PD

Wenn ich beim Coiffeur (!) bin, lese ich ab und an seichtere Literatur, zum Beispiel die «Frauenfelder Woche» oder die «Schweizer Illustrierte». Da liess ich mich letzthin ebendort von einem Artikel mit dem Titel «Warum es wirklich funktioniert, sich rar zu machen» – Untertitel «Willst du gelten, mach dich selten» – in meinem Umgang mit dem weiblichen Geschlecht inspirieren. Habe gelesen, dass das psychologisch wirklich klappt.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Und jetzt das: Unser geliebter «Holderberger» macht sich rar. Voraussichtlich drei Jahre ohne dieses Lebenselixier. Damit ich es noch mehr vermisse. Diese Bürgergemeinde, ausgefuchste Psychologen sind das! Und wenn dann der marodierende Mob nach Bürgerwein dürstend vor dem Rathaus auftaucht, kann Bürgerpräsident Titus Moser den Stadtkonstablern ein Füfzgernötli abknöpfen für einen Halbliter. Aber in diesem Heftli beim Coiffeur stand auch, man dürfe den Bogen nicht überspannen. Balance und so. Psychologie, kennsch? Nicht, dass sich nach drei Jahren dann niemand mehr an den guten alten Pinöggel erinnert. Wobei: So schlimm wäre das ja auch nicht.

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