Glosse

Transparenz dank Textilfreiheit: Mit einer Sauna im neuen Frauenfelder Hallenbad käme der Stadtrat endlich den Forderungen des Gemeinderats nach

Murgspritzer: Derzeit ist die ganze Welt ein Indoor-Feuchtgebiet, meint TZ-Redaktor Mathias Frei. Damit abgefunden hat sich Stadtpräsident Anders Stokholm. Er hat sich fürs Saunieren sogar glattrasiert.

Mathias Frei
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In einer Sauna.

In einer Sauna.

(Bild: Fotolia)

Da rinnt einem der Schweiss in grossen Perlen den Füdlespalt runter. Aber man sitzt nicht in der Sauna, sondern im Büro. Die ganze Welt ist ein Indoor-Feuchtgebiet, denkt man sich. Und wieder einmal hat man das Frotteetüchli zum Draufsitzen vergessen.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

In der Frauenfelder Badi soll man dereinst auch saunieren können, so das städtische Stimmvolk denn will. Im Gegensatz zum Büro – meistens jedenfalls – sitzt man in der Badisauna dann aber textilfrei. Und da muss man natürlich etwas hermachen. Wenn es schon nicht für den Sixpack reicht, sollte es wenigstens eine neue Frisur sein. Vielleicht mit ein paar Dreadlocks? Darf’s dazu ein wenig Farbe sein? Flippig mit blauen Strähnchen, wie man sie im Oberthurgau trägt. Wer es unkompliziert mag, setzt auf Kahlschlag. Stapi Stokholm macht es vor. So glattrasiert wie ein Babypopo erkennt man ihn in der Sauna höchstens an den Pflästerli im Gesicht. Erst auf den zweiten Blick sitzt man neben Anders. Denn in der Sauna ist man per Du. Einen Aufguss später ist der ganze Stadtrat versammelt. Entspannung nach der Dienstagssitzung. Die Birkenbüschel liegen parat. Das ist dann jene Transparenz, die der Gemeinderat vom Stadtrat so oft schon gefordert hat.

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