Tradition siegt: Sekschüler aus Busswil und Littenheid dürfen weiterhin in Wilen zur Schule

Die Einheitsgemeinde Sirnach und die Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen haben ihren Vertrag verlängert. Dies, obwohl auch in Sirnach genügend Schulraum für die Sekschüler aus Busswil und Littenheid vorhanden gewesen wäre.

Olaf Kühne
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Das Wilener Sekundarschulzentrum Ägelsee bleibt Schulort für Schülerinnen und Schüler aus Busswil und Littenheid.

Das Wilener Sekundarschulzentrum Ägelsee bleibt Schulort für Schülerinnen und Schüler aus Busswil und Littenheid.

Bild: Nana Do Carmo

Urs Schrepfer ist zufrieden. Der Präsident der Sirnacher Schulkommission blickt zurück auf ein Jahr an Arbeit, über dessen Ergebnis er in den aktuellen Gemeindenachrichten schreibt:

«Eine jahrzehntelange erfolgreiche Partnerschaft wird weitergeführt.»

Gemeint ist der Schulvertrag zwischen der Einheitsgemeinde Sirnach und der Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen. Letztere betreibt das Sekundarschulzentrum Ägelsee in Wilen, dessen 1994 eingeweihter Bau von Anfang an auch auf die Schülerinnen und Schüler aus den hinter der Hochwacht gelegenen Sirnacher Dörfern Busswil und Littenheid ausgerichtet war.

Urs SchrepferPräsident Schulkommission Sirnach

Urs Schrepfer
Präsident Schulkommission Sirnach

Bild: PD

Der aktuelle Vertrag, der diese auswärtige Beschulung regelt, stammt aus dem Jahr 2011 und hat eine zwölfjährige Laufzeit. So galt es denn für beide Seiten, die Zusammenarbeit ab dem Sommer 2023 neu zu regeln. «Die Vertragsverhandlungen verliefen sehr angenehm», blickt Schrepfer zurück. «Beide Seiten konnten sich konstruktiv einbringen.»

Beschulung in Sirnach stand zur Debatte

Das Wichtigste im neuen Vertrag dürfte dabei wohl für die betroffenen Jugendlichen und Eltern sein: Busswiler und Littenheider können weiterhin – sicher für weitere zwölf Jahre – nach Wilen in die Sekundarschule. Eine künftige Beschulung in der Sirnacher «Grünau» sei zwar durchaus zur Debatte gestanden, sagt Schrepfer.

«Dabei wurden harte Fakten, Schulzufriedenheit und Tradition abgewogen.»

Der erforderliche Schulraum wäre je nach Verteilung der rund 30 Schülerinnen und Schüler auch in Sirnach vorhanden gewesen. «Aber wir hätten auch mehr Personal gebraucht», gibt Schrepfer zu bedenken.

Günstiger für die Gemeinde Sirnach wird die auswärtige Beschulung ab Sommer 2023 aber so oder so: Der sogenannte Besoldungsbeitrag je Schüler sinkt von 80 auf 70 Prozent, derweil der Betriebsbeitrag bei 85 Prozent bleibt. Mindestens so wichtig wie das Finanzielle ist für den Sirnacher Schulpräsidenten indes ein anderer Aspekt:

«Der neue Vertrag verschafft allen Beteiligten wieder eine lange Planungssicherheit.»

Tatsächlich ist insbesondere die Schulraumplanung eine stetige Herausforderung für Schulbehörden. Dies bestätigt auch Urs Schrepfer und benennt ein Beispiel aus seinem Wohnort: «Busswil ist zwar gewachsen, dennoch hatten wir vor elf Jahren noch 90 Kinder und zwei Kindergärten, heute sind es 64 Kinder und ein Kindergarten.»

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